Der Super Bowl – nicht nur aus sportlicher Sicht jedes Jahr ein absolutes Mega-Event. Auch die Werbebranche hat das Finale der amerikanischen Football-Profiliga für sich entdeckt. Jahr für Jahr übertrumpfen sich die Unternehmen mit noch kreativeren, witzigeren oder außergewöhnlicheren Spots während den Werbepausen. Und dafür greifen sie tief in die Tasche: abgesehen von den oft sehr hochwertig produzierten und damit überdurchschnittlich teuren Werbespots zahlen Unternehmen für die Ausstrahlung eines 30-Sekünders bis zu drei Millionen US-Dollar.
Owen Hargreaves verbrachte in den letzten Jahren mehr Zeit in Operationssälen, als auf dem Fußballplatz. Zum Ende der letzten Saison lief sein Vertrag beim englischen Rekordmeister Manchester United aus, die beiden Parteien konnten sich nicht auf eine Verlängerung einigen. Auf der Suche nach einem neuen Verein, nutzte Hargreaves Social Media. Der ehemalige englische Nationalspieler lud rund zwei Dutzend Videos auf YouTube hoch, mit dem Ziel, potentielle Arbeitgeber von seiner Fitness zu überzeugen. Mit Erfolg: Vor kurzem unterschrieb er einen neuen Vertrag – beim Stadtrivalen.
Dank Social Media Marketing zum neuen Vertrag.
Lange Bank statt Fußballplatz
So sah man ihn bei United selten: auf dem Platz.
In die Fußballgeschichte dürfte Owen Hargreaves als einer der Spieler seiner Generation eingehen, die am wenigsten aus ihrem Talent gemacht haben. Allerdings liegt das nicht an Partyexzessen, sondern an seiner Verletzungsanfälligkeit. Der gebürtige Kanadier, mittlerweile 30, konnte sein Potential nie auch nur ansatzweise ausschöpfen. In der darbenden englischen Fußballwelt war der technisch beschlagene Spieler einer der wenigen Hoffnungsschimmer. Verletzungen warfen ihn aber immer wieder zurück. Bei Manchester United brachte er es in den letzten zwei Spielzeiten auf ganze elf (!) Einsatzminuten. Die Vereinsoberen boten ihm einen stark leistungsbezogenen Vertrag an, Hargreaves lehnte ab und entschloss sich für Social Media Marketing.
YouTube als Spielervermittler
Mit 23 Videos demonstrierte er auf seinem YouTube-Kanal seine Fitness. Die ein- bis zweiminütigen Clips zeigen ihn bei komplizierten Koordinations-, Konditions- und Kraftübungen. Nun lässt sich vortrefflich darüber streiten, ob das neureiche Manchester City dem übermächtigen Stadtrivalen United mit dieser Verpflichtung nur eins auswischen wollte. (Es wäre nicht das erste Mal.) Die YouTube-Videos haben aber vielleicht einen Anteil an der Verpflichtung: Hargreaves spielerische Qualitäten standen nie in Frage, lediglich seine Physis. Ob er bei City zu mehr Spielanteilen kommt, wird die Zeit zeigen. Gerade im zentralen Mittelfeld sind die Citizens überbesetzt. Vielleicht entpuppt sich Hargreaves auch als Königstransfer.
Ok, ein Video kann auch als “viral hit” angesehen werden, wenn es die User teilen, gerade weil es schlecht ist (siehe Rebecca Black). Aber was Old Spice da macht ist traurig. Erinnert ihr euch an die großartigen Old Spice Videos mit Footballspieler/Schauspieler Isaiah Mustafa (n-r berichtete)? Mustafa wurde ersetzt – durch Fabio:
Old Spice war mal cool, was ist passiert?
Ok, Old Spice war zwar nie wirklich richtig “cool”, aber die Spots mit Mustafa haben die Online Reputation des Herrenpflege-Fabrikanten kräftig aufpoliert. Der ehemalige Footballer präsentierte sich schlagfertig und lustig. Das kam gut beim Publikum an: Sein erstes Video, das auch beim Super Bowl 2010 ausgestrahlt wurde, hat bereits mehr als 34 Millionen Klicks gesammelt. Um die Social Media Kampagne weiter zu promoten, bat Old Spice Facebook und Twitter Nutzer, Fragen an Mustafa einzuschicken. In weiteren lustigen Clips antwortete er seinen Fans. weiterlesen »
Stefani Germanotta, alias Lady Gaga, ist seit kurzem laut Forbes die weltweit einflussreichste Prominente. Die meisten Medienschaffenden sind der Meinung, nur an ihrer musikalischen Performance liege das nicht. Lady Gaga gilt als Social Media Queen. Ihr Management beweist, dass gutes Online Reputation Management Gold wert sein kann.
Keiner hat so viele Social Media Fans
Lady Gaga
Heute drückt sich der Kampf um Popularität zwischen Popstars nicht mehr nur in verkauften Alben, Tourneeeinahmen oder Download-Zahlen aus. Auch die Social Media Präsenz auf Facebook und Twitter werden als Erfolgsindikatoren miteinbezogen. Und Social Media ist das Terrain von Lady Gaga. Ihr ganzes Leben ist eine Social Media Kampagne. Jeder Auftritt, jede Äußerung und jedes Foto wird von der gaga’schen Fangemeinschaft wie eine Reliquie aufgenommen. Selbst Charity-Aktionen werden gnadenlos ausgeschlachtet, ganz nach dem Motto “tu Gutes, aber sprich auch darüber!” In ihren zwei Kern-Social Media Kanälen Twitter und Facebook sprechen die Fanzahlen für sich: Mit 10,3 Millionen Followern ist sie auf Twitter die klare Nummer Eins vor Justin Bieber (9,67 Mio.) und Barak Obama (8,02 Mio.). Auf ihrer Facebook-Fanseite, ein Paradebeispiel einer Social Media Kampagne, haben über 35. Mio Menschen auf den Like-Button geklickt: Auch hier der absolute Fan-Rekord. Welche Social Media Strategie steht hinter dem Erfolg von Lady Gaga? weiterlesen »
Während in Deutschland der Spielbetrieb in der Fußball Bundesliga nach den Relegationsspielen endgültig ruht und die Mannschaften sich in die Sommerpause verabschiedet haben, bereitet man sich in den Fanlagern Nordenglands und Kataloniens intensiv auf das Spiel des Jahres vor. Morgen Abend treffen mit dem FC Barcelona und Manchester United die zwei besten Fußballmannschaften der Welt aufeinander. Im altehrwürdigen Wembley-Stadion spielen sie um die Krone des europäischen Vereinsfußballs: die Champions League Trophäe.
Social Media Kampagne von Sky zum Champions League Finale
Der deutsche Pay-TV-Sender Sky hat sich für die Vorberichterstattung eine Social Media Kampagne überlegt. Matthias Sammer und Stefan Effenberg stehen bei “Mein Team” Pate für die beiden Finalisten. Zuschauer werden auf einer Microsite von Sky aufgerufen Vorschläge zu Aufstellung und Taktik einzuschicken. Sammer und Effenberg sollen diese nutzen, um die Mannschaften auf das Spiel “vorzubereiten”. In der Vorberichterstattung zum Spiel präsentieren sie ihre Analysen.
Die Kampagnen-Website bietet noch Raum für Verbesserung. Einige Statistiken, knappe Highlighvideos und erste “Analysen” der Experten, die allerdings kaum über Allgemeinplätze hinausgehen. Auch das Herzstück der Kampagne ist verbesserungswürdig: Die Kommentare werden in einer unübersichtlichen Liste angezeigt. Es gibt keine Möglichkeit, einzelne Beiträge zu zitieren oder beispielsweise auf Facebook zu sharen. Bleibt noch abzuwarten, ob es Sky gelingt, seine Social Media Kampagne mit der Show im TV vorm Spiel zu verknüpfen.
Am 11. Mai war es mal wieder soweit. Die nächste Runde des Social Media Breakfasts tagte wieder in der Lounge des Münchner Mathäser Kinos. Das Thema diesmal: Social Media Marketing mit viralen Videos. Als Referenten hatten die Veranstalter dieses Mal Vertreter zweier Unternehmen geladen, zu deren absoluten Kernkompetenzen virales Marketing zählt: Johannes Jobst von der Marketing-Agentur goviral und Stefan Eder vom Spielehersteller Take2 Interactive berichteten über ihre Erfahrungen mit viralem Marketing. Kann man virale Clips gezielt herstellen, oder sind sie das zufällige Produkt der Netzcommunities?
Virales Marketing: Ein Trend geht durchs Netz
Virales Marketing ist seine Spezialität: Johannes Jobst von goviral
Dass Social Media zu den größten Trends des Internets in den letzten Jahren zählt, ist hinreichend bekannt. Dass Online-Video-Inhalte den Trend Social Media noch bei weitem überflügeln, ist zwar deutlich sichtbar, aber kaum in die allgemeine Wahrnehmung übergegangen. Mit einer Wachstumsrate von etwa 900 Prozent pro Jahr sind Online-Video Produktionen der Wachstumsmarkt schlechthin. Kaum noch eine Website ohne Bewegtbilder. Kein Unternhemen, dass etwas auf sich hält, verzichtet für seine Online-Reputation auf den eigenen YouTube-Channel. So weit so gut. Wie aber wird nun aus einem lustigen Werbefilmchen der nächste Internet-Renner? Warum wurden “A hunter shoots a bear” von Tipp-Ex, Die Old-Spice-Kampagne von Procter&Gamble oder der Darth Vader-Spot von VW zum Internetkult. Die kurze Antwort: Mit viralem Marketing. Allerdings hat nicht jeder Spot das Potential dazu. Aber die Verbreitung solcher Clips kann man durchaus bewusst steuern. weiterlesen »
Seit gestern läuft die Comicverfilmung “Thor” in den deutschen Kinos. Für alle nordischen Mythologie- oder Comic-Neulinge: Donnergott Thor wird aus Asgard verbannt, dem Olymp für Germanengötter. Auf der Erde schickt er mit seinem Hammer reihenweise Gegner ins Walhall. Zu Promozwecken nahmen die Filmmacher nun den Mini-Darth Vader/VW-Spot auf die Schippe:
Seit gut einer Woche ist der Clip nun auf dem YT-Channel der Produktionsfirma und Comic-Verlags Marvel zu finden. Weit über 1 Million Mal wurde er bereits angeklickt. Mit dem Kinostart des Films hat er jetzt beste Chancen viral zu werden. In Erwartung der ersten Kritiken zahlt er zudem positiv auf die Online Reputation des Films ein.
Sehr schön auch die Liebe zum Detail: Das Nummerschild liest sich ASG-ARD, der Hund ist nach dem nordischen Feuergott Loki benannt. Auf dem Küchentisch steht eine Tasse von Stark Industries. Marvel-Superheld Iron Man ist im “echten” Leben Tony Stark, CEO seiner eigenen Waffenfirma.
Social Media, insbesondere YouTube, verhilft immer häufiger scheinbar talentfreien Usern zu ihren 15 Minuten Ruhm. Eine Reihe von “Künstlern” hat das bereits bewiesen. Derzeit macht ein Video die Runde: Rebecca Black mit ihrem Song “Friday”. Mehr als 40 Millionen Klicks hat die 13-Jährige Schülerin aus Los Angeles in knapp 2 Wochen erhalten. Wir haben uns angeschaut was diese neue Popsensation ausmacht und wollen den Mechanismus zeigen, der hinter solchen Phänomenen steckt.
“In the future everybody will be famous for fifteen minutes.” – Andy Warhol
Social Media Fame aus der Konserve
In den USA können reiche Eltern ihren Kindern alles kaufen, mittlerweile auch die Pop-Karriere. $2.000 ließen sich die Eltern von Rebecca Black aus Los Angeles die erste Single ihrer Tochter kosten. Oben drauf gab es außerdem ein Musikvideo. Produziert wurde das Ganze vom Plattenstudio Ark Music Factory. Die Macher wiesen die Familie Black darauf hin, dass ihre Tochter mit dem Song “Friday” höchstwahrscheinlich nicht berühmt werden würde. Tatsächlich freute sich das Mädchen über 4.000 Views auf YouTube in den ersten Tagen, zumindest auf der Schule hatte jeder das Video gesehen:
Doch dann entwickelte sich Rebecca Black zum Internet-Phänomen. Was war passiert? Nachdem das Video einige Wochen von der Internetgemeinschaft unbeachtet auf YouTube verbrachte, wurde der Blog TheDailyWhat am 11. März (ein Freitag!) darauf aufmerksam. Daniel Tosh von Comedy Central griff die Meldung auf. Alleine auf Toshs Blog finden sich fast 4.000 Kommentare. Das Video erreichte noch am selben Tag 100.000 Views. Zwei Wochen später steht das Video nun bei über 40 Millionen Aufrufen.*
Social Media Fame: Segen oder Fluch?
40 Millionen Aufrufe, aber fast ausschließlich negatives Feedback: Zu den 500.000 Dislikes gesellen sich abertausende Kommentare in denen der Song und das Video schlecht gemacht und Rebecca beleidigt wird. Wer die Internetgemeinschaft in solchen Situationen kennt, weiß, dass das nicht zimperlich vonstatten geht. Doch warum? Rebeccas dünne Stimme wird mit Auto-Tune überladen, die Lyrics sind mitunter abenteuerlich:
Yesterday was Thursday, Thursday, today it is Friday
We, we, we so excited, we so excited [...]
Tomorrow is Saturday, and Sunday comes afterwards
Der Song ist aber nicht schlechter als viele x-beliebige semi-professionelle Videos, die sich auf YouTube finden lassen. Die Gretchenfrage ist also: Wird sie gehasst, weil sie “berühmt” ist? Oder ist sie “berühmt”, weil sie gehasst wird? Die Produktionsfirma hat Rebecca angeboten, dass Video von YouTube rutner zu nehmen. Sie lehnte ab, diese Genugtuung wollte sie ihren “Hatern” nicht verschaffen. Die Single, seit letzter Woche bei iTunes erhältlich, schaffte es bereits auf Platz 72 der Billboard Hot 100 Charts. Mittlerweile ist sie auch über das Internet hinaus bekannt. Mehrere Fernsehsender in den USA interviewten sie bereits zu ihrem Song.
Social Media Fame auf Deutsch: Money Boy
Auch im deutschsprachigen Raum funktioniert das Prinzip, wenn auch bedeutend langsamer. Bestes Beispiel ist hierfür der Wiener Rapper Money Boy. Der 29-Jährige stellte vor knapp einem halben Jahr das Video zu seinem Song “Dreh den Swag auf” online. Seither wurde der Clip fast 9 Millionen mal angeklickt:
Die Hip Hop Gemeinde ist noch unsicher, ob Money Boy das wirklich ernst meint. Gut möglich das Sebastian Meisinger sein talentfreies Alter Ego Money Boy als Persiflage auf die Hip Hop Szene angelegt hat. Viele Hip Hop Songs handeln nur von Autos, Frauen und Geld, Money Boy treibt das in seinen Texten auf die Spitze.
Das Prinzip des Social Media Phänomens
Auch Money Boys Video verbreitete sich wie ein Lauffeuer und zeigt sehr schön die Mechanismen, die hinter einem solchen Internet-Phänomen stecken. Hip Hop Fans teilten das Video untereinander, einfach weil Money Boy so herrlich talentfrei daherkommt. Große Multiplikatoren, etablierte Rapper, die das Video twitterten, trieben es weiter voran. Durch den (unfreiwillig) lustigen Aspekt schauten es sich bald auch Leute an, die sonst keinen Hip Hop hören. Über Social Media Plattformen wie Facebook, Twitter oder diverse Foren verselbständigte sich die Verbreitung, das Video wurde “viral”. Ist einmal eine kritische Masse erreicht, werden auch etablierte Medien auf diese Phänomene aufmerksam. RTL etwa berichtete mehrfach über Money Boy, auch bei MTV Home war er zu Gast. Bald darauf unterschrieb er einen Plattendeal bei Sony und tritt nun regelmäßig live auf.
Wie nachhaltig der Erfolg von Money Boy oder Rebecca Black sein wird ist schwer abzuschätzen. Das man es allerdings (wenn man denn Talent hat) durch Social Media bis an die Chart-Spitze schaffen kann, hat Justin Bieber gezeigt. Der 17-Jährige startete seine Karriere mit selbstgedrehten Videos auf YouTube und veröffentlichte letztes Jahr sein erstes Nummer-1 Album in den USA.
*Das Original-Video ist auf Grund von Urheberrechtsproblemen in Deutschland eigentlich gesperrt, lässt sich aber trotzdem auf einigen Geräten abspielen. Das oben verlinkte Video entspricht dem Original-Video 1 zu 1.
Modelcasting via YouTube? Etwas ähnliches veranstalten gerade die “Hamburger Hänger“, eine YouTuber-Crew aus, richtig, Hamburg. YouTube “Talente” erstellen je nach Aufgabenstellung Videos von sich, laden diese auf YouTube hoch und schicken den Link an die Veranstalter. Diese sichten die Einsendungen und stellen die besten zur Wahl. Die Community entscheidet wer eine Runde weiterkommt. Hier die aktuelle Runde:
Eine lustige Aktion. Zu gewinnen gibt’s übrigens Social Media Fame. Vielleicht ist das aber auch eine Option für zukünftige Staffeln des Vorbilds: Germany’s Next Topmodel. Die Show hat immerhin schon fast 80.000 Fans auf Facebook, könnte so ihre Online Reputation weiter verbessern. Der Social Media Dienst YouTube könnte die ersten Casting-Runden übernehmen und die Reichweite der Show erhöhen.
Im Fußball sagt man gern: Wenn’s läuft, dann läuft’s. Den Dortmunder Jungs scheint momentan alles zu gelingen. So auch ihr neuester Trick: Der Brückenschuss.
Was meint ihr: Hat der Spot von MAN das Potential viral zu werden? Bei der derzeitigen Form der Dortmunder sicher nicht ausgeschlossen. Der Spot wurde gestern eingestellt und schon mehr als 80.000mal angeklickt. Auch auf der Facebook Fanpage der Borussen wurde das Video über 5.000mal geliked.