Julian Assange, Kopf der Whistleblower Plattform Wikileaks, mag zwar unter Hausarrest stehen, untätig ist er deswegen nicht. Letzte Woche nahm die Gruppe die Firma MasterCard mit einer Werbeclip-Parodie auf’s Korn. MasterCard, wie auch Visa und Paypal, verweigern die Auszahlung von Spendengeldern an Wikileaks über ihre Dienste.
Die Sparkasse sucht ein neues Testimonial und macht daraus kurzerhand eine Social Media Kampagne. Unter dem Motto “Giro sucht Hero” wird dazu ein Wettkampf ausgetragen. Die TV-Moderatoren Joachim “Joko” Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf messen sich in verschieden kuriosen Wettbewerben. Die Zuschauer stimmen ab, wer seine Sache besser macht. Joko und Klaas, bekannt u.a. aus MTV, sollen bei der jungen Zielgruppe das angestaubte Image der Sparkasse aufzufrischen. Giro sucht Hero funktioniert, weil die Wettkämpfe kurzweilig sind, diese die Dienste der Sparkasse perfekt einbinden und dank des professionellen Social Media Auftritts. Wir haben uns den Vorstoß der Sparkasse ins Social Media Marketing genauer angeschaut.
Social Media Marketing schon zu MTV-Zeiten
Joko und Klaas’ Show “MTV Home” war für viele der einzige Grund den einstigen Musiksender MTV noch einzuschalten. Im Stile der frühen Shows Stefan Raabs verband die Sendung Musik, Interviews mit interessanten Gästen und Unsinnsaktionen. Publikumslieblinge Joko und Klaas maßen sich regelmäßig in skurrilen Wettbewerben. Wer schreibt den besseren Rap-Song? Strip-Paintball oder Wer kann seinen Mageninhalt nach Brechmittelkonsum länger bei sich behalten? Bereits bei MTV Home funktionierte das Social Media Marketing. Mit über 300.000 Fans gehört die Show zu den meistgeliketen deutschen TV-Shows auf Facebook. Die Fans erhielten Previews auf die kommende Sendung. Bei der Zielgruppe Generation Facebook sind sie als Sparkassen-Testimonial prädestiniert.
Viele Jugendliche träumen von der perfekten Sweet 16-Party. Auch Thessa K. aus Hamburg wollte heute Abend mit ihren Freunden in ihren 16. Geburtstag reinfeiern. Auf Facebook lud sie zur Party ein. 15.000 User sagten zu, ihr Vater ab. Was ist passiert, dass nun ein privater Sicherheits-Dienst das Anwesen der Familie in Hamburg-Bramfeld schützen muss?
Die Geister, die ich rief…
In unserer Rubrik Status Flopper weisen wir regelmäßig auf die Gefahr unbedarfter Status Updates in sozialen Netzwerken hin. Ein ähnlicher Fehler ist Thessa unterlaufen. Anstatt die Veranstaltung auf Facebook als “privat” zu kennzeichnen, machte sie die Eventseite für alle Nutzer zugänglich. Adresse und Telefonnummer waren somit nicht nur für die von ihr eingeladenen Freunde sichtbar. Innerhalb kürzester Zeit sagten 15.000 Gäste zu. Die Eventseite wurde daraufhin gelöscht, ihr Vater verkündete in der Hamburger Morgenpost, die Party sei abgesagt. „Ein privater Sicherheitsdienst und die Polizei sind bereits involviert“, so Lutz K. Die Nachbarn dürften, dank des mangelnden Online Reputation Managements, trotzdem genervt sein.
„Ich feier am 03.06. in meinen Geburtstag rein. Kommen kann, wer will, aber bitte vorher Bescheid sagen!“
Bleibt abzuwarten, wie viele der “Gäste” heute Abend wirklich kommen. Dass bloße Fanzahlen nicht 1 zu 1 in Partizipation umrechenbar ist, hat beispielsweise die Demo-Reihe Pro Guttenberg gezeigt: zehntausende Sympathisanten hatten auf Facebook ihr Kommen angekündigt, erschienen sind einige Hundert. Die Internetgemeinde stellt auch hier wieder ihre Kreativität unter Beweis. Der Blog Thessas Sweet 16 sammelt den Facebook Content, auf YouTub findet sich eine Reihe Geburtstagslieder für Thessa:
Stefani Germanotta, alias Lady Gaga, ist seit kurzem laut Forbes die weltweit einflussreichste Prominente. Die meisten Medienschaffenden sind der Meinung, nur an ihrer musikalischen Performance liege das nicht. Lady Gaga gilt als Social Media Queen. Ihr Management beweist, dass gutes Online Reputation Management Gold wert sein kann.
Keiner hat so viele Social Media Fans
Lady Gaga
Heute drückt sich der Kampf um Popularität zwischen Popstars nicht mehr nur in verkauften Alben, Tourneeeinahmen oder Download-Zahlen aus. Auch die Social Media Präsenz auf Facebook und Twitter werden als Erfolgsindikatoren miteinbezogen. Und Social Media ist das Terrain von Lady Gaga. Ihr ganzes Leben ist eine Social Media Kampagne. Jeder Auftritt, jede Äußerung und jedes Foto wird von der gaga’schen Fangemeinschaft wie eine Reliquie aufgenommen. Selbst Charity-Aktionen werden gnadenlos ausgeschlachtet, ganz nach dem Motto “tu Gutes, aber sprich auch darüber!” In ihren zwei Kern-Social Media Kanälen Twitter und Facebook sprechen die Fanzahlen für sich: Mit 10,3 Millionen Followern ist sie auf Twitter die klare Nummer Eins vor Justin Bieber (9,67 Mio.) und Barak Obama (8,02 Mio.). Auf ihrer Facebook-Fanseite, ein Paradebeispiel einer Social Media Kampagne, haben über 35. Mio Menschen auf den Like-Button geklickt: Auch hier der absolute Fan-Rekord. Welche Social Media Strategie steht hinter dem Erfolg von Lady Gaga? weiterlesen »
Von Liken bis Followen – Social Media ist im Alltag angekommen. Facebook und Co. revolutionieren nicht nur die Sprache, sondern auch das alltägliche Leben. Mal eben Facebook checken oder die letzten News twittern, das nimmt einen immer größeren Teil des Tages ein. Problematisch dabei ist, dass Social Media deutliches Suchtpotential hat.
Social Media statt Real Life
In den USA checkt fast die Hälfte aller 18 bis 34-jährigen Facebook bereits direkt nach dem Aufstehen. Fast ein Drittel der Befragten besuchen mithilfe eines Smartphone das soziale Netzwerk sogar, bevor sie überhaupt das Bett verlassen. Immer mehr Menschen ziehen es vor, mit ihren Freunden zu chatten, anstatt sich zu treffen. Was absurd klingt, ist bereits Teil der Realität. Heute kommuniziert mehr als die Hälfte der Menschen (57%) öfter Online miteinander, als im Real Life.
Symptome für Social Media Sucht
Nicht nur im Mutterland der Social Media, den USA, wird das Suchtpotential der sozialen Netzwerke untersucht. Auch in Deutschland wird der steigende Konsum von Facebook und Twitter beobachtet. Die Social Media Experten von karrierebibel.de haben sich des Themas angenommen und augenzwinkernd eine Liste mit Symptomen für Social Media Sucht verfasst. Jeder, der auch mündlich im 140 Zeichen Stil kommuniziert ist danach der Twitter Sucht verfallen. Schließlich übernimmt er die Regeln des Micro-Blogging in die Realität. Gleiches gilt für alle, die sonntags keinen „Tatort“ mehr sehen können, ohne die Handlung parallel weiter zu twittern. Facebook-Addicts wiederum outen sich durch inflationären Gebrauch der Formulierung „I like“, um Wertschätzung auszudrücken. Gerne wird diese Äußerung noch mit einem hochgereckten „Facebook-Daumen“ kombiniert. Wer nirgendwo mehr hingehen kann, ohne bei Location Based Services wie Foursquare einzuchecken und in der eigenen Stadt weniger Sehenswürdigkeiten als kostenlose WLAN-Hotspots kennt, der ist vollends der Social Media Sucht verfallen. weiterlesen »
Das schöne Wetter und die damit einhergehende Leichtigkeit des Seins bergen jede Menge Gefahren für Status Flopper in sozialen Netzwerken. So auch die folgenden Updates, die so, im Hinblick auf die Online Reputation, keiner posten sollte:
18. Mai, 12:30 Uhr:
Amber*: uff, wieder zuhause … und jetzt drei tage blau )
18. Mai, 11:23 Uhr:
Lisl*: Schule… Laaaaaaangweilig <.< die Zeit vergeht halt einfach mal garnich
17. Mai, 14:56 Uhr:
Nadine*: Die Schule soll brennen.
16. Mai, 10:06 Uhr
Wilhelm*: So tun als ob ich lerne, DAS tu ich!
15. Mai, 23:49 Uhr:
Jonathan*: ich hab durch das blau machen viel im warte zimmer beim doktor durchs zeitschrift lesen gelernt.
An Facebook und Twitter kommt heute keiner mehr vorbei, darin ist sich die Kommunikationsbranche der Republik einig. Die Erkenntnis ist zwar da, doch es hapert an der Umsetzung. Dies zeigt der Social Media Trend Monitor der dpa-Tochter news aktuell. Gut 5.000 Fach- und Führungskräfte aus PR Agenturen, Pressestellen und Redaktionen wurden für den aktuellen „Social Media Trend Monitor 2011“ befragt. Das Fazit erstaunt: Nicht einmal ein Drittel der deutschen Unternehmen ist gut aufgestellt in Social Media. Daran hat sich seit dem Trendmonitor des Vorjahres nichts geändert.
Social Media – müsste man mal machen
Besonders in den Kommunikationsabteilungen von Firmen herrscht großer Nachholbedarf. Nur jede vierte Pressestelle fühlt sich in Sachen Social Media gut gerüstet. Für einen Profi hält sich sogar nur jeder zehnte Mitarbeiter in Presseabteilungen. Mit Social Media stehen den Unternehmen attraktive Kommunikationskanäle zur Seite – allein, sie nutzen sie nicht.
Dabei liegen die Vorteile sozialer Netzwerke auf der Hand. Mit Auftritten auf Facebook, Twitter und Co. geben Firmen ihrer Marke ein Gesicht. Mit Social Media Marketing können Firmen zudem neue und jüngere Zielgruppen ansprechen. Für die Zukunft stehen den Marketingabteilungen mit viralen Videos oder Facebook Kampagnen vielfältige Möglichkeiten zur Verfügung. weiterlesen »
Word-of-Mouth Marketing ist derzeit in der Werbe- und PR-Branche in aller Munde. Aber was genau ist Word-of-Mouth Marketing? Kurz gesagt: Die digitale Weiterführung eines alten Huts. Mundpropaganda mit anderen technischen Mitteln. Word-of-Mouth Marketing zu beherrschen ist eine Frage der Online-Reputation.
Woher kommt Word-of-Mouth Marketing?
Das Prinzip von Word-of-Mouth Marketing ist altbekannt: Mundprogaganda wird schon seit Menschengedenken betrieben. Schon immer haben sich Menschen über ihre Erfahrungen mit der Umwelt ausgetauscht, diesen Schmied oder jenes Saatgut empfohlen. Das Vertrauen in die Empfehlung eines uns bekannten Menschen ist natürlich höher als das eines uns Unbekannten. Es weckt Erwartungen. Wir gehen davon aus, dass unsere Bekannten uns nur empfehlen, was sie selber auch überzeugend finden. Word-of-Mouth funktionierte schon immer. Vorausgesetzt das empfohlene Produkt/Dienstleistung kann die geweckten Erwartungen erfüllen und man Leute kennt, an die man Empfehlungen weitergeben kann. An diesen Prinzipien hat sich bis heute im Wesentlichen nichts geändert. weiterlesen »
Seit gestern läuft die Comicverfilmung “Thor” in den deutschen Kinos. Für alle nordischen Mythologie- oder Comic-Neulinge: Donnergott Thor wird aus Asgard verbannt, dem Olymp für Germanengötter. Auf der Erde schickt er mit seinem Hammer reihenweise Gegner ins Walhall. Zu Promozwecken nahmen die Filmmacher nun den Mini-Darth Vader/VW-Spot auf die Schippe:
Seit gut einer Woche ist der Clip nun auf dem YT-Channel der Produktionsfirma und Comic-Verlags Marvel zu finden. Weit über 1 Million Mal wurde er bereits angeklickt. Mit dem Kinostart des Films hat er jetzt beste Chancen viral zu werden. In Erwartung der ersten Kritiken zahlt er zudem positiv auf die Online Reputation des Films ein.
Sehr schön auch die Liebe zum Detail: Das Nummerschild liest sich ASG-ARD, der Hund ist nach dem nordischen Feuergott Loki benannt. Auf dem Küchentisch steht eine Tasse von Stark Industries. Marvel-Superheld Iron Man ist im “echten” Leben Tony Stark, CEO seiner eigenen Waffenfirma.
Auch diese Woche haben wir für euch wieder lustige und bedenkenswerte Status Updates gefunden, die im Sinne einer positiven Online Reputation nicht unbedingt ihren Zweck erfüllen. Zumindest sollten die Arbeitgeber der Kommentatoren nichts von der wahren Meinung ihrer Mitarbeiter über sie mitbekommen:
14.April, 17:22 Uhr:
Falk*: Mein Chef sucht einen neuen mitarbeiter… mit folgender anzeige in der H.N.A…. Hochmotivierter Malerfacharbeiter bei schlechter Bezahl. u miesen Arbeitsbed. für sof. in KS gesucht….einer bock?
14.April, 16:56 Uhr:
Ilka*: Warum ich meinen Chef immer Blinddarm nenne? Weil er genauso reizbar und überflüssig ist!
14.April, 13:53 Uhr:
Walter*: Wollen Sie meinen Chef sprechen oder jemanden der sich auskennt?
13.April, 17:41 Uhr:
Timea*: so freunde der leichten unterhaltung… jetzt gehts ab nach draußen…ich vermute unser chef wirds uns mal wieder schön dreckig besorgen…das wird ein spaß
11. April, 11:37 Uhr:
Bernie*: Gott sieht alles, hört alles und weiß alles! Mein Chef sieht nichts, hört wenig und weiß alles besser!
10.April, 14:03 Uhr:
Derya*: Scheiss Praktikumsbericht machen…Gottseidank hab ich die Unterschriften-Vorlage vom Chef gefunden. hehe!