Top 3 Social Media Kampagnen 2011

Wir haben uns auf die Suche nach würdigen Nachfolgern der legendären Social Media Kampagne von Old Spice gemacht, unserer Meinung nach die beste Social Media Kampagne 2010. Welche Unternehmen haben die richtigen Social Media Kampagnen gestartet, wer hat Twitter, Facebook & Co. gekonnt genutzt und seine Online Reputation gestärkt? Hier sind die Top 3 Social Media Kampagnen der letzten Monate.

Witzige Awards für Social Media Generation

Der Minzpastillen-Hersteller Altoids hat im Rahmen seiner Social Media Kampagne die „Altoids Curiously Strong Awards“ ins Leben gerufen und dabei sehr viel Gespür für Humor bewiesen. Im Video besingt ein junger Mann seine Facebook-Freunde, die er in verschiedene Kategorien unterteilt. „Princess Snapshot“ hat beispielsweise auf ihrem Facebook-Profil mehr Selbstporträts als Freunde und der „Oversharer“ teilt wirklich jede Information mit seinen virtuellen Freunden. Das Tolle daran: Jeder hat Facebook-Freunde, auf die mindestes einer der humorigen Awards zutrifft. Das sehen auch die knapp 60.000 Facebook-Fans von Altoids so und nominieren fleißig ihre Freunde. Auf Youtube wurde das Video schon mehr als 2,3 Millionen Mal angeschaut. Prima für Altoids: Der Bekanntheitsgrad des Unternehmens steigt stetig, die Online Reputation wird gestärkt. Etwas verwunderlich ist nur, dass Altoids keinen Twitter-Account hat. Der würde sich nämlich prima anbieten um die Follower in die Kreation neuer Nominierungstitel einzubinden. Unser Fazit fällt trotzdem positiv aus. Die „Altoids Curiously Strong Awards“ sind Teil einer gelungenen Social Media Kampagne, die die Fans des Web 2.0 auf die Schippe nimmt und trotzdem zum mitmachen animiert.

Social Media Kampagne mit Comedy-Urgestein John Cleese

„I want to break free“ lautet das Motto der Social Media Kampagne, die der Navi-Hersteller Tomtom ins Leben gerufen hat. Hintergrund ist folgender: Tomtom sieht sich selbst auf der Mission, Stau zu reduzieren und damit das Autofahren für alle angenehmer zu machen. Laut „Traffic Manifesto“ soll dies durch clevere Technologie und Echtzeit-Verkehrsupdates möglich sein. Die Social Media Kampagne „I want to break free“ ist angelehnt an den „Queen“-Klassiker aus dem Jahr 1984. In sechs verschiedenen Clips sitzt John Cleese im Auto und kämpft mit den Tücken des Staus. Einmal motzen er und seine Tochter über den „selfish bastard“, der sich laut Auskunft eines Verkehrspolizisten vor einen Lkw geworfen und somit den Stau verursacht hat. Ein anderes Mal sitzt Cleese mit Freunden im Auto und nölt solange denselben Singsang herunter, bis seine Mitfahrer entnervt aus dem Auto flüchten. Am Ende jedes Videos schmettert Cleese den Queen-Klassiker aus voller Brust und gibt damit den Anstoß für den eigentlichen Clou der Social Media Kampagne. Fans des Navi-Herstellers waren aufgerufen, ihre eigenen Versionen der Stau-Hymne ins Netz zu stellen – mit der Aussicht auf tolle Gewinne. 1,6 Millionen Leute haben sich das motzende Comedy-Urgestein auf Youtube schon angesehen  und viele davon verfolgen sicherlich auch die Tweets des Comedians. John Cleese hat auf Twitter fast 1,2 Millionen Follower, eine Zahl, an die Tomtom bei weitem nicht herankommt. Die Nachrichten des Navihersteller lesen gerade einmal 11.650 Follower. Nichtsdestotrotz: Tomtom verbesserte mit dieser Social Media Kampagne enorm seine Online Reputation. War das Unternehmen vor zwei Jahren beim Start der Facebook-Site noch völlig gesichtslos, wird es jetzt mit dem beliebten britischen Comedian assoziiert. Wir finden hier wurde Social Media gut genutzt.

Get closer to Andy Murray – mit Social Media

Eigentlich ist es die Social Media Kampagne des Sportartikelherstellers Head, doch dessen Produkte spielen in dem Clip mit und über Andy Murray eine untergeordnete Rolle. Zwei Wochen vor dem Startschuss zu Wimledon 2011 (20.06.-03.07.) stellte Head Tennis das Video auf Youtube online. „Get closer to Andy Murray“ lautet der Titel des Clips, der den Tennisstar in alltäglichen Situationen zeigt. Egal, ob Murray gerade frühstückt, trainiert oder unter der Dusche steht: seine Fans sind ganz nah an ihm dran und halten ihrem Idol „Like-Buttons“ unter die Nase. Das ist auch das Prinzip der Social Media Kampagne. Je mehr man „liked“, desto mehr erfährt man von Andy Murray über Andy Murray. Einige Fans sind dabei besonders nah am Geschehen dran: Andy Murray ließ  sich ausgewählte Posts auf genau die Schlägertasche drucken, die er bei Wimledon mit aufs Spielfeld nimmt. Die Einbindung der Marke Head Tennis hat hier allerdings nicht so recht funktioniert. Die Social Media Kampagne läuft in erster Linie zugunsten Andy Murrays. Das schlägt sich auch in den Zahlen der Social Networks nieder: Head Tennis hat 95.600 Fans auf Facebook, Andy Murray 332.165.  Fast 458.000 Anhänger verfolgen Andy Murrays Tweets auf Twitter, Head Tennis kommt dagegen auf weniger als  10.000. Das Video der Social Media Kampagne wurde auf Youtube rund 106.000 Mal angesehen und scheint dazu beigetragen zu haben, in erster Linie Andy Murrays Online Reputation gestärkt zu haben…

Fazit

Die Social Media Kampagne von Old Spice brach 2010 sämtliche Online-Rekorde. Ex-Footballer Isaiah Mustafa verpasste dem vermeintlichen Altherrenduft eine neue Online Reputation: jung, cool, sexy.  Mit diesem Riesenerfolg (33,3 Millionen Klicks auf Youtube innerhalb eines Jahres) haben die Social Media Manager von Old Spice neue Maßstäbe gesetzt. Wir sind gespannt, mit welchen Social Media Kampagnen uns die Werbewelt in der zweiten Hälfte des Jahres beglücken wird. Habt ihr schon Anwärter-Kampagnen auf den Social Media Thron 2011? Dann schickt uns eure Links – Teil 2 der Top 3 folgt bestimmt!

Über Kathrin Achatz

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