Facebook: Standardisierte E-Mail-Adressen für Alle

Wie bereits angekündigt, hat Facebook nun für alle seine Nutzer eine eigene E-Mail-Adresse eingerichtet – und zwar egal ob die es wollen oder nicht. Damit wird bei Facebook wieder einmal Pflicht, was zunächst freiwillig bleiben sollte. Jeder Nutzer hat automatisch eine E-Mail-Adresse nach dem Schema Benutzername@facebook.com zugewiesen bekommen und kann darüber E-Mails auf Facebook empfangen und versenden – auch „nach draußen“.

Zwar wurde darüber berichtet, wie man die hauseigene Facebook-Adresse auf der Chronik verbirgt und dass das soziale Netzwerk (wieder einmal) seine Nutzer nicht ausreichend über seine Schritte informiert hat. Doch Eins blieb bisher relativ unbeachtet in der medialen Diskussion: Wie verberge ich meine Facebook-E-Mail-Adresse nicht nur, sondern verhindere pauschal, dass ich über die Adresse für Dritte (auch außerhalb der Facebook-Welt) erreichbar bin?

Des Pudels Kern: Privatsphäre

Nach einiger Recherche und längerem Suchen im Facebook-Dickicht der wirren Account-Settings ist des Pudels Kern gefunden: Privatsphäre-Einstellungen. (Wieder einmal) liegt die Verantwortung beim Nutzer selbst und die ganze Aufregung um die

In den Privatsphäre-Einstellungen kann man festlegen, wer einem Nachrichten schicken kann.

In den Privatsphäre-Einstellungen kann man festlegen, wer einem Nachrichten schicken kann.

E-Mail-Adresse made by Facebook steht und fällt damit, ob ein Nutzer bei seinen Privacy-Settings einstellt, dass er von jedem eine Nachricht zugesendet bekommen kann. Wenn ich angebe, dass ich lediglich von meinen eigenen Facebook-Freunden Nachrichten bekommen kann, dann ist meine Facebook-E-Mail-Adresse auch für Dritte nicht erreichbar. Falls mir jeder eine Nachricht schicken kann, dann landen diese nicht im Posteingang, sondern bei den Nachrichten unter Sonstiges.

Der Nutzername macht’s

Also viel heiße Luft um nichts? Teil, teils würde ich sagen. Es ist gut zu wissen, dass man die Nachrichten-Zustellung von Außen pauschal damit unterbinden kann, dass man seine Privatsphäre-Einstellung anpasst. Sonst wäre die Spam-Gefahr groß gewesen. Die standardisierten E-Mail-Adressen orientieren sich nämlich am Nutzernamen. Aus dem automatisch zugeteilten Nutzernamen wird die Adresse generiert. Zum Glück: Hier kann der User eingreifen und seinen Nutzernamen ändern, der in der Adresszeile hinter dem Slash angezeigt wird. Unter ihm lässt sich die Chronik aufrufen (Beispiel: facebook.com/max.mustermann). Ändern kann man ihn unter den Kontoeinstellungen. Doch aufgepasst: Der Nutzername lässt sich nur einmalig ändern und sollte laut Facebook den wirklichen Namen des Users beinhalten. Da der Nutzername gleich der E-Mail-Adresse ist (Beispiel: max.mustermann@facebook.com), lässt sich auch diese nur einmal verändern.

Ziel der hauseigenen E-Mail-Adressen von Facebook ist es, übergreifende Kommunikationszentrale zu werden. Der eigene Mail und Message Service soll gefördert werden und Facebook noch besser mit der restlichen Welt vernetzen. Gut beraten ist wie immer derjenige, der ein wachsames Auge auf seine Privatsphäre-Einstellungen auf Facebook hat.

Über Laura Trachte

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