Die unfassbare Katastrophe, die das Erdbeben der Stärke 9,0 in Japan auslöste, ist seit gut zwei Wochen allgegewärtig in den Medien. Nicht zuletzt durch die intensive Nutzung von Social Media wurde die Welt hautnah Augenzeuge des Naturereignisses und seiner Folgen. netz-reputation.de stellt die Frage nach dem Nutzen von Social Media für Betroffene, Journalisten und die Weltöffentlichkeit.
Der Nutzen von Social Media I: Informationsfluss
Die schleppende Informationspolitik der japanischen Regierung und die durch das Chaos eingeschränkte Arbeit von Journalisten reichen bei Weitem nicht aus, um die weltweite Informationsnachfrage zu decken. Obwohl ein Teil des Telekommunikationsnetzes offenbar zusammengebrochen ist, funktionieren die Internetleitungen des Landes weitgehend uneingeschränkt.
Social Media ist dieser Tage der Kanal, der den Informationsfluss aufrecht erhält. Die weltweite Social Media Community, ein Heer von Privatpublizisten, springt ganz selbstverständlich in diese Lücke. Selbst Zeitungen wie die Zeit nutzen Twitter und Facebook als Informationsquellen. Der hohe technische Standard in Japan, insbesondere die Verbreitung von mobilen Geräten mit Internetzugang sorgt für eine unübersichtliche Flut an User-generated Content, also von Privatpersonen verfasste Inhalte. Viele Betroffene wollen sich mitteilen. Andere Social Media Nutzer liefern sich einen regelrechten Wettkampf, bei dem man sich gegenseitig mit den neuesten Horrormeldungen zu übertreffen versucht. Wir wollen an dieser Stelle allerdings ein Beispiel für nützliche Social Media Nutzung anführen, den Blogger Katsuyuki Ueno.
Der Ein-Mann Social Media Sender
Fast ununterbrochen kann man Katsuyuki “Katz” Ueno via Webcam vor seinem Rechner bei der Arbeit zusehen. Dem japanischen Blogger reichen wenige PC’s, ein Microfon, eine Webcam, ein TV-Empfänger und sechs Social Media Accounts um fast rund um die Uhr eine Art Livestream Katastrophen TV zu betreiben. Nur für kurze Schlafpausen geht der Yokosonews Livestream offline. Über Twitter, Facebook, Skype, My Space, Ustream und einen Email-Account sammelt Ueno die neusten Nachrichten aus dem Katastrophengebiet und bereitet sie auf englisch für die ganze Welt auf. Wie viele Andere traut er dem Wahrheitsgehalt der staatlichen NHK-Nachrichten nicht. Deshalb gibt Ueno ungefiltert Warnungen zu Nachbeben oder anderen akuten Bedrohungen weiter, lässt Betroffene und Suchende über eine Skype-Schaltung oder über Chat zu Wort kommen. Seine Informationen bezieht er über sein Social Media Netzwerk. Einige ehrenamtliche Helfer stehen ihm bei der Informationssuche zur Seite. Es liegt auf der Hand, dass der Ein-Mann-Sender nicht die journalistischen Kriterien erfüllen kann, die man an reguläre Publikationen anlegen würde, auch sind nicht alle Meldungen brandaktuell und lupenrein nachprüfbar. Katz Ueno leistet aber einen wichtigen Beitrag, zumindest einen rudimentären unabhängigen Nachrichtenfluss zu garantieren und zu koordinieren.
Der Nutzen von Social Media II: Humanitäre Hilfe
Weitaus wichtiger als die Neugier der verschreckten Weltöffentlichkeit zu stillen, ist im Moment die direkte Hilfe für die Opfer. In dieser Hinsicht ist Social Media zu einem fast unverzichtbaren Bestandteil der humanitären Hilfe geworden. Zunächst hilft Social Media, die Arbeit der vielfältigen Hilfsorganisationen zu erleichtern und koordinieren. Zum zentralen Medium dafür ist der kenianischen Streetmap Dienst Ushahidi (“Zeuge”) geworden. Ursprünglich wurde er 2008 während der Unruhen nach den kenianischen Wahlen zu Dokumentationszwecken eingesetzt, aber auch schon beim Erdbeben in Haiti genutzt. Durch SMS-Informationen tausender Betroffener kann die Katastrophe minutiös dokumentiert werden. Über ein Crowdsourcing-Verfahren werden Informationen über Vermisste gespeichert, die für die Öffentlichkeit abrufbar sind. Außerdem nutzen humanitäre Hilfsdienste die Crowd-Maps um ihre Einsätze zunächst auf die am schlimmsten betroffenen Gebiete zu konzentrieren. Darüber hinaus findet man aber auch Wetterinformationen oder Neuigkeiten über die Strahlungslage. Die Ushahidi-Informationen werden zum Teil in die Übersichtskarten verschiedener Geodatenunternehmen eingespeist und liefern nebenbei der Wissenschaft einen wertvollen Dienst, zum Beispiel für die Prognose weiterer Nachbeben.
Crwod-Map von Ushahidi
Nutzen von Social Media III: Fundraising
Einen weiteren wichtigen Beitrag zur Katastrophenhilfe leisten Social Media Anbieter mit dem Sammeln von Spenden. Die Spendenplattform Causes beispielsweise konnte nach eigenen Angaben bereits 140 Millionen Spender mobilisieren, die zusammen 30 Millionen Dollar für die Erdbebenopfer locker machten. Ein Großteil kam direkt über Facebook, beziehungsweise eine Facebook App zustande. Der Online-Spielhersteller Zynga (bekannt durch Facebook Anwendungen wie Farmville oder Mafia Wars) hat schon 2010 auf Haiti bewiesen, dass er effizient Spendengelder auftreiben kann. Durch den Verkauf von virtuellen Gütern in Farmville und anderen Online-Spielen, will Zynga über die Facebook Anwendungen mindestens 2 Millionen Dollar Spenden auftreiben.
Die Liste von Social Media Besipielen ließe sich noch beliebig erweitern. Unter dem Strich lässt sich sagen, dass Social Media eine bedeutende Rolle bei der Krisenbewältigung in Japan spielt, die Weltöffentlichkeit zur Spendenbereitschaft mobilisiert und mit Informationen versorgt.
Was, liebe Leser, denkt ihr darüber? Kommentare erwünscht.
Die Herkunft der Bezeichnung "Oscar" für die Statue ist umstritten.
In der Nacht von Sonntag auf Montag feierte sich Hollywood bei der 83. Oscar Verleihung selbst. Die Veranstalter gaben sich jung und hip, starteten eine Social Media Offensive mit Facebook, Twitter, Apps & Co. Wir haben uns angeschaut wie das genau aussah und ob es funktionierte.
Social Media hält Einzug in Oscar Verleihung
Die Schauspieler James Franco und Anne Hathaway moderierten die diesjährige Oscar Verleihung. Franco, dessen Leistung in 127 Hours nebenbei für den Oscar der besten männlichen Hauptrolle nominiert war, kam schon zur Eröffnung der Show mit gezücktem Smartphone auf die Bühne. Auf seiner Facebook Fanpage postete er im Laufe des Abends zahlreiche Handyvideos mit Einblicken hinter die Kulissen. Auf den offiziellen Facebook und Twitter Profilen der Academy wurden im Laufe des Abends die Oscar Preisträger parallel zur Sendung veröffentlicht.
Social Media ermöglicht Diskussion über Oscar Verleihung in Echtzeit
Nicht nur die Hosts und Verantwortlichen twitterten und facebookten von und über die Oscar Verleihung. Schon im Vorfeld versuchten Analysten anhand von Twitter Trends die Preisträger zu bestimmen. Bei zwei der drei größten Awards lagen sie sogar richtig. Ein Social Media Trend, der schon bei den Golden Globes und beim Super Bowl ersichtlich war, setzte sich nun auch bei der Oscar Verleihung fort: Social Media wird zum Second Screen. TV-Shows werden in Echtzeit in Social Media diskutiert. TweetReach zählte fast 1,3 Millionen Tweets zum Thema Oscar Verleihung. Hierzu wurden 20 relevante Begriffe und Hashtags untersucht. Fast 400.000 Twitter Nutzer tauschten sich während der Show aus. Zweimal wurde während der Übertragung das Hashtag #Oscar eingeblendet. Ein Anstieg der Tweets ist auch darauf zurückzuführen. Zu Hochzeiten wurden fast 12.000 Tweets in einer Minute abgeschickt.
Fazit
Die Zahlen klingen groß und definitiv wurde Online über die Oscar Verleihung geredet. Der Versuch die Veranstaltung dank Social Media jünger und hipper zu gestalten ist trotzdem gescheitert. Allein weil die Oscar Verleihung sich leidlich für Social Media eignet: Die meisten Gewinner stehen im Vorfeld bereits fest, das ganze Event ist vorhersehbar und “Skandale”, ein wichtiger Aspekt in Social Media, können durch die knapp zeitversetzte Ausstrahlung noch geschnitten werden. Die Social Media Diskussion rund um die Oscar Verleihung blieb so hinter den Erwartungen zurück. Zum einen sind die wahren Twitter Stars eher Musiker als Schauspieler. Lady Gaga und Justin Bieber haben die meisten Follower. Zum anderen hatte der Super Bowl ganz andere Maßstäbe gesetzt: Zum Ende des Spiels wurden mehr als 4.000 Tweets pro Sekunde versandt.
Am 20. Februar finden in Hamburg vorgezogene Bürgerschaftswahlen statt. In den USA gehört Social Media mittlerweile zum guten Ton. Wie sieht es aber hierzulande mit dem Einsatz von Social Media Kampagnen aus? Der Auftakt des Wahljahres 2011 ist für Netz-Reputation.de Anlass, einen Blick auf die Social Media Kampagnen der deutschen Parteien werfen.
Die Ausgangslage
Nachdem Ole van Beust im vergangenen Jahr seinen Rücktritt als Oberbürgermeister bekannt gab, dauerte es keine hundert Tage bis die schwarz-grüne Koalition auseinanderbrach und Neuwahlen angekündigt wurden. Die kurze Vorbereitungszeit im Vorfeld der Wahlen stellt die Parteien vor große Herausforderungen. Wer hat im Bereich Social Media Kampagnen seine Hausaufgaben gemacht? Dafür hat Netz-Reputation.de die Parteien und Kandidaten hinsichtlich ihrer Nutzung der wichtigsten Social Media Kanäle überprüft: Gehören Facebook, Twitter und YouTube schon zum handwerkszeug deutscher Parteien?
Social Media Kampagnen der Spitzenkandidaten
Online-Olaf vs. Christoffline: Beim direkten Social Media Vergleich zwischen Olaf Scholz (SPD) und Christoph Ahlhaus steht der Sieger schnell fest: Olaf Scholz gibt sich äußerst Internet-affin. Der ehemalige Bundesminister für Arbeit und Soziales pflegt sehr gewissenhaft und zum Teil mit sehr privaten Einblicken sein Facebook-Profil. Regelmäßige Twitter-Updates gehören ganz selbstverständlich zu seiner Social Media Kampagne. Auch die Genossen von der SPD lassen auf ihren Social Media-Profilen keine Gelegenheit aus, Scholz im Zusammenhang mit den Hamburger Wahlen zu platzieren. Auch auf Youtube präsentiert er sich mit dutzenden von Wahlkampfvideos. Bei der SPD scheint Social Media bereits ein etablierter Kommunikationskanal zu sein.
Social Media affin: Olaf Scholz ganz privat auf Facebook
Bei der CDU, wo man von Social Media noch als “Neue Medien” spricht, tut man sich mit einer umfassenden Social Media Kampagne noch schwer. Ahlhaus, dessen Bekanntheitsgrad geringer ist, als der von Scholz, scheint den Social Media-Kanälen nicht ganz zu trauen. Er verfügt über keinen Facebook-Auftritt, auf Twitter sucht man Ahlhaus vergeblich. Auch bei YouTube finden sich keine aktuellen Beiträge zur Wahl. Einzig über den Auftritt der Hamburger CDU bei Facebook erfährt der Social Media Konsument von Ahlhaus’ politischen Absichten. Mit dieser Social Media Kampagne wird sich Ahlhaus schwer tun, seine online Reputation zu verbessern. Wie sieht es dazu im Vergleich bei den anderen Parteien und Kandidaten aus? weiterlesen »
Der Auftakt der Social Web Breakfast Reihe 2011 in München fand in wahrhaft winterlicher Atmosphäre in der Lounge des Mathäser-Kinos statt. Gut besucht und gut gestärkt vom gemeinsamen Frühstück bekamen die Teilnehmer einen interessanten Case der Firma Datev geboten. Die Nischenbranche Dienstleister für Steuer-IT lässt nicht unbedingt einen Social Media-affinen Auftritt erwarten. Das Unternehmen Datev, dem viele mindestens einmal im Monat auf ihrer Gehaltsabrechnung begegnen, beweist das Gegenteil: Ein Blick auf die Webseite verrät, dass das Thema Social Media bei Datev groß geschrieben wird. Neben den Pflichtkanälen Xing und Facebook, betreibt Datev auch die gesamte Kür: Twitter,You Tube, Flickr, Mister Wong – überall sind die Steuer-ITler aus Nürnberg zu finden. weiterlesen »
Der 9. Twittwoch in München stand im Zeichen der Lockerung fester Strukturen. Das lag zum einen am ausgeschenkten Glühwein und zum anderen an den Vortragsthemen. Dr. Richard Heigl von Hallo Welt erläuterte den Twittwoch München Teilnehmern, wie sich Unternehmen wandeln müssen, um zum Enterprise 2.0 zu werden. Ein „Unternehmen 2.0“ nutzt Software, die die Kommunikation nach innen und außen unterstützt, für Wissensmanagement und Projektkoordination. Kerstin Seeger und Christopher Korn aus dem Bereich IT der Landeshauptstadt München stellten das Projekt MOGDy – Der Munich Open Government Day vor. Mit MOGDy öffnet sich die Stadt dem digitalen Zeitalter. Zum Abschluss erzählte Joachim Graf, Herausgeber von iBusiness, den Gästen des Twittwoch München, welche 13 1/3 Dinge er an Twitter nicht mag.
Kernthesen des Enterprise 2.0-Vortrags beim 9. Twittwoch München: Business inside-out mit Open Source
Unternehmenskommunikation mit einem Kanal funktioniert heute nicht mehr. Jetzt muss es viele Kanäle und viele Kommunikatoren geben.
Im Enterprise 2.0 verändert sich die Grenze zwischen innen und außen, weil die Mitarbeiter selbst einen Teil der Kommunikation übernehmen. Sie sind Teil des modernisierten Marketing- und Vertriebsprozesses.
Daraus folgt, dass die Unternehmenskommunikation weniger steuerbar ist. Umso wichtiger ist es meiner Ansicht nach, den Mitarbeitern ihre Verantwortung bewusst zu machen und ihnen Richtlinien in Form einer Social Media Policy an die Hand zu geben.
Dr. Richard Heigl
Die Bedingungen für ein Enterprise 2.0 sind die Steigerung von Fehlertoleranz und die Möglichkeit der Diversifikation. Letzteres bedeutet, dass unterschiedliche Herangehensweisen z.B. von verschiedenen Filialen erlaubt sind.
Für viele Unternehmen ist das ein sehr großer und schwerer Schritt. Er erfordert einen Kulturwandel: Weg von Kontrolle hin zu Vertrauen in die Mitarbeiter und Offenheit, meine ich. Weil sich dieser Wandel nicht auf einmal vollzieht, sollten Unternehmen klein anfangen. Sie sollten erst z.B. mit einem internen Wiki beginnen, dann ein Blog aufsetzen usw. Hier gebe ich Heigl recht. weiterlesen »
Thomas Pfeiffer, Veranstalter des Münchner Twittwochs, ist offenbar sehr mutig. Auf einem Event names Twittwoch einen Redner zu stellen, der darlegt, warum er Twitter hasst, erfordert Chuzpe. Genau darüber nämlich spricht Joachim Graf. Der iBusiness-Herausgeber stellt auf dem 9. Twittwoch München sein neues Buch vor: ”Erst hat man kein Glück und dann kommt auch noch Pech dazu”. Den Twitterati erzählt er von den 13 1/3 Dingen, die er an Twitter hasst. Außerdem spricht Dr. Richard Heigl über Open Source Anwendungen und wie diese Arbeitsprozesse in Unternehmen verändern können.
Ein interessantes Projekt stellt die IT Abteilung der Landeshauptstadt München vor: MOGDy. Der Munich Open Government Day ermöglicht es Bürgern, Ideen zur Zukunft des digitalen München zu entwickeln. Das Online-Projekt läuft mehrere Monate und will zentrale Fragen der digitalen Stadtverwaltung und Bürgerbeteiligung klären.
Versicherungen und Social Media – passt das zusammen? Dieser Frage näherten sich beim Social Media Club München zwei Repräsentanten der Versicherungsbranche: Markus Walter, Social Media Communicator der Allianz Deutschland AGund Andreas Bode, Vorstand der R+V Direktversicherung AG.
Beide Versicherungen sind seit 2009 im Social Web vertreten und stehen vor den gleichen Herausforderungen:
Widerstände im eigenen Unternehmen abbauen und Kollegen davon überzeugen, dass auch die eher konservative Versicherungsbranche in Social Media präsent sein muss.
„Unsexy“ Inhalte – so der Tenor beider Referenten beim Social Media Club – für das Web 2.0 hübsch bzw. interessant machen.
Nähe zur Zielgruppe der Digital Natives schaffen, die sich bisher wenig mit Versicherungen befasst hat.
Social Media Club: Probieren geht über Studieren
Herr Walter und Herr Bode überzeugten die Teilnehmer des Social Media Clubs, dass das Prinzip des Social Webs perfekt zur Versicherungsbranche passt. Die Allianz stehe dafür, dass ihre Vertreter in direktem Kontakt mit der Zielgruppe sind, im Ortsverein, beim Stammtisch, beim Hausbesuch. Genossenschaften wie die R+V Versicherung AG seien sogar der Ursprung von Social Media (jeder hilft jedem), so Bode. Die Basis ist also vorhanden. Jetzt geht es um die Umsetzung. Für beide heißt das: Ausprobieren! Bode von R+V Direktversicherung geht sogar noch weiter: Wir wissen noch nicht, was wir von Social Media haben. Aber wir wissen, dass wir Nichts haben, wenn wir nicht dort sind. weiterlesen »
PR-Fachleute wissen um die Wichtigkeit von Social Media. Viele sehen die neuen Plattformen aber immer noch als große Herausforderung der nächsten Jahre an. Das ergab die Studie PR-Trendmonitor 2010 von news aktuell und Faktenkontor. Mehr als 2.000 PR-Fachkräfte wurden zur aktuellen Gemütslage der Branche befragt. Nun liegen die Ergebnisse vor. Interessant: Obwohl Social Media in aller Munde ist, haben sich Agenturen und Unternehmen bis jetzt nur bedingt mit dem Thema beschäftigt.
Social Media ist DIE große Herausforderung
Social Media stellt für knapp zwei Drittel der Beschäftigten in der PR noch immer die größte Herausforderung in ihrer Arbeit dar. Nur wenige Mitarbeiter in Pressestellen und Agenturen hatten Social Media bis vor kurzem auf dem Schirm, schaut man sich die Umfrageergebnisse des letztjährigen Trendmonitors an. Mittlerweile ist es das Thema Nummer eins, noch vor der personellen Ausdünnung der Redaktionen und dem Liefern von Erfolgsnachweisen. Social Media is here to stay – und die PR-Branche hat das erkannt. Ob sie die Kommunikation auf den neuen Plattformen auch beherrscht, wird sich zeigen.
Agenturen und Unternehmen noch nicht umfassend in Social Media involviert
Der Ernst der Lage scheint erkannt, allein an der Umsetzung hapert es noch. 30 Prozent der Unternehmen, die von den Befragten betreut werden, sind in keiner Social Media Plattform zu finden. Das Gleiche gilt für ein Viertel der PR-Agenturen. Zumindest die Hälfte aller Unternehmen haben ein offizielles Profil auf XING. Auch Facebook und Twitter sind mit durchschnittlich 40 Prozent in Agenturen und Unternehmen bereits häufig zu finden. Leider wurde nicht gefragt, inwieweit PR-Agenturen zukünftig Social Media nutzen wollen. Dabei wird Social Media voraussichtlich wichtiger werden, insbesondere für die Online Reputation. Auch über die Agenturen, nicht nur über ihre Kunden, wird online gesprochen – mit oder ohne ihre Beteiligung.
Anbei noch die Ergebnisse des PR-Trendmonitors 2010.
Barack Obama setzte mit seiner Präsidentschaftskampagne 2008 neue Maßstäbe. Sie war nicht nur die teuerste aller Zeiten, sondern setzte als erste zu großen Teilen auf Social Media. Am Dienstag wurde das gesamte Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats gewählt. Social Media spielte auch dieses Jahr wieder eine große Rolle. Im Wahlkampf setzten viele Politiker auf Twitter & Co. In der anschließenden Berichterstattung hieß der Trend Augmented Reality. Ein Überblick.
Twitter Follower Indikator für Wahlsieg?
Neben Senat und Repräsentantenhaus stand in 37 der 50 Staaten auch der Gouverneursposten zur Wahl. Wired.com untersuchte 34 der Duelle. Drei Staaten hatten zu diesem Zeitpunkt noch keinen Gewinner, konnten also nicht berücksichtigt werden. Wired fand heraus, dass 22 der Gewinner mehr Twitter Follower hatten als ihr Konkurrent. Das sind satte 65 Prozent der Sieger. Diese Zahlen alleine lassen freilich noch keinen Schluss zu, inwieweit Twitter und Social Media zum Wahlkampf taugen. Aber sie sind ein erster Indikator für ein bevorstehendes Wahlergebnis: Wer im Internet die Wähler hinter sich bringt, findet Gehör, muss aber auch überzeugen. weiterlesen »
Häufig wird auf die “Kostenlos-Kultur” im Internet geschimpft. Eine Lösungsmöglichkeit ist Micropayment, also das Bezahlen für Content in Kleinstbeträgen. Neue Dienste wie Flattr bieten genau das im Internet an. Und sie werden genutzt! Die Bereitschaft für Inhalte im Internet zu zahlen, scheint durchaus gegeben. Aber, was können diese Dienste leisten?
Micropayment mit Flattr
Flattr scheint der vielversprechendste Dienst zu sein. Der Micropaymentservice aus Schweden startete Anfang des Jahres. Als Nutzer zahle ich für jeden Monat einen selbstbestimmten Betrag auf mein Flattr-Konto. Finde ich auf teilnehmenden Seiten Content, den ich unterstützen möchte, klicke ich auf einen Flattr-Button. Flattr bedient sich hierbei eines ähnlichen Systems wie Facebook mit ihrem Like-Feature. Am Ende des Monats wird das Geld gleichmäßig auf alle von mir geflattrten Blogbeiträge, Videos etc. aufgeteilt. Noch befindet sich der Micropaymentdienst Flattr in der Betaphase, d.h. noch können nur ausgewählte Content-Produzenten Flattr auf ihrer Seite einbinden. Blogger, Musiker & Co. können sich hierzu auf der Website von Flattr auf eine Warteliste eintragen. Danach können sie den Flattr-Button auf ihrer Seite integrieren. Sie erhalten dann die Einzelbeträge, die User für ihren Content bezahlen wollen. Flattrs Anteil beträgt bei jeder Transaktion 10 Prozent. weiterlesen »