Der FC Bayern München erntete heute einen Shitstorm aller erster Güte. Der Rekordmeister ließ am frühen Nachmittag über Kicker und Co. verlauten, dass man in Kürze eine Neuverpflichtung präsentiere. Auf Facebook lief eine exklusive Pressekonferenz. Diese entpuppte sich aber als PR-Gag. Sie sollte die Social Media Auftritte der Münchner pushen, schadet nun aber der Online Reputation. Die Aktion fliegt den Verantwortlichen gehörig um die Ohren.
Bayern wenig meisterlich
Aber der Reihe nach: Zum Rückrundenauftakt sprach Trainer Jupp Heynckes noch von der “besten Vorbereitung” seiner Karriere. Am letzten Freitag setzte es dann im ersten Spiel eine herbe 1:3-Klatsche in Gladbach. Die Mannschaft präsentierte sich ideenlos und blutleer. Neuverpflichtungen hatte es in der Winterpause nicht gegeben. Als heute die Nachricht aus der Säbener Straße kam, man würde nun doch nachlegen, schien das nicht nur realistisch, sondern auch notwendig. Vorab war die Rede von einem großen “Stürmerstar, der in allen Mannschaften Europas spielen könne”. Berichte fanden sich u.a. auf Kicker und transfermarkt.de, wurden aber mittlerweile gelöscht.
Zur Not auch Hanke
Bereits eine halbe Stunde vor der PK war #FCB Trending Topic auf Twitter. Die Fans diskutierten, um wen es sich handeln könnte: Tevez, Berbatov, Neymar wurden hochgehandelt, die Aufregung unter den Bayern-Fans war groß. Auch international wurde der plötzliche Einkauf registriert und gerätselt. Doch dann mischten sich erste Gerüchte, das ganze sei nur ein PR-Gag unters Twitter-Volk. Wer also Gewissheit wollte, musste die Fanpage der Bayern liken, um der Pressekonferenz beiwohnen zu können.
Server bricht zusammen wie Neuers Aufbauspiel
Soweit ok und nachvollziehbar. Darüber hinaus musste man aber noch eine App bestätigen (samt Zugriff auf persönliche Daten), was mich schon etwas stutzig machte. Die PK hätte man hinter einem simplen Fan-Gate als Livestream verstecken können. Die ganze Präsentation fühlte sich sowieso falsch an – Neuzugänge werden bei Bayern anders vorgestellt. Außerdem, wie sollte ein Transfer der kolportierten Größenordnung bisher geheimgehalten worden sein? Die App präsentierte dann einen Countdown zur PK. Um 14 Uhr tat sich dann – nichts. Der Server war unter dem Andrang zusammengebrochen und das Video für die meisten Fans gar nicht live abrufbar. weiterlesen »
Diesen Mittwoch sperrte Wikipedia seine Inhalte. Aus Protest gegen U.S.-amerikanische Gesetzesentwürfe zeigte die englischsprachige Version des Online Lexikons 24 Stunden eine schwarze Seite. Am Blackout Day haben sich zahlreiche Websitebetreiber verhüllt, um auf die Gefahren von SOPA (Stop Online Piracy Act) und PIPA (Protect IP Act) hinzuweisen. Nicht weniger als die Freiheit des Internets steht den Gegnern zur Folge auf dem Spiel, wenn die Gesetzesinitiativen durchgebracht werden.
Die Gefahren der SOPA und PIPA Gesetzesentwürfe
Eigentlich richten sich SOPA und PIPA gegen Internetpiraterie und somit gegen Urheberrechtsverletzungen. Was ist also das Problem? Die zentralen Argumente der Netzaktivisten beziehen sich auf zwei Punkte: Zum einen beinhalten SOPA und PIPA durch einen Eingriff in die technische Architektur des Internets die Möglichkeit für Netzsperren. Zum anderen verlangen die Gesetze von Internetprovidern gegen mögliche Urheberrechtsverletzungen selbstständig vorzugehen.
Neuerungen durch SOPA und PIPA
Diese Neudefinition der Provider- und Plattformhaftung würde bedeuten, dass Plattformbetreiber für die Inhalte verantwortlich sind, die Nutzer darauf teilen. Um mögliche Klagen gegen Urheberrechtsverletzungen von vorneherein auszuschließen, müssten Betreiber die Nutzer stärker überwachen. Auch die Echtzeit, mit der wir das Internet nutzen, wäre in Gefahr. Man stelle sich vor, dass jeder Facebook Status oder jeder Tweet durch Menschenhand freigeschalten werden müsste. Viele Inhalte, die zurzeit innerhalb von Grauzonen im Netz bestehen, würden vorsorglich gelöscht werden.
Netzsperren durch SOPA und PIPA
Das Problem mit dem Aufbau einer Infrastruktur für Netzsperren ist ein anderes: Was zum Schutz der wirtschaftlichen Interessen von U.S.-amerikanischen Copyright-Inhabern dienen soll, könnte schnell über das eigentliche Ziel hinaus schießen. Die Gegner von SOPA und PIPA befürchten, dass weltweit bequem Inhalte, Verlinkungen und komplette Websites von den USA aus gelöscht werden könnten. Es wäre nur ein kleiner Schritt vom Schutz geistigen Eigentums hin zur Zensur von ungeliebten Inhalten.
Bedeutung von SOPA und PIPA für Europa
Warum SOPA und PIPA auch uns in Europa etwas angeht, ist schnell klar: Viele beliebte Plattformen von Wikipedia bis Facebook haben in den USA ihren Sitz und wären massiv von den Gesetzen betroffen. Youtube wäre nicht so groß geworden, hätten die Gesetze bereits existiert. Außerdem gibt es auch ein europäisches Pendant zu SOPA: ACTA. Das Anti-Counterfeiting Trade Agreement wird von denselben Lobby-Gruppen vorangetrieben wie in den USA: Hollywood und Co.
Auswirkungen des Blackouts
Nichts desto trotz: Der schwarze Mittwoch hat gewirkt. Den Usern wurde gezeigt wie eine Welt ohne freies Internet aussehen würde. Bei Twitter häuften sich nach dem Blackout von Wikipedia die besorgten Tweets von Schülern und Studenten, dass sie ihre Abschlüsse ohne Wikipedia vergessen könnten. Was einen zunächst Schmunzeln lässt, verdeutlicht doch dass das Internet ein öffentlicher Raum ist, der allen Menschen gehört und an dem sie sich frei ausdrücken und austauschen können, an dem ein großer Teil des menschlichen Wissens gespeichert ist.
Fazit
Das haben die Protestaktionen von Wikipedia und Co. gezeigt: Geistiges Eigentum muss geschützt werden, doch nicht für den Preis von Wissen und Freiheit. Selbst Barack Obama und das Weiße Haus geben den Netzaktivisten Schützenhilfe: offiziell haben sie sich gegen den Teil der Gesetze ausgesprochen, der eine Zensur-Infrastruktur aufbauen würde. Zudem dürfte ein Gesetz zum Schutz von Copyrights nicht die Innovationskraft amerikanischer Unternehmen gefährden, so Obamas Berater. Vor nichts hätten die USA mehr Angst. Vom Tisch sind die Gesetze zwar noch nicht aber ihre Unterstützer schwinden.
Microsoft legt viel Wert auf die tägliche Pflege der Fanpages
Etwa 50 Social Media Interessierte hatten sich am 30.11.2011 zum in der Lounge des Münchner Mathäser Kinos beim „Social Web Breakfast“ versammelt. Unter dem Motto „Vom Mitmachen zur Strategie – Social Media bei Microsoft“ referierte Annabelle Atchison, Social Media Manager von Microsoft Deutschland GmbH über das Brand Reputation Management des Unternehmens. Social Media Management wird bei Microsoft zwar als „Digital Marketing 2.0“ bezeichnet, fällt aber noch unter PR. Obwohl das Unternehmen Agentur-Unterstützung erhält, werden Social Media Aktivitäten firmenintern bearbeitet.
Eine neue Organisationsstruktur muss her!
Als Frau Atchison 2009 zum Unternehmen stieß, wiesen die online-affinen Mitarbeiter schon ein hohes Social Media Engagement auf. Es existierten schon Auftritte auf mehreren Kanäle. Diese liefen aber ohne Abstimmung nebeneinander her. Social Media Aktivitäten waren nur nach der simplen Richtlinie „be smart“ geregelt. Natürlich seien die Microsoft-Mitarbeiter „smart“, so Frau Atchinson. Trotzdem musste eine professionelle Organisationsstruktur her. Mit der Schaffung eines Social Media Councils, einer Strategic Group sowie mehreren Virtual Teams und dem neuen Posten eines Webmonitoring Managers setzte man die Pläne in die Tat um. Es gibt nun konkrete Verantwortliche und Stellen, die passgenau auf Social Media ausgelegt sind. Die überarbeiteten Social Media Guidelines sind für alle Mitarbeiter zugänglich im firmeninternen Wiki hinterlegt. Neben Regelungen zum Krisenmanagement finden sich hier auch sogenannte Playbooks, die Bilder und Wording-Vorlagen für einzelne Themen liefern. weiterlesen »
Gesichtserkennung soll das Taggen auf Facebook erleichtern
Die Gesichtserkennungs-Software "identifiziert" Gesichter
Sie sollte eigentlich nur das Taggen auf Fotos vereinfachen. Doch die automatische Gesichtserkennung wurde von vielen nicht als Hilfe, sondern als störend empfunden. Die Keyphrase „Facebook Gesichtserkennung deaktivieren“ erzielt bei Google fast 5 ½ Millionen Suchergebnisse.
Ob hilfreiches Tool oder nervendes Feature- wer weiter denkt stößt unwillkürlich auf die Frage: Wie viel Anspruch auf mein eigenes Gesicht habe ich? Kann bald jeder anhand eines Schnappschusses von mir meine persönlichen Informationen einsehen?
Identifikation mit Hilfe von Gesichtserkennung ist technisch möglich
Technisch sei das bereits möglich, sagen die Forscher Alessandro Acquisti, Ralph Gross und Fred Stutzman. Die Wissenschaftler der Carnegie Mellon University haben jetzt mit Hilfe der Software pseudonyme Nutzer eines Flirtportals identifiziert. Ganz simpel, durch einen Abgleich mit Facebook-Profilfotos, ermittelten sie die echten Namen der User. Das Experiment der Forscher zeigt die einfache technische Umsetzbarkeit von Informationsbeschaffung mit Hilfe von Gesichtserkennung und rückt Augmented Reality-Zukunftsszenarien in greifbare Nähe. Schluss mit Pseudonymen, beschönigten Angaben und dem Schutz durch Anonymität.
Experimente mit Gesichtserkennungs-Software: Augmented Reality rückt näher
Die vorläufigen Forschungsergebnisse der Gesichtserkennungs-Experimente machen deutlich: Es ist nur eine Frage der Zeit, nicht der technischen Möglichkeit, bis Gesichtserkennung in unseren Alltag einzieht. In ihrem Experiment glichen Acquisti und Gross unter Pseudonymen geführte Flirtportal-Profile mit öffentlich zugänglichen Facebook-Profilen ab. Eine Standard-Gesichtserkennungssoftware untersuchte 5818 Profile von Mitgliedern einer Stadt in Nordamerika auf Übereinstimmungen. Zu 13,9 Prozent der Datingprofile fand die Software ein Facebook-Profil mit einem ähnlichen Portraitfoto. Um an die Profilbilder und Namen zu kommen, muss man nicht eingeloggt sein: Sie werden von Facebook immer als öffentlich behandelt und sind für jeden Internetnutzer zugänglich. Erstaunlich ist dabei, dass das vielen Facebook-Usern nicht bewusst ist. Nach der Studie von Acquisti und Co. benutzen 84% der Befragten ein echtes Foto von sich als Profilbild.
Profilfotos auf Facebook sind öffentlich – perfekte Datenbank für Gesichtserkennungs-Software
Unser Gesicht ist nicht nur Erkennungsmerkmal, sondern unmittelbarer Teil unserer Identität. Nicht nur im echten Leben sind alle Informationen über uns damit verknüpft – auch Informationen des Facebook-Profils sind untrennbar an unsere Gesichtszüge gebunden. Profile auf Social Media Plattformen sind Spiegel unserer Identität im Netz. Soziale Netzwerke, Beziehungen und mehr lassen sich abbilden, organisieren, verändern. Doch bisher konnten wir selbst entscheiden, wie viel wir preisgeben wollen und wer welche Informationen über uns hat. Der Chef bekommt eine andere Seite der Persönlichkeit zu sehen, als vielleicht der beste Freund – vorausgesetzt man weiß die Facebook-Privatsphäre-Einstellungen zu bedienen. Wir hatten die Wahl (und den Reiz), unser ‚wahres‘ Gesicht zu zeigen oder nicht.
Augmented Reality ist das Aus für Anonymität
Unsere Anonymität, sowohl auf offener Straße, als auch im Internet, wird immer mehr eingeschränkt wenn Online- und reale Welt zunehmend verschmelzen. Augmented Reality nennt sich die Vision einer online-gestützten, erweiterten Realität, in der Internet vollständig in den Alltag integriert ist. Online-Informationen sind jederzeit von jedem in Echtzeit abrufbar. Wann kommt die nächste Bahn und kann ich gleich ein Ticket kaufen? Welche gemeinsamen Freunde habe ich mit dem Menschen, der mir in der Bahn gegenübersitzt? Wie heißt das Gebäude an der Straßenecke und wer wohnt darin? Augmented Reality soll das Leben der Nutzer vereinfachen – und bietet dabei eine neue, extensive Plattform für B2C- und B2B-Kommunikation. Für Datenschützer ist diese rund-um-die-Uhr-Informationsflatrate ein rotes Tuch. Ein „gläserner Bürger“, der schon mit Hilfe einer einfachen iPhone-App jederzeit identifiziert werden könnte? Augmented Reality stellt alles bisher Dagewesene in den Schatten – die Google Street View Debatte war ein Vorbote und lässt erahnen, auf welchen Widerstand Entwickler stoßen werden. “Die automatische Gesichtserkennung ist ein schwerer Eingriff in das informationelle Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen”, sagt Hamburgs Landesdatenschützer Johannes Caspar.
Augmented Reality mit Gesichtserkennung massentauglich gemacht
Die Idee von Augmented Reality ist nicht neu und auch Gesichtserkennungs-Softwares werden bereits von Facebook, Apple und Google auf ihren Foto-Plattformen extensiv eingesetzt. Warum also jetzt die Studie?
„Indeed, in recent times, Google has acquired Neven Vision, Riya, and PittPatt and deployed face recognition into Picasa. Apple has acquired Polar Rose, and deployed face recognition into iPhoto. Facebook has licensed Face.com to enable automated tagging. So far, however, these end-user Web 2.0 applications are limited in scope: They are constrained by, and within, the boundaries of the service in which they are deployed. Our focus, however, was on examining whether the convergence of publicly available Web 2.0 data, cheap cloud computing, data mining, and off-the-shelf face recognition is bringing us closer to a world where anyone may run face recognition on anyone else, online and offline – and then infer additional, sensitive data about the target subject, starting merely from one anonymous piece of information about her: the face.”
Augmented Reality UND angemessener Datenschutz – geht das?
Die Forscher arbeiten momentan an einer Smartphone-App, die zu einem aufgenommenen Foto Informationen aus dem Web liefert. Die Online-Riesen sind mit ihren Zukäufen im Bereich Gesichtserkennungs-Software bestens ausgerüstet. Wir steuern schnellen Schrittes auf eine erweiterte Realität zu – so weit, dass jeder sofort alles über uns herausfinden kann. Nicht nur für Datenschützer ist das eine beängstigende Vorstellung. Natürlich ist niemand gezwungen, online Informationen preiszugeben. Nüchtern betrachtet ist es heutzutage und in Zukunft aber unrealistisch, ausschließlich offline unterwegs zu sein. Wie können wir uns also schützen? Im Netz kursieren bereits Schminktipps, die die Gesichtszüge anders erscheinen lassen sollen; es wird dazu geraten, das Profilbild leicht zu verzerren um den Algorithmus der Software auszutricksen; besorgte Mütter rufen zum Facebook-Boykott auf. Von begründeten Bedenken ist es im Netz – dem Schneeballeffekt sei Dank –ein kurzer Weg zur Paranoia-artige Panikmache. Die Wissenschaftler sagen: Umkehren geht nicht. Vielmehr muss nun nach neuen Lösungen gesucht werden.
„There is no obvious answer and solution to the privacy concerns raised by widely available face recognition and identified (or identifiable) facial images.
Other than adapting to a world where every stranger in the street could predict quite accurately sensitive information about you […], we need to think about policy solutions that can balance the benefits and risks of peer-based face recognition.“
Die Diskussion am schmalen Grat zwischen Sicherheit im Netz und Schutz der Meinungsfreiheit war noch nie einfach. Nach den Attentaten in Norwegen ist sie jetzt wieder neu entflammt. Bundesinnenminister Friedrich fordert eine Klarnamenpflicht und damit ein klares Aus für Anonymität im Internet. „In der demokratischen Auseinandersetzung streiten wir mit offenem Visier auf Basis unserer verfassungsmäßigen Spielregeln. Warum sollte das im Internet anders sein?“, fragte der CSU-Politiker in einem Interview mit dem „Spiegel“.
Heftige Reaktionen auf Forderung nach Pseudonym-Verbot
Friedrich stößt mit seiner Forderung auf massive Ablehnung, sowohl in der Blogosphäre als auch unter seinen Politiker-Kollegen. Die Grünen finden den Vorschlag „naiv“, die SPD sieht ihn als „Ausdruck von Hilflosigkeit“ und sogar der Koalitionspartner FDP bezeichnet ihn als „völlig illusorisch“.
In der Bloggerszene ist man sich einig: Den Mund verbieten lässt man sich nicht. Empörung ist das Gebot der Stunde und Ironie das Mittel zum Zweck. Unter dem Pseudonym „ihr“ kommentiert ein Blogger:
Das wäre fantastisch! Der deutsche Überwachungsstaat müsste nicht nach den Urhebern missliebiger Meinungen suchen, sondern könnte sie sofort abstrafen lassen.
Wer durch kritische Kommentare auffällt, wird durch den Arbeitgeber gefeuert. So könnte man kritische Meinungen im Keim ersticken.
Das wäre auch ganz im Sinne der Sachsen-CDU, die ungestraft Millionen Handydaten von Bürgern auswertet, welche offen an einer Demonstration gegen die NPD teilnahmen.
Doch halt, war da nicht schon was? Das Telemediengesetz sieht die Nennung des Namens bei ‚öffentlich zugänglichen journalistischen oder redaktionellen Publikationen‘ vor. Nichts anderes also, als die Klarnamenpflicht unter einem Pseudonym. Die Impressumspflicht gilt für Journalisten und in den meisten Fällen auch für Blogger. Wenn das kein ‚offenes Visier‘ ist…
Pseudonym-Verbot auf Google+
Ist die ganze Diskussion also viel Lärm um Nichts? Politiker surfen ja durchaus gerne mal auf der Killerspiel-Welle, doch hinter der Pseudonym-Debatte steckt mehr als reiner Populismus.
"Your profile is suspended." Pseudonym-Profile wurden kurzerhand gesperrt.
Google+ verursachte diesbezüglich vor einigen Wochen den ersten mittelgroßen Skandal seiner Geschichte: Ohne Vorankündigung wurden alle Profile gelöscht, die unter einem Pseudonym erstellt wurden. Ein Aufschrei ging durch die Blogosphäre und Google+ beeilte sich, die Vorgehensweise zu ändern. Man kann zwar nur unter Angabe des echten Namens ein Profil erstellen, aber auch die Verwendung von Pseudonymen ist jetzt, wenn auch nur begrenzt, möglich. weiterlesen »
Fußball und Social Media – das passt einfach. Kein anderer Sport verlangt so nach Austausch, erzeugt so starke Identifikation und ruft so große Emotionen hervor. Kein anderes Medium ermöglicht und fördert Diskussionen und Beteiligung wie Social Media. Es wundert also nicht, dass auch die Bundesliga diese Möglichkeiten nutzt. Überraschender Spitzenreiter: 1. FC Köln, gefolgt von Dortmund und dem HSV.
Der 1. FC Köln nutzt Social Media intensiv – wie hier zur Fanartikel-Promo auf Facebook.
Social Media Champion Köln
Während der Ball endlich wieder rollt, ist der erste Titel der Bundesliga bereits vergeben. Der 1. FC Köln ist offizieller Social Media Meister. Das zeigt eine Untersuchung der Agentur Lewis. Analysiert wurde für das Ranking, wie die 18 Bundesligaklubs Social Media in ihre Kommunikation einbinden. Ausschlaggebend waren unter anderem die Anzahl der Facebook Fans und Twitter Follower sowie der Updates auf den Statusseiten und Nutzung von Plattformen wie Youtube.
Fan-Bindung mit Social Media
Viele Vereine arbeiten mittlerweile äußerst professionell mit den neuen Medien und Social Media Kanälen. Auf ihren Facebook-Seiten informieren sie über Trainingseinheiten, stellen sie Interviews mit Spielern bereit und laden sie ihre Fans zu Gewinnspielen ein. In den Vereinsforen geben Sie ihren Fans Raum für Diskussionen zu Spielern, Aufstellungen, Transfers und Vereinsbelangen. Über Twitter melden Sie die neusten Verpflichtungen und Sponsorenverträge.
Auch der BVB ist mit seinem Youtube-Channel ganz vorne dabei.
Social Media mehr als Like-Button
Die Bundesliga und ihre Vereine haben längst begriffen, dass Social Media mehr als ein Gefällt-mir-Knopf ist. Sie liefern Content und bieten Fans die Chance, näher dran zu sein. Auch wenn Fans und Follower zahlenmäßig hinter der europäischen Spitzenklasse teilweise weit hinter herhinken, inhaltlich brauchen sich die meisten nicht verstecken. Sie haben Social Media als einen Kanal erkannt, der die Bindung zu ihren Fans stärkt. Die Fans nutzen die Möglichkeiten, um sich zu vernetzen und auszutauschen.
Tücken und Chancen in Social Media
Gefangen im Netz: Das Web vergißt nur schwer und manch ein Fan schämt sich sicherlich für einige seiner Social Media Beiträge. Auch dem ein oder anderen Kicker dürften Status-Meldungen nicht nur peinlich sein, denn bei so manch einem führte der falsche Tweet schon zu harten Konsequenzen. Andere Spieler zeigen sich da geübter im Umgang mit ihrer Online Reputation und lassen Fans zum Beispiel über den nächsten Vereinswechsel mit bestimmen. Ganze Vereine geben ihre Geschicke in die Hände ihrer Fans und lassen über Transfers und Aufstellung abstimmen. Letztere Punkte sind sicher kein mehrheitsfähiges Modell für die Zukunft, zeigen aber in Beteiligung und Engagement der Fans, welch Potenzial auch für die Bundesliga und ihre Clubs in Social Media liegt.
40 Euro und vielleicht sogar eine Vorstrafe: Keine rosigen Aussichten für die jährlich circa 15 Millionen Schwarzfahrer in München. Die Facebook-Fanseite MVV Blitzer hilft ihren Fans dabei, die Kontrollen in Münchner Bussen, S- und U-Bahnen zu umgehen. Fans posten nicht nur Infos zu Linie und Richtung in der kontrolliert wird, sondern auch detaillierte Personenbeschreibungen der Kontrolleure. Ein Warnsystem à la Radio-Blitzer für kollektives Schwarzfahren mit Hilfe von Social Media. Ist das die ungefähr 2,40 Euro (so viel kostet eine Fahrt in München) wert?
Samariter oder Straftat?
Den MVV Blitzer gibt es seit September 2010 und er findet regen Zuspruch. Das zwielichtige Facebook-Tool zur Trickserei hat schon fast 14.000 Fans. Ganz legal kann es ja nicht sein, aber die Befürworter sind sich einig: „Hätte der MVV gscheide Preise sowie einen freundlichen Service gäbe es keine Schwarzfahrer.“. Sie warnen fleißig: „S6 ab Starnberg Richtung München, gleich 3 Kontrollettis im Heldeneinsatz.“ Im Viertelstunden-Takt flattern neue Posts auf der Facebook-Wall herein und es bleibt nicht nur bei netten Kosenamen für die „Kontroll-Heinis“. weiterlesen »
Der Schwäbisch Gmünder Gemeinderat will sich modern und fortschrittlich präsentieren. Zur Namensgebung eines Tunnelneubaus bietet er eine Online-Wahl an. Auf die Vorschlagsliste schleicht sich auch der “Bud-Spencer-Tunnel”, der von der Facebook Gemeinde zum Sieger gemacht wird. Die Stadt rudert jedoch auf einmal zurück, die Wahl sei nur ein Meinungsbild, man müsse erst mal sehen wie der Tunnel nun heißen soll. Der politische Vorstoß ins Web 2.0 droht in einem Social Media Shitstorm zu (g)münden.
Ein Tunnel für Bud Spencer
Das Regierungspräsidium Stuttgart hat gemeinsam mit der Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd bei der Namensfindung für das Tunnelbauwerk der B 29 in Schwäbisch Gmünd entschieden, die Bürgerinnen und Bürger mit einzubinden. Mit dieser Namensgebung soll die besondere Verbundenheit der Stadt zu diesem Bauwerk dokumentiert werden.
Was die Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd dort etwas schwurbelig verkündet, entwickelt sich derzeit zum PR-Desaster samt Social Media Shitstorm. Das Wichtigste in Kürze: In Schwäbisch Gmünd wird ein Tunnel gebaut. Anstelle das Ding jetzt “B 29-Tunnel” zu nennen, kam man im Stadtrat auf die Idee, die Bevölkerung solle den Namen vorschlagen und darüber abstimmen. Hunderte Möglichkeiten wurden eingereicht, absurde aussortiert und 83 Vorschläge standen zur Wahl. Darunter auch der “Bud-Spencer-Tunnel”, den die Internetgemeinschaft als ihren Favoriten auserkoren hatte. Der Bud-Spencer-Tunnel gewann die Abstimmung landrutschartig. (Offizielle Ergebnisse werden morgen präsentiert.)
Bud Spencer Fans nutzen Social Media, um ihr Idol zu würdigen
Organisierte Bürgerpartizipation auf Facebook
Uns ist nicht bekannt, wer den ursprünglichen Vorschlag zum Bud-Spencer-Tunnel bei der Stadt einreichte. Benedikt Elser allerdings trat den Hype los. Der 21-Jährige wurde von einem Freund auf die Wahl aufmerksam gemacht. Elser, selbst großer Bud Spencer Fan, erstellte auf Facebook eine Veranstaltung (für den Zeitraum der Wahl), in der er dazu aufrief, für den Vorschlag “Bud-Spencer-Tunnel” zu stimmen. Die Schnittmenge Social Media affiner Internetnutzer und der Fangemeinde des alten Italowesternhelden ist scheinbar riesig: Bis jetzt nehmen knapp 70.000 Facebook User an der Veranstaltung teil, 220.000 weitere sind eingeladen. Es dauerte nicht lange, bis eine kritische Masse erreicht war. Voting und Facebook Veranstaltung starteten am 18. Juli, am 20. berichteten die ersten “großen” Medien über das “Bud Spencer-Dilemma”. weiterlesen »
Auch am Montag war das Moccar Pompidou wieder gefüllt, als der Social Media Club zum Talk einlud. Thema: Employer Branding im Social Web. Das wackelige Headset wurde zur großen Genugtuung der Zuhörerschaft dieses Mal frühzeitig in den verdienten Ruhestand geschickt. So gestaltete sich zumindest das Zuhören einfacher. Als Redner präsentierte der Social Media Club Prof. Dr. Martin Grothe und Bernd Schmitz.
Grothe: Mit (Star Trek) Enterprise 2.0 zur Employer Brand
Prof. Dr. Martin Grothe
Im ersten Vortrag des Abends outete sich Prof. Dr. Martin Grothe als Trekkie. Zumindest erklärte er seinen Weg zum Employer Branding im Web 2.0 anhand der Star Trek Entreprise Crew rund um Captain Kirk. Explore, Elaborate, Enable, Establish und Enter sind die fünf Etappen mit denen Unternehmen “strukturiert auf den nötigen Entwicklungspfad gelangen”. Einer der Eckpfeiler: Wenn in Social Media über ein Kernthema des Unternehmens diskutiert wird, müssen auch die Mitarbeiter dort den Dialog suchen, die tagtäglich im Unternehmen zu tun haben. Das geht aber nür, wenn alle Mitarbeiter fit für Social Media sind – “digitale Betriebsausflüge” nennt Grothe das. Die Mitarbeiter müssen in das Thema eingearbeitet werden und später aus eigenem Antrieb übernehmen. Grothe behandelte die Basics des Employer Brandings 2.0. Seine Methoden sind wohl auch nur für größere Unternehmen umsetzbar. weiterlesen »