Facebook ist bereits fester Bestandteil der privaten Kommunikation. Auch die Wahrnehmung von Unternehmen und der Umgang mit Marken sind inzwischen auf Facebook integriert. Eine Präsenz auf Facebook ist für namhafte Unternehmen – insbesondere im B2C-Bereich – zur Pflicht geworden und zahlt direkt auf die Reputation ein. Doch kaum haben Unternehmen diese Hürde genommen, steht das nächste soziale Netzwerk vor der Tür, das erobert werden will: Google+.

Die Nutzerzahlen auf Google+ nehmen stark zu
Die Macht von Google und das enorme Potenzial, das sich Google durch die Vorherrschaft bei der Internetsuche geschaffen hat, sind hinlänglich bekannt. Aber viele Unternehmen werden sich jetzt fragen: Ist eine Seite auf Google+ Pflicht, Kür oder lediglich Balast? Aus diesem Grund beleuchtet Netz-Reputation die Möglichkeiten, die Google+ für die Online Reputation von Unternehmen bietet und welche Unterschiede es zu Facebook gibt.
Google weist immer höhere Nutzerzahlen auf, doch ist fraglich wie aktiv die Nutzer sind. Die hohen Teilnehmerzahlen sind vor allem deshalb so hoch, da sich seit Neuestem bei jeder Neuanmeldung bei einem Google-Dienst (z. Bsp. Gmail, Youtube, Maps, etc.) automatisch auch ein Google+-Profil erstellt.

Der +1-Button von Google+ gehört mittlerweile zur Basis der Suchmaschinen-Optimierung
Die Grundlagen der Social Media-Kommunikation sind auf beiden Plattformen möglich: Anhänger/Freunde generieren, Updates zum Unternehmen und seinen Produkten kommunizieren und Inhalte viral verbreiten. Der einzelne Nutzer gibt durch Statusmeldungen oder den Like-Button auf Facebook interessante Inhalte an sein Netzwerk weiter und fungiert als wichtiger Multiplikator. Die Integration des Google-Pendants, des +1-Buttons, gehört mittlerweile auch zur Basis der Suchmaschinen-Optimierung und ist auch außerhalb von Google+ zu finden. Entscheidend ist an dieser Stelle was Google+ an zusätzlichen Möglichkeiten für die Online Reputation von Unternehmen bieten kann. weiterlesen »
Das Ergebnis einer aktuellen Forsa-Umfrage in Auftrag der Bitkom sorgte dieser Tage für Diskussionen in der Agentur: Freundschaftsanfragen von Vorgesetzten sind unbeliebt. Nur Fremde, Politiker und flüchtige Bekannte befinden sich noch weiter hinten auf der Skala. Es steht nicht gut um die Beliebtheit von Chefs – soweit nichts Neues. Aber müssen Chefs speziell an ihrer Online Reputation arbeiten? Ein paar Gedanken zu Freundschaftsanfragen aus der Chefperspektive.
Online Reputation durch Chefs gefährdet?
Grundsätzlich sind Chefs ja sowieso (Serien-)Täter. Aus dieser Perspektive ist auch die Bitkom-Studie entstanden. Chefs nötigen mit Freundschaftsanfragen ihre Untergebenen, so formuliert die Bitkom scharf. Und diese armen Menschen müssen sehen, wie sie da unbeschadet rauskommen. Weil sie ihr Privatleben eben nicht mit ihrem Chef teilen wollen. Und ihre Meinung über die Ungerechtigkeit oder Langeweile des Arbeitsalltags – beliebte Statusmeldungen – schon gar nicht.
Es geht ums Prinzip, nicht um Listen
Im Zeitalter der Facebook Listen ließe sich das verhindern. Aber es geht ja eigentlich um etwas anderes. Es geht um die Freiheit, zum Vorgesetzten “Nein” sagen zu können. Es geht um Abgrenzung, darum zu sagen: Bis hier hin und nicht weiter, dir gehört nicht mein ganzes Leben. Aber – und das bleibt bei der Befragung unberücksichtigt – das Dilemma existiert genauso umgekehrt. Auch Chef oder Chefin möchte mitunter nicht das ganze Leben mit Mitarbeitern teilen. Und möchte es den Kollegen auch nicht zumuten, Privatleben vor dem Chef ausbreiten zu müssen – Listen hin oder her.
Einmal mehr bestätigt sich: Facebook ist überwiegend Privatsache. Aber: Das gilt für Mitarbeiter und Chef gleichermaßen. Und gleichzeitig ist es Interpretationssache – und wird individuell genutzt und beurteilt. Das sieht man auch bei uns in der Agentur: Die eine Geschäftsführerin ist seit Jahren mit Kollegen auf Facebook befreundet – auf Anfrage der Kollegen. Die andere erst, seit es aus bestimmten Gründen notwendig geworden ist.
Facebook geht an die Börse. Lange wurde in Silicon Valley gerätselt, wann das Social Network öffentlich gehandelt würde, nun hat Mark Zuckerberg den ersten Schritt zum Börsengang gemacht. In Tech-Blogger-Kreisen schwärmt man von einer neuen “Volksaktie”. Finanzexperten fragen nach dem Wachstumspotential und warnen vor einer möglichen Blase.
Too big to not sell?
Zäumen wir den “Bullen” einmal von hinten auf: Facebook will an der Börse gehandelt werden. Dafür müssen sie einen Teil ihrer Anteile der Öffentlichkeit zugänglich machen. Vergangene Woche reichten sie bei der US-Börsenbehörde (SEC) den entsprechenden Antrag ein, Formular S-1. Das Formular dient gleichzeitig als eine Art Prospekt für Investoren. Hier werden Zahlen zu Umsatz, Profit etc. offengelegt. Der eigentliche Börsengang erfolgt erst in ein paar Monaten. Erstmals werden Anteile des Unternehmens der Öffentlichkeit zum Kauf angeboten, im englischen heißt das “Initial Public Offering”, kurz IPO. Auch wenn die IPO durch die Medien geistert, das eigentlich Interessante sind momentan nur die Zahlen aus dem Formular S-1.
In Menlo Park, California, dem Hauptsitz Facebooks, hielt man sich bislang immer bedeckt, wenn es um Zahlen ging. Als privates Unternehmen kann man sich das auch erlauben. So wurden Zahlen zu Nutzern und Nutzung des Social Networks, zu Umsatz und Gewinn des Unternehmens nur in Ausnahmefällen kommuniziert. Das ändert sich nun. Als öffentlich-gehandeltes Unternehmen muss Facebook alles offenlegen. Ein paar ungefilterte Zahlen:
- 845 Millionen aktive monatliche Nutzer, das entspricht einem Jahr-zu-Jahr Wachstum von 39%
- 425 Millionen Nutzer sind monatlich mobil aktiv
- Facebook erwirtschaftete 2011 einen Profit von 1 Milliarde Dollar
- Der Umsatz betrug in 2011 3,7 Milliarden Dollar
Too big to sell?
Facebook hofft mit der IPO Kapital in der Höhe von $5 Mrd. zu generieren, ein Rekord für Internetfirmen. Dafür bieten sie in der IPO 5% Anteile am Unternehmen. Verkauft sich die Aktie in der Masse zum veranschlagten Preis von knapp $30 pro Aktie, würde das den Unternehmenswert auf $100 Mrd. festlegen. Investmentfirmen stehen Schlange, um ein Teil von Facebook zu erwerben. Die IPO könnte also wirklich in diese Regionen vordringen. Interessant wird es danach, denn Facebook könnte längst zu groß sein für den Börsengang. Für eine Internetfirma ist Facebook mit seinen mittlerweile acht Jahren Unternehmensgeschichte schon ein Oldie beim Börsengang.
Zum Launch des Social Networks in 2004 waren lediglich Zuckerberg und seine Kumpels Anteilseigner. Je größer die Belegschaft wurde, desto mehr Mitarbeiter hielten auch Anteile an Facebook. Zudem wurden in Venture Capital Runden auch Kapitalgeber mit Anteilen bezahlt. Privatunternehmen dürfen in den USA maximal 500 Anteilseigner haben. Als Facebook diese Marke zu sprengen drohte, besorgten sie sich eine Sondergenehmigung. So konnte sie den Börsengang weiter verschieben.
Diese bereits verteilten Anteile liegen aber längst nicht mehr alle bei den Original-Eignern. Mitarbeiter und andere Eigner konnten ihre Anteile weiterverkaufen. Auf Seiten wie SharesPost geht das relativ einfach. Dieser Sekundärmarkt, also der Handel zwischen Anteilseignern, ist aber auch für die IPO wichtig, weil er den Preis der Aktie bestimmt. Wenn nun aber viele der interessierten Investoren sich schon im privaten vor der IPO mit Anteilen versogt haben, fehlt dieses Geld nach der IPO. Ein ähnliches Schicksal ereilte die Internetfirmen Groupon und Zynga, die in 2011 an die Börse gingen. Nach ihren IPOs sahen ihre Aktien nicht genug Handel im Sekundärmarkt, sodass die Kurse innerhalb weniger Wochen unter den IPO-Wert, also den Wert bei der Erstausgabe fielen.

Facebooks Mission: To make the world more open and connected.
Too big to grow?
Vermutungen über den Unternehmenswert Facebooks sind bis jetzt nur das: Vermutungen. Nach dem Börsengang wird man Facebooks Unternehmenswert tatsächlich bestimmen können. Er wird wohl irgendwo in der Region zwischen $75 Milliarden und $100 Milliarden liegen. Auch das sind bis jetzt nur Vermutungen, aber selbst am unteren Ende wäre Facebook damit wertvoller als Disney ($70 Mrd.). Angenommen sie schaffen sogar die $100 Mrd. Marke, dann entspräche der Unternehmenswert dem 27-fachen des Umsatzes, oder dem 100-fachen des Profits. Zum Vergleich: Apples Unternehmenswert liegt bei $431 Mrd. Damit ist es das wertvollste öffentlich-gehandelte Unternehmen der Welt. Apples Umsatz lag in 2011 bei $127,8 Mrd., der Profit bei $33 Mrd. D.h. Apple wird mit dem 3,4-fachen seines Umsatzes, oder mit dem 13-fachen seines Profits gehandelt. weiterlesen »
Der FC Bayern München erntete heute einen Shitstorm aller erster Güte. Der Rekordmeister ließ am frühen Nachmittag über Kicker und Co. verlauten, dass man in Kürze eine Neuverpflichtung präsentiere. Auf Facebook lief eine exklusive Pressekonferenz. Diese entpuppte sich aber als PR-Gag. Sie sollte die Social Media Auftritte der Münchner pushen, schadet nun aber der Online Reputation. Die Aktion fliegt den Verantwortlichen gehörig um die Ohren.
Bayern wenig meisterlich
Aber der Reihe nach: Zum Rückrundenauftakt sprach Trainer Jupp Heynckes noch von der “besten Vorbereitung” seiner Karriere. Am letzten Freitag setzte es dann im ersten Spiel eine herbe 1:3-Klatsche in Gladbach. Die Mannschaft präsentierte sich ideenlos und blutleer. Neuverpflichtungen hatte es in der Winterpause nicht gegeben. Als heute die Nachricht aus der Säbener Straße kam, man würde nun doch nachlegen, schien das nicht nur realistisch, sondern auch notwendig. Vorab war die Rede von einem großen “Stürmerstar, der in allen Mannschaften Europas spielen könne”. Berichte fanden sich u.a. auf Kicker und transfermarkt.de, wurden aber mittlerweile gelöscht.
Zur Not auch Hanke
Bereits eine halbe Stunde vor der PK war #FCB Trending Topic auf Twitter. Die Fans diskutierten, um wen es sich handeln könnte: Tevez, Berbatov, Neymar wurden hochgehandelt, die Aufregung unter den Bayern-Fans war groß. Auch international wurde der plötzliche Einkauf registriert und gerätselt. Doch dann mischten sich erste Gerüchte, das ganze sei nur ein PR-Gag unters Twitter-Volk. Wer also Gewissheit wollte, musste die Fanpage der Bayern liken, um der Pressekonferenz beiwohnen zu können.
Server bricht zusammen wie Neuers Aufbauspiel
Soweit ok und nachvollziehbar. Darüber hinaus musste man aber noch eine App bestätigen (samt Zugriff auf persönliche Daten), was mich schon etwas stutzig machte. Die PK hätte man hinter einem simplen Fan-Gate als Livestream verstecken können. Die ganze Präsentation fühlte sich sowieso falsch an – Neuzugänge werden bei Bayern anders vorgestellt. Außerdem, wie sollte ein Transfer der kolportierten Größenordnung bisher geheimgehalten worden sein? Die App präsentierte dann einen Countdown zur PK. Um 14 Uhr tat sich dann – nichts. Der Server war unter dem Andrang zusammengebrochen und das Video für die meisten Fans gar nicht live abrufbar. weiterlesen »
Diesen Mittwoch sperrte Wikipedia seine Inhalte. Aus Protest gegen U.S.-amerikanische Gesetzesentwürfe zeigte die englischsprachige Version des Online Lexikons 24 Stunden eine schwarze Seite. Am Blackout Day haben sich zahlreiche Websitebetreiber verhüllt, um auf die Gefahren von SOPA (Stop Online Piracy Act) und PIPA (Protect IP Act) hinzuweisen. Nicht weniger als die Freiheit des Internets steht den Gegnern zur Folge auf dem Spiel, wenn die Gesetzesinitiativen durchgebracht werden.
Die Gefahren der SOPA und PIPA Gesetzesentwürfe
Eigentlich richten sich SOPA und PIPA gegen Internetpiraterie und somit gegen Urheberrechtsverletzungen. Was ist also das Problem? Die zentralen Argumente der Netzaktivisten beziehen sich auf zwei Punkte: Zum einen beinhalten SOPA und PIPA durch einen Eingriff in die technische Architektur des Internets die Möglichkeit für Netzsperren. Zum anderen verlangen die Gesetze von Internetprovidern gegen mögliche Urheberrechtsverletzungen selbstständig vorzugehen.
Neuerungen durch SOPA und PIPA
Diese Neudefinition der Provider- und Plattformhaftung würde bedeuten, dass Plattformbetreiber für die Inhalte verantwortlich sind, die Nutzer darauf teilen. Um mögliche Klagen gegen Urheberrechtsverletzungen von vorneherein auszuschließen, müssten Betreiber die Nutzer stärker überwachen. Auch die Echtzeit, mit der wir das Internet nutzen, wäre in Gefahr. Man stelle sich vor, dass jeder Facebook Status oder jeder Tweet durch Menschenhand freigeschalten werden müsste. Viele Inhalte, die zurzeit innerhalb von Grauzonen im Netz bestehen, würden vorsorglich gelöscht werden.
Netzsperren durch SOPA und PIPA
Das Problem mit dem Aufbau einer Infrastruktur für Netzsperren ist ein anderes: Was zum Schutz der wirtschaftlichen Interessen von U.S.-amerikanischen Copyright-Inhabern dienen soll, könnte schnell über das eigentliche Ziel hinaus schießen. Die Gegner von SOPA und PIPA befürchten, dass weltweit bequem Inhalte, Verlinkungen und komplette Websites von den USA aus gelöscht werden könnten. Es wäre nur ein kleiner Schritt vom Schutz geistigen Eigentums hin zur Zensur von ungeliebten Inhalten.
Bedeutung von SOPA und PIPA für Europa
Warum SOPA und PIPA auch uns in Europa etwas angeht, ist schnell klar: Viele beliebte Plattformen von Wikipedia bis Facebook haben in den USA ihren Sitz und wären massiv von den Gesetzen betroffen. Youtube wäre nicht so groß geworden, hätten die Gesetze bereits existiert. Außerdem gibt es auch ein europäisches Pendant zu SOPA: ACTA. Das Anti-Counterfeiting Trade Agreement wird von denselben Lobby-Gruppen vorangetrieben wie in den USA: Hollywood und Co.
Auswirkungen des Blackouts
Nichts desto trotz: Der schwarze Mittwoch hat gewirkt. Den Usern wurde gezeigt wie eine Welt ohne freies Internet aussehen würde. Bei Twitter häuften sich nach dem Blackout von Wikipedia die besorgten Tweets von Schülern und Studenten, dass sie ihre Abschlüsse ohne Wikipedia vergessen könnten. Was einen zunächst Schmunzeln lässt, verdeutlicht doch dass das Internet ein öffentlicher Raum ist, der allen Menschen gehört und an dem sie sich frei ausdrücken und austauschen können, an dem ein großer Teil des menschlichen Wissens gespeichert ist.
Fazit
Das haben die Protestaktionen von Wikipedia und Co. gezeigt: Geistiges Eigentum muss geschützt werden, doch nicht für den Preis von Wissen und Freiheit. Selbst Barack Obama und das Weiße Haus geben den Netzaktivisten Schützenhilfe: offiziell haben sie sich gegen den Teil der Gesetze ausgesprochen, der eine Zensur-Infrastruktur aufbauen würde. Zudem dürfte ein Gesetz zum Schutz von Copyrights nicht die Innovationskraft amerikanischer Unternehmen gefährden, so Obamas Berater. Vor nichts hätten die USA mehr Angst. Vom Tisch sind die Gesetze zwar noch nicht aber ihre Unterstützer schwinden.
Während im Schloss Bellevue die Luft für Bundespräsident Wulff immer dünner wird, hat sich seine Online Reputation längst verselbsständigt. Die Affäre bietet nicht nur besten Stoff für Satiriker. Im Sprachgebrauch hat sich mittlerweile das “Wulffen” etabliert. Besonders über Twitter verbreitete sich die Wortneuschöpfung rasch. Doch wer’s mit der Verunglimpfung übertreibt, kann dafür auch im Gefängnis landen.
Neologismus “Wulffen”
Das Krisenmanagement des Bundespräsidenten hat in der Kredit-Affäre auf jeder Linie versagt. Seine Salami-Taktik wirkte zu keinem Zeitpunkt glaubwürdig. Trauriger (bisheriger) Höhepunkt: das Fernsehinterview in der ARD und ZDF in der ersten Januarwoche. Kurz danach taucht auch “Wulffen” erstmals auf. Holger Klatte vom Verein Deutscher Sprache erklärte den Neologismus bei Spiegel Online so:
“Mittlerweile haben sich zwei Bedeutungen herauskristallisiert.” [...] So stehe das Verb “wulffen” zum einen für das Vollreden eines Anrufbeantworters. “Die zweite Variante bedeutet, dass man nicht direkt die Wahrheit sagt, aber auch nicht direkt als Lügner dastehen will. [...] Das heißt, dass man nicht direkt angegriffen werden kann. Aber so richtig vertrauenswürdig ist man trotzdem nicht. Wir werden sehen, ob sich eine Variante durchsetzt.”
Neue Interpretationen erwünscht?
In der gestrigen Günther Jauch-Sendung war auch SPD-Mann Karl Lauterbach zu Gast. In der Diskussion zum Thema “Deutschland XXL – Brauchen wir Steuern auf Dickmacher?” war man beim Thema Nahrungsmittelzusätze angekommen, als Lauterbach aus seiner Sakko-Tasche einen Balisto-Riegel zog. Den habe er vor der Show vom Catering “gewulfft, also mitgenommen ohne dafür zu bezahlen”, verkündete er mit (Achtung Wortwitz) diebischer Miene. Ein schönes Beispiel wie sich die Online auf die Offline Reputation niederschlagen kann.
Knast für Wulffen?
Aber Vorsicht, zwar sind Erklärungen für’s “Wulffen” ok (eigene Kreationen gerne in den Kommentaren teilen). Aber wer’s zu weit treibt, dem könnte auch Besuch von Staatsanwalt und Polizei ins Haus stehen. “Wulffen” fällt unter den Schutz der Meinungsfreiheit. Allerdings gibt es in Deutschland den Straftatbestand der “Verunglimpfung des Bundespräsidenten”. Mit mindestens drei Monaten Gefängnis wird bestraft, wer den Bundespräsidenten beleidigt, ihm übel nachredet oder ihn gar verunglimpft: auch auf Facebook und Twitter. Udo Vetter vom Lawblog erklärt das so:
“Diese Vorschrift wurde in den Babyjahren der Bundesrepublik eingeführt. Damals war man der Meinung, dass der Bundespräsident jeden Menschen, der in Deutschland lebt, repräsentiert. Nach dem Motto: Wer den Bundespräsidenten beleidgt, der beleidigt jeden.”
Wortspiele mit dem Namen des Bundespräsidenten, die sich an der aktuellen Affäre orientieren, sind noch Teil der politischen Diskussion. Plumpe Beleidigungen aber können zu Anzeigen führen: “wenn man das unabhängig von einer sachlichen Debatte postet und damit die Ehre des Bundespräsidenten herabsetzt”, so Vetter. Es reicht übrigens nicht die eigenen Privatsphären-Einstellungen zu checken. Jeder Wulff-Sympathisant kann hier petzen. Also: Entweder nicht mit der Bundespräsidenten-Schelte übertreiben oder sachlich an der Diskussion teilnehmen.

Verändern die interne Kommunikation: Social Media und Intranet
Intranet und Social Media machen die interne Kommunikation schneller, effizienter und effektiver. Die Online-Seminarreihe „E-Learning: Interne Kommunikation 2.0: Inranet und Social Media in der internen Kommunikation“ zeigt, wie die Tools funktionieren und die interne Kommunikation verbessern. Interessierte lernen die Grundlagen und Möglichkeiten der gewandelten internen Kommunikation kennen. Veranstalter ist die school for management and communications, die mit ihrem umfangreichen Seminarangebot Kommunikations- und Managementfähigkeiten an Fach- und Führungskräfte vermitteln will.
Das Start-Up Unternehmen Loxideals will 2012 mittels Digitalisierung von Rabattmarken den Couponing-Markt in Aufruhr bringen. Per „open wallet“-Technologie soll die Schnäppchenjagd im Einzelhandel erleichtert werden.
Der Feldzug der Coupons

So wird der Einkaufswagen noch voller: Coupons. Bild: Jim/commons.wikimedia.org (cc)
Der Einsatz von Rabattmarken, neudeutsch „Couponing“, boomt. Was bis 2001 auf dem deutschen Markt noch auf Basis des Rabattgesetzes verboten war, erfreut sich hierzulande zunehmender Beliebtheit. 2010 verteilte der Einzelhandel über 10 Milliarden Rabatt-Gutscheine an die Verbraucher. Die Quote der eingelösten Coupons ist im Vergleich zum Vorjahr um 35% angestiegen. Hersteller können mit diesem Marketingtool gezielt ausgewählte Personengruppen. Bestehenden Kundenbindungen werden gestärkt und neue Interessenten angelockt. Auch der stationäre Einzelhandel profitiert vom Geschäft mit der reduzierten Ware, indem neue Kunden auf das lokale Angebot aufmerksam gemacht werden.

Microsoft legt viel Wert auf die tägliche Pflege der Fanpages
Etwa 50 Social Media Interessierte hatten sich am 30.11.2011 zum in der Lounge des Münchner Mathäser Kinos beim „Social Web Breakfast“ versammelt. Unter dem Motto „Vom Mitmachen zur Strategie – Social Media bei Microsoft“ referierte Annabelle Atchison, Social Media Manager von Microsoft Deutschland GmbH über das Brand Reputation Management des Unternehmens. Social Media Management wird bei Microsoft zwar als „Digital Marketing 2.0“ bezeichnet, fällt aber noch unter PR. Obwohl das Unternehmen Agentur-Unterstützung erhält, werden Social Media Aktivitäten firmenintern bearbeitet.
Eine neue Organisationsstruktur muss her!
Als Frau Atchison 2009 zum Unternehmen stieß, wiesen die online-affinen Mitarbeiter schon ein hohes Social Media Engagement auf. Es existierten schon Auftritte auf mehreren Kanäle. Diese liefen aber ohne Abstimmung nebeneinander her. Social Media Aktivitäten waren nur nach der simplen Richtlinie „be smart“ geregelt. Natürlich seien die Microsoft-Mitarbeiter „smart“, so Frau Atchinson. Trotzdem musste eine professionelle Organisationsstruktur her. Mit der Schaffung eines Social Media Councils, einer Strategic Group sowie mehreren Virtual Teams und dem neuen Posten eines Webmonitoring Managers setzte man die Pläne in die Tat um. Es gibt nun konkrete Verantwortliche und Stellen, die passgenau auf Social Media ausgelegt sind. Die überarbeiteten Social Media Guidelines sind für alle Mitarbeiter zugänglich im firmeninternen Wiki hinterlegt. Neben Regelungen zum Krisenmanagement finden sich hier auch sogenannte Playbooks, die Bilder und Wording-Vorlagen für einzelne Themen liefern. weiterlesen »
Seit einigen Tagen werden die Facebook-Seiten der Sponsoren der Fußballeuropameisterschaft 2012 mit wütenden Kommentaren überschwemmt. Der Protest richtet sich gegen die gezielte Massentötungen von streunenden Hunden in der Ukraine. Die Sponsoren reagierten unterschiedlich auf diesen „Shitstorm“.
Die EM in der Ukraine und die Hunde

Straßenhunde müssen an den Austragungsorten der EM um ihr Leben bangen. Bild: Aitkens, Jennifer/commons.wikimedia.org (cc)
Die Geschichte nimmt im April 2007 ihren Lauf als die UEFA bekannt gibt, dass Polen und die Ukraine den Zuschlag für die Ausrichtung der EM 2012 erhalten haben. Zwei Jahre später folgt die Bestätigung der Städte, in denen das Fußballevent ausgetragen werden soll. Im Sommer 2010 berichtet die Tierschutzorganisation PETA erstmals über Hundemorde in der Ukraine und kontaktiert die UEFA. Anlässlich des Fußballgroßereignissessollen vor allem die Straßen in den Austragungsorten wie Kiew und Lwiw gesäubert werden. Streunende Hunde werden gezielt vergiftet, erschossen und lebendig verbrannt.
Die UEFA reagiert und nimmt mehrfach Kontakt zu ukrainischen Behörden auf. Der Fußballverband kritisiert das Vorgehen und weist die Schuld von sich: man habe „niemals gefordert (…), freilebende Tiere im Hinblick auf die Euro 2012 aus dem Straßenbild der Städte zu entfernen. Wir respektieren die Würde der Tiere und werden weiterhin an die Behörden appellieren, das auch zu tun.“ Zudem spendet die UEFA an die Tierschutzgesellschaft „Society for the Protection of Animals (SPA)“ und die lokale Organisation „SOS Animals Society Kiev.“
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