So geht Hashtag – Social Media done right

Der Begriff des Hashtags oder zumindest das Symbol dahinter, sollte den meisten Social Media Affinen bekannt sein. Die kleine Raute hat seit ihrer erstmaligen Benutzung im Sozialen Netzwerk Twitter im Jahr 2007 eine steile Karriere gemacht. Schon längst haben nicht nur Hipster und Nerds das Verlinken in Social Media via „#“ für sich entdeckt. Auch Firmen und andere Interessensgruppen haben die virale Zugkraft des Social Media Trends für sich entdeckt. Doch Kampagnenfails wie #myNYPD zeigen, dass eine nette Idee alleine nicht ausreicht und, dass jede Social Media Kampagne auch ganz anders laufen kann als geplant. Trotzdem sind richtig gute Social Media Kampagnen mit Hashtags durchaus möglich, wie die folgenden Beispiele zeigen.

Social Media Liebesbeweis statt Brückenkollaps

Paris hat ein Problem. Den historischen Brücken der Stadt der Liebe droht Einsturzgefahr. Der Grund: Als Beweis ihrer ewigen Liebe hängen Paare sogenannte Liebesschlösser an die Brücken. Doch was als romantischer Brauch begann, wird nun zum Desaster für die Brücken, die nicht für solch eine Belastung konstruiert wurden. Anstatt ein plumpes Verbot des Brückenschmucks auszusprechen, setzt die Stadt nun auf Social Media. Unter dem Hashtag #lovewithoutlocks werden Liebende dazu aufgefordert ihre Liebe mit einem Selfie anstatt eines Schlosses zu beweisen. Die Social Media Gemeinde steigt auf den Trend ein und beschert dem Hashtag einiges an Traffic. Ob man die Liebesschlösser allerdings auf Social Media verlagern kann, bleibt abzuwarten.

Liebe dein Auto – und spreche in Social Media darüber

Einen Liebesbeweis der etwas anderen Art sollen Social Media Nutzer in der neuen BMW Kampagne #BMWstories erbringen. Unter diesem Hashtag werden BMW-Fans aufgefordert ihre ganz persönliche Geschichte hinter ihrer Liebe zu BMW mit der Social Media Gemeinde zu teilen. Mit dabei sind zum Beispiel Hochzeits- oder Kindheitsfotos mit dem geliebten BMW. Herzstück der Social Media Kampagne ist eine Internetseite. Hier werden nicht nur Teile des Hashtagfeeds gezeigt, sondern auch von BMW selbst produzierte Videos. Am Ende der Videos wird als „call to action“ der Hashtag eingeblendet, unter dem die BMWstories auf den Social Media Kanälen weitergeschrieben werden sollen.

Hashtag statt Unfall – Prävention mit Social Media

Der Telekommunikationskonzern AT&T  greift mit der Kampagne #ItCanWait ein weit verbreitetes Problem auf: Viele junge Menschen schreiben während dem Autofahren Nachrichten mit dem Handy – eine gefährliche Angewohnheit. Um das zu ändern versucht AT&T den shortcut #X einzuführen. Dieser kann in einer persönlichen Nachricht an Freunde oder auch über Social Media geteilt werden. #X macht unmissverständlich klar: Ich fahre gerade Auto und werde nicht zurück schreiben. Um diese Idee zu verbreiten, nutzt AT&T wiederum Social Media. Unter dem Hashtag #ItCanWait können Bilder oder kurze Nachrichten an das eigene Netzwerk verschickt werden. Denn, so fand eine Studie heraus, junge Fahrer würden nicht während der Fahrt texten, wenn ein Freund ihnen sagt, dass es eine schlechte Idee ist. Parallel klärt AT&T mit Videos, die natürlich auch über Social Media gestreut werden, über die Gefahren von „Texting & Driving“ auf. Promis dürfen als Testimonials natürlich auch nicht fehlen. Am Ende hat diese Social Media Kampagne zwei Auswirkungen. Weniger Unfälle durch Texten am Steuer und ein positives Framing der Marke AT&T.

Social Media Challenge: Eis gegen ALS

Die letzte Hashtag-Aktion zeigt eindrucksvoll, zu was Social Media Bewegungen fähig sind. Es geht um den Hashtag #ALSicebucketchallenge. Dieser wurde von Pete Frates, einem ehemaligen Baseballprofi ins Leben gerufen. Ziel: Die Aufmerksamkeit für die Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose erhöhen. Für die degenerative Nervenkrankheit, an der er selbst erkrankt ist, gibt es keine Heilung. Seine Idee gleicht der Bier-Challenge, die wochenlang durch das soziale Netzwerk Facebook geisterte – bloß in gut. Um die Challenge zu lösen, muss der nominierte sich einen Kübel Eiswasser über den Kopf kippen oder 100$ spenden oder beides. Nach gelöster Challenge dürfen wiederum  drei neue Personen nominiert werden. Die Geschichten und Videos die dabei entstehen, können dann über Social Media via #ALSicebucketchallenge verbreitet werden. Laut der ALS Association hat sich das Spendenaufkommen durch die Social Media Aktion vervierfacht. Aber nicht nur eine breite Öffentlichkeit schüttet sich begeistert Eiswasser über den Kopf. Auch Facebook Gründer Mark Zuckerberg hat die Challenge schon gemeistert und unter anderem Bill Gates herausgefordert. So bleibt es spannend, wen diese Social Media Welle noch mitreißt.

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Über Michael Söhn

Michael Söhn ist seit Oktober 2014 Werkstudent bei consense communications. Der Student der Kommunikationswissenschaft an der LMU München ist leidenschaftlicher Musiker und schreibt auf Netz-Reputation vor allem über Social Media Trends und Kampagnen. Seine Bachelor-Arbeit hat er in Zusammenarbeit mit consense zum Thema "Big Data als Chance für PR Agenturen" verfasst.
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