Social Media Knigge: Reputation auf die feine Art

Social Media Knigge

Wie pflegt man als Privatperson seinen guten Ruf im Netz? Und ist man eigentlich mit dem Chef auf Facebook befreundet? Gerade ich als Berufsanfänger stelle mir solche Fragen. Auf der Suche nach Antworten habe ich festgestellt: Strenge Regeln für den Aufbau von Online Reputation gibt es nicht. Aber plausible.

Privates und Berufliches vermischen: Förderlich für die Reputation?

Kann und darf ich im Netz eine geteilte Persönlichkeit haben? Meiner Meinung nach lässt sich gar nicht so leicht zwischen dem beruflichen und privaten Ich unterscheiden. Trotzdem sind bestimmte Dinge auseinanderzuhalten. Man sollte sich gründlich überlegen, welches soziale Netzwerk man zu welchem Zweck nutzen möchte und sein Profil dort dementsprechend gestalten. Zum Beispiel bietet es sich an, auf verschiedenen Plattformen unterschiedliche Facetten der Persönlichkeit zu zeigen. Viele Ratgeber empfehlen, auf allen Social Media Kanälen dasselbe Foto zu verwenden, um ein stimmiges Gesamtbild zu vermitteln. Das halte ich für unnötig und langweilig. Mein XING-Profil ist für berufliche Kontakte sichtbar, deshalb finde ich dort das professionelle Bewerbungsportrait angemessen. Auf der Facebook-Seite zeige ich mich meinen Freunden aber gerne auch mal auf einem Urlaubsfoto.

Geschäftskontakte = Facebookfreunde?
Dos and Don’ts für die Online Reputation

Wer sind eigentlich unsere Facebook-Freunde? In Zeiten von Social Media stellt sich die Frage nach angemessenen Umgangsformen neu. Wie trete ich mit jemandem in Kontakt? Was gilt als unhöflich? Schicke ich meinen XING-Kontakten auch direkt eine Freundschaftsanfrage auf Facebook? Diese Fragen muss jeder für sich selbst beantworten. Ich habe mich für folgende Dos and Don’ts entschieden.

•    Do: Unerwünschte Kontaktanfragen ablehnen. Es ist in Ordnung, auf Anfragen von Unbekannten nicht einzugehen oder berufliche Kontakte über ein separates Netzwerk zu pflegen.
•    Do: Entfreunden. Wem sein Netzwerk zu unübersichtlich geworden ist, der darf meiner Meinung nach flüchtige Kontakte aus der Freundesliste entfernen, ohne danach ein schlechtes Gewissen zu haben.
•    Don’t: Facebook-Kontakte nicht mit Spielen oder Anwendungen belästigen. Das nervt alle, ob Freunde oder Kollegen.
•    Don’t: Impulsive Kommentare schreiben oder sich in der Wortwahl vergreifen. Das Internet vergisst nicht und Höflichkeit ist immer geboten, auch im Netz.

Meist jedoch hängt es von der Situation ab, was als angemessen gilt. Das klingt sehr allgemein, ist aber Tatsache. Ob man sich mit dem Chef auf Facebook befreunden sollte, lässt sich eben nicht pauschal beantworten. Das ist in vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen ganz normal, wäre bei einem Großkonzern deplatziert. Welches Verhältnis der Chef zu seinen Mitarbeitern pflegt und wie flach die Hierarchien sind, spielt ebenfalls eine Rolle. Bekomme ich von meinem Vorgesetzten eine Anfrage, würde ich sie mal annehmen.

Der wichtigste Grundsatz: Respekt

Ich finde, es gibt nur ein Gesetz im Social Media Knigge: Respektvoller Umgang ist ein absolutes Muss. Und es ist Voraussetzung für den Aufbau von Reputation, weil es positive Resonanz erzeugt. Das gilt für die Kommunikation auf Social Media Plattformen genauso wie für den Smalltalk beim Bäcker und das Gespräch mit dem Nachbarn. Denn auch vor Computerbildschirmen sitzen immer Menschen, die freundlich behandelt werden wollen. Das ist zwar eigentlich klar, gerät aber durch die Anonymität des Netzes allzu oft in Vergessenheit. Sich in den anderen hineinversetzen und vor dem Handeln nachdenken beantwortet dann meist die Frage, was der Online Reputation nutzt oder schadet.

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Über Verena Maisch

Verena Maisch ist seit März 2013 Praktikantin bei consense und hat Philosophie und Wirtschaft studiert. Als PR-Neuling schreibt sie über alle Themen der Online Reputation.
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