Social Media Club: „Facebook – einfach konkurrenzlos?“

Social Media Club München im Mai 2012

„This journey is 1% finished“. Unter diesem Motto gab Tina Kulow am Montag Einblick in die Aktivitäten von Facebook. Die Pressesprecherin DACH von Facebook war zu Gast beim Social Media Club München. Kulow stand Alexander von Streit, Chefredakteur bei Wired Deutschland, und Social Media Expertin Doris Schuppe Rede und Antwort. Es entwickelte sich ein interessantes Gespräch über die Daten der User, neue Features auf Facebook und wie die Zukunft des sozialen Netzwerkes aussehen könnte.

Zu Beginn zeigte Kulow eine Studie der Bitcom, die verdeutlicht, dass viele kleine und mittelständische Unternehmen von ihrer Facebook-Präsenz profitieren. Über 30 Prozent bemerken es am steigenden Umsatz. Dies nachhaltig zu fördern ist Facebook wichtig, betont Kulow. Schließlich seien sie immer dabei, die Plattform zu verbessern und Neuerungen einzubringen. Dabei orientieren sie sich in ihrer Infopolitik an der Einführung der Timeline. Lang im Voraus angekündigt, hatten die User die Möglichkeit, sich darauf einzustellen. Als „Blaupause“ diene sie als gutes Beispiel.

Datenschutz bei Facebook: Welche Daten gebe ich Preis?

Vortrag von Tina Kulow (Facebook-Pressesprecherin) beim Social Media Club München

Tina Kulow über die Zukunft von Facebook; Foto: Raimund Verspohl für SMCMUC

Während für die Unternehmen bereits umgestellt wurde, lehnen viele private Nutzer die Chronik noch ab. Die Kritik: Die Chronik macht vor längerer Zeit Veröffentlichtes wieder sichtbar. Doch dies sei alles freiwillig und jeder könne individuell entscheiden, welche Informationen er veröffentlichen will oder nicht. Facebook will auch alte Freunde wieder zusammenbringen und Austausch ermöglichen. Dadurch erhält Facebook Daten seiner Nutzer, schließlich zielt Facebook darauf ab, dass seine User aktiv sind und Dinge posten. Denn ohne den Austausch der User „wäre das Ganze ja recht langweilig“, wie Kulow meint. So werden anonymisierte Informationen zusammengefasst, um Zielgruppen zu erstellen. Diese dienen Unternehmen dazu, zielgenaue Werbung zu schalten. Trotzdem hat jeder User laut Kulow die Möglichkeit seine Daten nachhaltig löschen zu lassen. Zum einen kann das Konto deaktiviert werden. „Damit schläft das Konto. Die Daten sind aber noch immer da“, so Kulow. Bei der zweiten Option wird das Konto gelöscht. Dies geschieht innerhalb von 90 Tagen.

Allerdings: Im Rahmen der gesamten Datenschutzdebatte will Facebook verhindern, dass seine Nutzer abspringen und ihre Daten löschen lassen. Diese benötigt Facebook als werbefinanziertes Modell schließlich, um seinen Umsatz zu erhöhen. Gerade jetzt vor dem Börsengang spielt die Wertsteigerung und folglich die Daten der User eine wichtige Rolle.

Die Neuerungen auf Facebook sind nie abgeschlossen

Katharina von consense verfolgt gespannt die Vorträge

Katharina hört gespannt zu; Foto: Raimund Verspohl für SMCMUC

Wie könnte Facebook gegen einen Schwund an Usern vorgehen, der sich auf Grund von neuen, in Bezug auf die Daten zweifelhafte Features ergeben könnte? „Am besten bietet man die geilste Plattform an!“, so die einfache Antwort von Kulow. Dabei wissen sie um die Verantwortung, die Facebook als digitalen Teil des Alltags zu tragen hat. Neue Features müssen technisch einwandfrei sein und den Datenschutzbestimmungen entsprechen. Kulow erklärt, dass Facebook seiner Verantwortung auch gerecht werde, indem es klare Regeln aufstelle, was im sozialen Netz erlaubt ist und was nicht. Außerdem stelle man sich immer die Frage, ob die Leute das Programm auch wollen. Schließlich sollen sie Facebook gern und aktiv nutzen. Wie der neue Aktivitätenstream als Beispiel zeigt, werden die neuesten Entwicklungen auch von vielen angenommen. Diese Entwicklungen werden sicherlich nicht die letzten gewesen sein.

Die Entwicklung von Facebook in der Zukunft

Auf die Zuschauerfrage, wie Facebook in fünf Jahren aussehen wird, wandte die Pressesprecherin ein, dass dies einen viel zu großer Zeitraum für Facebook darstelle. Sie denken in kleineren Schritten. Doch sicher sei, dass die Plattform nicht mehr nur als facebook.com stattfinden wird, wie es die bereits integrierten Spiele zeigen. In einer dynamischen Welt, wie wir sie erleben, wird das Unternehmen auch andere Bereiche einbinden. Ganz nach „This journey is 1% finished.“ wird man also sehen, was die Zukunft bringt und wo sich das soziale Netzwerk hinbewegt.

Update:

Wie es scheint hat Kulow am Montag nicht zu viel versprochen: Vor dem Börsengang, der für den 18. Mai geplant ist, kündigte Facebook nun einen eigenen App-Store und eine Filesharing Funktion für Facebook Gruppen an.
Artikel, die Sie auch interessieren könnten:

Über Katharina Richter

Katharina Richter arbeitete bis Februar 2013 bei consense communications - erst als Praktikantin, dann als Trainee. Sie befasste sich hauptsächlich mit neuen Entwicklungen zum Thema Social TV und berichtete über interessante Social Media Kampagnen.
Artikel weiterempfehlen

Wie ist Ihre Meinung zu unserem Artikel?