Pinterest schlägt derzeit über’m Teich große Wellen. Hierzulande noch kaum genutzt, ist die Social Media Sharing Plattform in den USA der neueste Hit. Die “virtuelle Pinnwand” lässt User Bilder aus dem Internet sammeln und mit anderen teilen. Pinterest bricht Nutzerrekorde, und setzt dabei auf von Social Media noch kaum erschlossene Zielgruppe: junge, gutverdienende Frauen aus dem konservativen Mittleren Westen.
Pinterest: Visual Bookmarking
Social Media Plattformen, um Bilder zu teilen, gibt es bereits einige. Flickr, Instagram & Co. setzen aber auf User Generated Content. Dort stellen Nutzer in der Regel selbst erstellte Bilder und Fotos ein. Auf Pinterest treten die Nutzer vielmehr als Kuratoren auf. User legen virtuelle Pinnwände zu beliebigen Themen an. Bilder die sie im Internet finden, können sie auf ihre Pinnwand hochladen und “anpinnen”.
Pinterest bietet die handelsüblichen Social Media Funktionen: Fotos können kommentiert und auf anderen Pinnwänden weitergepinnt werden. Nutzer können anderen Nutzen oder ganzen Pinnwänden folgen, oder Inhalte auf Facebook und Twitter teilen. Simpelste Funktionen, die aber User anziehen, wie keine eigenständige Social Media Seite je zuvor. Worin liegt also der Reiz von Pinterest? Da ich selbst noch auf der Warteliste stehe, kann ich nur Eindrücke Dritter wiedergeben: Auf GeekMom ist der Tenor, dass Pinterest, in der sonst von Diskussionen überladenen Social Media Welt, einen ruhigen Gegenpol bildet. weiterlesen »
Der Super Bowl – nicht nur aus sportlicher Sicht jedes Jahr ein absolutes Mega-Event. Auch die Werbebranche hat das Finale der amerikanischen Football-Profiliga für sich entdeckt. Jahr für Jahr übertrumpfen sich die Unternehmen mit noch kreativeren, witzigeren oder außergewöhnlicheren Spots während den Werbepausen. Und dafür greifen sie tief in die Tasche: abgesehen von den oft sehr hochwertig produzierten und damit überdurchschnittlich teuren Werbespots zahlen Unternehmen für die Ausstrahlung eines 30-Sekünders bis zu drei Millionen US-Dollar.
Owen Hargreaves verbrachte in den letzten Jahren mehr Zeit in Operationssälen, als auf dem Fußballplatz. Zum Ende der letzten Saison lief sein Vertrag beim englischen Rekordmeister Manchester United aus, die beiden Parteien konnten sich nicht auf eine Verlängerung einigen. Auf der Suche nach einem neuen Verein, nutzte Hargreaves Social Media. Der ehemalige englische Nationalspieler lud rund zwei Dutzend Videos auf YouTube hoch, mit dem Ziel, potentielle Arbeitgeber von seiner Fitness zu überzeugen. Mit Erfolg: Vor kurzem unterschrieb er einen neuen Vertrag – beim Stadtrivalen.
Dank Social Media Marketing zum neuen Vertrag.
Lange Bank statt Fußballplatz
So sah man ihn bei United selten: auf dem Platz.
In die Fußballgeschichte dürfte Owen Hargreaves als einer der Spieler seiner Generation eingehen, die am wenigsten aus ihrem Talent gemacht haben. Allerdings liegt das nicht an Partyexzessen, sondern an seiner Verletzungsanfälligkeit. Der gebürtige Kanadier, mittlerweile 30, konnte sein Potential nie auch nur ansatzweise ausschöpfen. In der darbenden englischen Fußballwelt war der technisch beschlagene Spieler einer der wenigen Hoffnungsschimmer. Verletzungen warfen ihn aber immer wieder zurück. Bei Manchester United brachte er es in den letzten zwei Spielzeiten auf ganze elf (!) Einsatzminuten. Die Vereinsoberen boten ihm einen stark leistungsbezogenen Vertrag an, Hargreaves lehnte ab und entschloss sich für Social Media Marketing.
YouTube als Spielervermittler
Mit 23 Videos demonstrierte er auf seinem YouTube-Kanal seine Fitness. Die ein- bis zweiminütigen Clips zeigen ihn bei komplizierten Koordinations-, Konditions- und Kraftübungen. Nun lässt sich vortrefflich darüber streiten, ob das neureiche Manchester City dem übermächtigen Stadtrivalen United mit dieser Verpflichtung nur eins auswischen wollte. (Es wäre nicht das erste Mal.) Die YouTube-Videos haben aber vielleicht einen Anteil an der Verpflichtung: Hargreaves spielerische Qualitäten standen nie in Frage, lediglich seine Physis. Ob er bei City zu mehr Spielanteilen kommt, wird die Zeit zeigen. Gerade im zentralen Mittelfeld sind die Citizens überbesetzt. Vielleicht entpuppt sich Hargreaves auch als Königstransfer.
Gesichtserkennung soll das Taggen auf Facebook erleichtern
Die Gesichtserkennungs-Software "identifiziert" Gesichter
Sie sollte eigentlich nur das Taggen auf Fotos vereinfachen. Doch die automatische Gesichtserkennung wurde von vielen nicht als Hilfe, sondern als störend empfunden. Die Keyphrase „Facebook Gesichtserkennung deaktivieren“ erzielt bei Google fast 5 ½ Millionen Suchergebnisse.
Ob hilfreiches Tool oder nervendes Feature- wer weiter denkt stößt unwillkürlich auf die Frage: Wie viel Anspruch auf mein eigenes Gesicht habe ich? Kann bald jeder anhand eines Schnappschusses von mir meine persönlichen Informationen einsehen?
Identifikation mit Hilfe von Gesichtserkennung ist technisch möglich
Technisch sei das bereits möglich, sagen die Forscher Alessandro Acquisti, Ralph Gross und Fred Stutzman. Die Wissenschaftler der Carnegie Mellon University haben jetzt mit Hilfe der Software pseudonyme Nutzer eines Flirtportals identifiziert. Ganz simpel, durch einen Abgleich mit Facebook-Profilfotos, ermittelten sie die echten Namen der User. Das Experiment der Forscher zeigt die einfache technische Umsetzbarkeit von Informationsbeschaffung mit Hilfe von Gesichtserkennung und rückt Augmented Reality-Zukunftsszenarien in greifbare Nähe. Schluss mit Pseudonymen, beschönigten Angaben und dem Schutz durch Anonymität.
Experimente mit Gesichtserkennungs-Software: Augmented Reality rückt näher
Die vorläufigen Forschungsergebnisse der Gesichtserkennungs-Experimente machen deutlich: Es ist nur eine Frage der Zeit, nicht der technischen Möglichkeit, bis Gesichtserkennung in unseren Alltag einzieht. In ihrem Experiment glichen Acquisti und Gross unter Pseudonymen geführte Flirtportal-Profile mit öffentlich zugänglichen Facebook-Profilen ab. Eine Standard-Gesichtserkennungssoftware untersuchte 5818 Profile von Mitgliedern einer Stadt in Nordamerika auf Übereinstimmungen. Zu 13,9 Prozent der Datingprofile fand die Software ein Facebook-Profil mit einem ähnlichen Portraitfoto. Um an die Profilbilder und Namen zu kommen, muss man nicht eingeloggt sein: Sie werden von Facebook immer als öffentlich behandelt und sind für jeden Internetnutzer zugänglich. Erstaunlich ist dabei, dass das vielen Facebook-Usern nicht bewusst ist. Nach der Studie von Acquisti und Co. benutzen 84% der Befragten ein echtes Foto von sich als Profilbild.
Profilfotos auf Facebook sind öffentlich – perfekte Datenbank für Gesichtserkennungs-Software
Unser Gesicht ist nicht nur Erkennungsmerkmal, sondern unmittelbarer Teil unserer Identität. Nicht nur im echten Leben sind alle Informationen über uns damit verknüpft – auch Informationen des Facebook-Profils sind untrennbar an unsere Gesichtszüge gebunden. Profile auf Social Media Plattformen sind Spiegel unserer Identität im Netz. Soziale Netzwerke, Beziehungen und mehr lassen sich abbilden, organisieren, verändern. Doch bisher konnten wir selbst entscheiden, wie viel wir preisgeben wollen und wer welche Informationen über uns hat. Der Chef bekommt eine andere Seite der Persönlichkeit zu sehen, als vielleicht der beste Freund – vorausgesetzt man weiß die Facebook-Privatsphäre-Einstellungen zu bedienen. Wir hatten die Wahl (und den Reiz), unser ‚wahres‘ Gesicht zu zeigen oder nicht.
Augmented Reality ist das Aus für Anonymität
Unsere Anonymität, sowohl auf offener Straße, als auch im Internet, wird immer mehr eingeschränkt wenn Online- und reale Welt zunehmend verschmelzen. Augmented Reality nennt sich die Vision einer online-gestützten, erweiterten Realität, in der Internet vollständig in den Alltag integriert ist. Online-Informationen sind jederzeit von jedem in Echtzeit abrufbar. Wann kommt die nächste Bahn und kann ich gleich ein Ticket kaufen? Welche gemeinsamen Freunde habe ich mit dem Menschen, der mir in der Bahn gegenübersitzt? Wie heißt das Gebäude an der Straßenecke und wer wohnt darin? Augmented Reality soll das Leben der Nutzer vereinfachen – und bietet dabei eine neue, extensive Plattform für B2C- und B2B-Kommunikation. Für Datenschützer ist diese rund-um-die-Uhr-Informationsflatrate ein rotes Tuch. Ein „gläserner Bürger“, der schon mit Hilfe einer einfachen iPhone-App jederzeit identifiziert werden könnte? Augmented Reality stellt alles bisher Dagewesene in den Schatten – die Google Street View Debatte war ein Vorbote und lässt erahnen, auf welchen Widerstand Entwickler stoßen werden. “Die automatische Gesichtserkennung ist ein schwerer Eingriff in das informationelle Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen”, sagt Hamburgs Landesdatenschützer Johannes Caspar.
Augmented Reality mit Gesichtserkennung massentauglich gemacht
Die Idee von Augmented Reality ist nicht neu und auch Gesichtserkennungs-Softwares werden bereits von Facebook, Apple und Google auf ihren Foto-Plattformen extensiv eingesetzt. Warum also jetzt die Studie?
„Indeed, in recent times, Google has acquired Neven Vision, Riya, and PittPatt and deployed face recognition into Picasa. Apple has acquired Polar Rose, and deployed face recognition into iPhoto. Facebook has licensed Face.com to enable automated tagging. So far, however, these end-user Web 2.0 applications are limited in scope: They are constrained by, and within, the boundaries of the service in which they are deployed. Our focus, however, was on examining whether the convergence of publicly available Web 2.0 data, cheap cloud computing, data mining, and off-the-shelf face recognition is bringing us closer to a world where anyone may run face recognition on anyone else, online and offline – and then infer additional, sensitive data about the target subject, starting merely from one anonymous piece of information about her: the face.”
Augmented Reality UND angemessener Datenschutz – geht das?
Die Forscher arbeiten momentan an einer Smartphone-App, die zu einem aufgenommenen Foto Informationen aus dem Web liefert. Die Online-Riesen sind mit ihren Zukäufen im Bereich Gesichtserkennungs-Software bestens ausgerüstet. Wir steuern schnellen Schrittes auf eine erweiterte Realität zu – so weit, dass jeder sofort alles über uns herausfinden kann. Nicht nur für Datenschützer ist das eine beängstigende Vorstellung. Natürlich ist niemand gezwungen, online Informationen preiszugeben. Nüchtern betrachtet ist es heutzutage und in Zukunft aber unrealistisch, ausschließlich offline unterwegs zu sein. Wie können wir uns also schützen? Im Netz kursieren bereits Schminktipps, die die Gesichtszüge anders erscheinen lassen sollen; es wird dazu geraten, das Profilbild leicht zu verzerren um den Algorithmus der Software auszutricksen; besorgte Mütter rufen zum Facebook-Boykott auf. Von begründeten Bedenken ist es im Netz – dem Schneeballeffekt sei Dank –ein kurzer Weg zur Paranoia-artige Panikmache. Die Wissenschaftler sagen: Umkehren geht nicht. Vielmehr muss nun nach neuen Lösungen gesucht werden.
„There is no obvious answer and solution to the privacy concerns raised by widely available face recognition and identified (or identifiable) facial images.
Other than adapting to a world where every stranger in the street could predict quite accurately sensitive information about you […], we need to think about policy solutions that can balance the benefits and risks of peer-based face recognition.“
Markus Persson, im Internet besser bekannt als “Notch”, sorgt derzeit in Spieleentwicklerkreisen für Aufregung. Die kleine Firma des Schweden befindet sich in einem Lizenzstreit mit Bethesda, einem führenden Studio der Branche. Das Aushängeschild der Amerikaner ist die Rollenspiel-Reihe “The Elder Scrolls”. Perssons Studio Mojang arbeitet derzeit am neuen Titel “Scrolls”. Bethesda stört sich an der Nähe der Namen, droht nun mit rechtlichen Schritten. Auf seinem Blog forderte Persson den Branchenriesen nun zum virtuellen Duell.
Selfmade Millionär
Der Aufruf zieht bereits seine Kreise, Persson ist in der Branche kein Unbekannter. Im Gegenteil: Der Schwede entwickelte im Frühjahr 2009 eines der erfolgreichsten Independent Videospiele aller Zeiten – und das im Alleingang. In Minecraft gestalten Spieler in einer Art Lego-Baukasten-Modus ihre eigene Spielewelt. Die krude Würfelgrafik trägt zum Charme des Spieles bei. Das kostenlose Spiel wurde in einer offenen Testphase bei Spielern und Kritikern zum Hit. Dieses Jahr hob Persson seine eigene Firma aus der Taufe, die das Spiel mittlerweile für $10 vertreibt und bereits drei Millionen mal verkaufte. Gespannt wartet die Szene auf die neueste Kreation der Schweden: Scrolls.
Der Phantasie sind bei Minecraft keine Grenzen gesetzt. User lassen ganze Städte entstehen.
David gegen Goliath
Inspiration für Minecraft? Bart nach einem Besuch in Blockoland
In Rockville, Maryland, nahm man das eher angespannt auf. Mojang hatte sich im Zuge ihres Trademarkings für “Minecraft”, auch die Rechte am Titel “Scrolls” gesichert. Bethesda merkte an, dass “Scrolls” ja auch in ihrem Trademark “Oblivion: The Elder Scrolls” vorkäme und Mojang bitte von einer Verwendung des Titels “Scrolls” absehen solle, da man sich sonst gezwungen sähe, rechtliche Schritte einzuleiten. Persson stellt auf seinem Blog eine Reihe von Gegenvorschlägen vor, die er an Bethesda schickte. Als Antwort erhielt er eine 15-seitige Abmahnung einer schwedischen Anwaltskanzlei, die auch gleich “einen Batzen Geld fordere”. Diese Woche änderte Persson seine Strategie und forderte Bethesda zum Duell.
Marketing-Gag oder ernste Challenge?
Der (in Deutschland indizierte) Kult-Shooter Quake 3 soll die Antwort zum Lizenzstreit liefern. Persson fordert die drei besten Spieler von Bethesda heraus, in einem 20-Minuten-Match gegen die drei besten Mojanger anzutreten. Gewinnt Bethesda, erhält “Scrolls” einen neuen Namen. Gewinnt Mojang, soll Bethesda von einer Klage absehen. Cleveres Marketing oder wirkliche Herausforderung? Persson betont am Ende seines Beitrags, dass es ihm ernst ist. Bis jetzt gibt es keine Antwort von Bethesda. Dabei stehen ihre Chancen nicht schlecht, Bethesda hat nicht nur den größeren Spielerpool. Mutterfirma id Software hat die Quake-Reihe selbst entwickelt! Beweist Bethesda Humor und stellt sich der Herausforderung, generieren sie mehr positive Publicity als mit der x-ten Promotion zum zigsten Elder Scrolls-Titel (bei denen es auch nur bedingt um irgendwelche Scrolls geht…). Persson weiß die Aktion jedenfalls für sich zu nutzen. Die News auf seinem Blog hat nach wenigen Tagen schon über 20.000 Likes erhalten.
Fußball und Social Media – das passt einfach. Kein anderer Sport verlangt so nach Austausch, erzeugt so starke Identifikation und ruft so große Emotionen hervor. Kein anderes Medium ermöglicht und fördert Diskussionen und Beteiligung wie Social Media. Es wundert also nicht, dass auch die Bundesliga diese Möglichkeiten nutzt. Überraschender Spitzenreiter: 1. FC Köln, gefolgt von Dortmund und dem HSV.
Der 1. FC Köln nutzt Social Media intensiv – wie hier zur Fanartikel-Promo auf Facebook.
Social Media Champion Köln
Während der Ball endlich wieder rollt, ist der erste Titel der Bundesliga bereits vergeben. Der 1. FC Köln ist offizieller Social Media Meister. Das zeigt eine Untersuchung der Agentur Lewis. Analysiert wurde für das Ranking, wie die 18 Bundesligaklubs Social Media in ihre Kommunikation einbinden. Ausschlaggebend waren unter anderem die Anzahl der Facebook Fans und Twitter Follower sowie der Updates auf den Statusseiten und Nutzung von Plattformen wie Youtube.
Fan-Bindung mit Social Media
Viele Vereine arbeiten mittlerweile äußerst professionell mit den neuen Medien und Social Media Kanälen. Auf ihren Facebook-Seiten informieren sie über Trainingseinheiten, stellen sie Interviews mit Spielern bereit und laden sie ihre Fans zu Gewinnspielen ein. In den Vereinsforen geben Sie ihren Fans Raum für Diskussionen zu Spielern, Aufstellungen, Transfers und Vereinsbelangen. Über Twitter melden Sie die neusten Verpflichtungen und Sponsorenverträge.
Auch der BVB ist mit seinem Youtube-Channel ganz vorne dabei.
Social Media mehr als Like-Button
Die Bundesliga und ihre Vereine haben längst begriffen, dass Social Media mehr als ein Gefällt-mir-Knopf ist. Sie liefern Content und bieten Fans die Chance, näher dran zu sein. Auch wenn Fans und Follower zahlenmäßig hinter der europäischen Spitzenklasse teilweise weit hinter herhinken, inhaltlich brauchen sich die meisten nicht verstecken. Sie haben Social Media als einen Kanal erkannt, der die Bindung zu ihren Fans stärkt. Die Fans nutzen die Möglichkeiten, um sich zu vernetzen und auszutauschen.
Tücken und Chancen in Social Media
Gefangen im Netz: Das Web vergißt nur schwer und manch ein Fan schämt sich sicherlich für einige seiner Social Media Beiträge. Auch dem ein oder anderen Kicker dürften Status-Meldungen nicht nur peinlich sein, denn bei so manch einem führte der falsche Tweet schon zu harten Konsequenzen. Andere Spieler zeigen sich da geübter im Umgang mit ihrer Online Reputation und lassen Fans zum Beispiel über den nächsten Vereinswechsel mit bestimmen. Ganze Vereine geben ihre Geschicke in die Hände ihrer Fans und lassen über Transfers und Aufstellung abstimmen. Letztere Punkte sind sicher kein mehrheitsfähiges Modell für die Zukunft, zeigen aber in Beteiligung und Engagement der Fans, welch Potenzial auch für die Bundesliga und ihre Clubs in Social Media liegt.
Der Schwäbisch Gmünder Gemeinderat will sich modern und fortschrittlich präsentieren. Zur Namensgebung eines Tunnelneubaus bietet er eine Online-Wahl an. Auf die Vorschlagsliste schleicht sich auch der “Bud-Spencer-Tunnel”, der von der Facebook Gemeinde zum Sieger gemacht wird. Die Stadt rudert jedoch auf einmal zurück, die Wahl sei nur ein Meinungsbild, man müsse erst mal sehen wie der Tunnel nun heißen soll. Der politische Vorstoß ins Web 2.0 droht in einem Social Media Shitstorm zu (g)münden.
Ein Tunnel für Bud Spencer
Das Regierungspräsidium Stuttgart hat gemeinsam mit der Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd bei der Namensfindung für das Tunnelbauwerk der B 29 in Schwäbisch Gmünd entschieden, die Bürgerinnen und Bürger mit einzubinden. Mit dieser Namensgebung soll die besondere Verbundenheit der Stadt zu diesem Bauwerk dokumentiert werden.
Was die Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd dort etwas schwurbelig verkündet, entwickelt sich derzeit zum PR-Desaster samt Social Media Shitstorm. Das Wichtigste in Kürze: In Schwäbisch Gmünd wird ein Tunnel gebaut. Anstelle das Ding jetzt “B 29-Tunnel” zu nennen, kam man im Stadtrat auf die Idee, die Bevölkerung solle den Namen vorschlagen und darüber abstimmen. Hunderte Möglichkeiten wurden eingereicht, absurde aussortiert und 83 Vorschläge standen zur Wahl. Darunter auch der “Bud-Spencer-Tunnel”, den die Internetgemeinschaft als ihren Favoriten auserkoren hatte. Der Bud-Spencer-Tunnel gewann die Abstimmung landrutschartig. (Offizielle Ergebnisse werden morgen präsentiert.)
Bud Spencer Fans nutzen Social Media, um ihr Idol zu würdigen
Organisierte Bürgerpartizipation auf Facebook
Uns ist nicht bekannt, wer den ursprünglichen Vorschlag zum Bud-Spencer-Tunnel bei der Stadt einreichte. Benedikt Elser allerdings trat den Hype los. Der 21-Jährige wurde von einem Freund auf die Wahl aufmerksam gemacht. Elser, selbst großer Bud Spencer Fan, erstellte auf Facebook eine Veranstaltung (für den Zeitraum der Wahl), in der er dazu aufrief, für den Vorschlag “Bud-Spencer-Tunnel” zu stimmen. Die Schnittmenge Social Media affiner Internetnutzer und der Fangemeinde des alten Italowesternhelden ist scheinbar riesig: Bis jetzt nehmen knapp 70.000 Facebook User an der Veranstaltung teil, 220.000 weitere sind eingeladen. Es dauerte nicht lange, bis eine kritische Masse erreicht war. Voting und Facebook Veranstaltung starteten am 18. Juli, am 20. berichteten die ersten “großen” Medien über das “Bud Spencer-Dilemma”. weiterlesen »
Ok, ein Video kann auch als “viral hit” angesehen werden, wenn es die User teilen, gerade weil es schlecht ist (siehe Rebecca Black). Aber was Old Spice da macht ist traurig. Erinnert ihr euch an die großartigen Old Spice Videos mit Footballspieler/Schauspieler Isaiah Mustafa (n-r berichtete)? Mustafa wurde ersetzt – durch Fabio:
Old Spice war mal cool, was ist passiert?
Ok, Old Spice war zwar nie wirklich richtig “cool”, aber die Spots mit Mustafa haben die Online Reputation des Herrenpflege-Fabrikanten kräftig aufpoliert. Der ehemalige Footballer präsentierte sich schlagfertig und lustig. Das kam gut beim Publikum an: Sein erstes Video, das auch beim Super Bowl 2010 ausgestrahlt wurde, hat bereits mehr als 34 Millionen Klicks gesammelt. Um die Social Media Kampagne weiter zu promoten, bat Old Spice Facebook und Twitter Nutzer, Fragen an Mustafa einzuschicken. In weiteren lustigen Clips antwortete er seinen Fans. weiterlesen »
Julian Assange, Kopf der Whistleblower Plattform Wikileaks, mag zwar unter Hausarrest stehen, untätig ist er deswegen nicht. Letzte Woche nahm die Gruppe die Firma MasterCard mit einer Werbeclip-Parodie auf’s Korn. MasterCard, wie auch Visa und Paypal, verweigern die Auszahlung von Spendengeldern an Wikileaks über ihre Dienste.
Setzt sich die Erfolgsgeschichte Facebooks fort, geht das Unternehmen Anfang nächsten Jahres an die Börse. Neueste Berechnungen taxieren den Wert Facebooks auf bis zu 100 Milliarden Dollar. Rupert Murdoch hat sich MySpace im Jahre 2005 eine halbe Milliarde Dollar kosten lassen. Gestern lag der Wiederverkaufswert nur noch bei 35 Millionen Dollar. Der einstige Branchenprimus scheiterte und dient nun als mahnendes Beispiel für alle Social Networks. Facebook, heute Marktführer, ist möglicherweise schon zu groß, um zu scheitern. Um ihre Vormachtstellung gegenüber Konkurrenten wie Google+ zu behaupten, müssen sie weiterhin innovativ bleiben.
Warum MySpace scheiterte
MySpace scheiterte, weil es sich nicht weiterentwickelte. Das Unternehmen baute ihre Seite um die Monothematik Entertainment und Musik. Facebook hingegen richtete von Anfang an seinen Fokus auf das Social Networking aus. MySpace öffnete sich nicht nach außen, schaffte keine Schnittstellen für Entwicklungen Dritter. Zudem litt die Usability der Seite unter einer immer größeren Einbindung von Werbung. Nicht zu unterschätzen ist auch der Design-Aspekt: Facebook gelang, durch ein simpleres und sauberes Design, eine bessere Ansprache auch älterer Zielgruppen.
Facebook: Andere Vorzeichen als bei MySpace
Nun lassen sich MySpace damals und Facebook heute nur schwer vergleichen. Social Networking, bzw. Facebook, ist “in der Mitte der Gesellschaft” angekommen. Spätestens, wenn die eigene Mutter auf Facebook vertreten ist, muss man sich eingestehen, dass das, was man da im Internet so macht, im Mainstream angekommen ist. Social Networking betreiben nun nicht mehr nur Tweens sondern Onliner aus allen Altersschichten. Geht man von 49 Millionen Onlinern und 19,2 Millionen Facebook Nutzern in Deutschland aus, sind fast 40% aller deutschen Internetnutzer auf Facebook vertreten.
Facebook: Too big to fail?
Ist Facebook damit zu groß, um zu scheitern? Facebook sieht sich dem Innovator’s Dilemma ausgesetzt. Eine Problematik, vor der auch MySpace stand – und nicht lösen konnte. Als aufstrebendes Unternehmen verdrängten sie den Marktführer im Social Networking, damals Friendster. Das gelang ihnen, weil sie ein innovatives Produkt zur richtigen Zeit, dem richtigen Markt zugänglich machten. Das Innovator’s Dilemma setzt allerdings ein, wenn man selbst zum Marktführer wird. Innovatoren können selten noch kreativ arbeiten, statt neue Ideen zu entwickeln, müssen sie andere Aufgaben bewältigen, um ihre Position als Marktführer zu behaupten. Unternehmensstrukturen verändern sich durch Expansion, Produktionsprozesse verlangsamen sich und werden für Innovation “von unten” undurchlässiger. MySpace gelang es nach Übernahme der Marktführerschaft nicht, weiterhin kreativ zu bleiben und ihr Produkt weiter zu entwickeln.