Archive for Juni, 2011

    Vom Innovator’s Dilemma Facebooks – Oder: Warum MySpace scheiterte und Google+ nicht die Antwort ist

    Setzt sich die Erfolgsgeschichte Facebooks fort, geht das Unternehmen Anfang nächsten Jahres an die Börse. Neueste Berechnungen taxieren den Wert Facebooks auf bis zu 100 Milliarden Dollar. Rupert Murdoch hat sich MySpace im Jahre 2005 eine halbe Milliarde Dollar kosten lassen. Gestern lag der Wiederverkaufswert nur noch bei 35 Millionen Dollar. Der einstige Branchenprimus scheiterte und dient nun als mahnendes Beispiel für alle Social Networks. Facebook, heute Marktführer, ist möglicherweise schon zu groß, um zu scheitern. Um ihre Vormachtstellung gegenüber Konkurrenten wie Google+ zu behaupten, müssen sie weiterhin innovativ bleiben.

    Warum MySpace scheiterte

    MySpace scheiterte, weil es sich nicht weiterentwickelte. Das Unternehmen baute ihre Seite um die Monothematik Entertainment und Musik. Facebook hingegen richtete von Anfang an seinen Fokus auf das Social Networking aus. MySpace öffnete sich nicht nach außen, schaffte keine Schnittstellen für Entwicklungen Dritter. Zudem litt die Usability der Seite unter einer immer größeren Einbindung von Werbung. Nicht zu unterschätzen ist auch der Design-Aspekt: Facebook gelang, durch ein simpleres und sauberes Design, eine bessere Ansprache auch älterer Zielgruppen.

     

    Facebook: Andere Vorzeichen als bei MySpace

    Nun lassen sich MySpace damals und Facebook heute nur schwer vergleichen. Social Networking, bzw. Facebook, ist “in der Mitte der Gesellschaft” angekommen. Spätestens, wenn die eigene Mutter auf Facebook vertreten ist, muss man sich eingestehen, dass das, was man da im Internet so macht, im Mainstream angekommen ist. Social Networking betreiben nun nicht mehr nur Tweens sondern Onliner aus allen Altersschichten. Geht man von 49 Millionen Onlinern und 19,2 Millionen Facebook Nutzern in Deutschland aus, sind fast 40% aller deutschen Internetnutzer auf Facebook vertreten.

    Facebook: Too big to fail?

    Ist Facebook damit zu groß, um zu scheitern? Facebook sieht sich dem Innovator’s Dilemma ausgesetzt. Eine Problematik, vor der auch MySpace stand – und nicht lösen konnte. Als aufstrebendes Unternehmen verdrängten sie den Marktführer im Social Networking, damals Friendster. Das gelang ihnen, weil sie ein innovatives Produkt zur richtigen Zeit, dem richtigen Markt zugänglich machten. Das Innovator’s Dilemma setzt allerdings ein, wenn man selbst zum Marktführer wird. Innovatoren können selten noch kreativ arbeiten, statt neue Ideen zu entwickeln, müssen sie andere Aufgaben bewältigen, um ihre Position als Marktführer zu behaupten. Unternehmensstrukturen verändern sich durch Expansion, Produktionsprozesse verlangsamen sich und werden für Innovation “von unten” undurchlässiger. MySpace gelang es nach Übernahme der Marktführerschaft nicht, weiterhin kreativ zu bleiben und ihr Produkt weiter zu entwickeln.

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    Erste Eindrücke zu Google+

    Invite-only: Noch müssen Interessierte warten, nur mit Einladung kann man Google+ momentan testen.

    Invite-only: Noch müssen Interessierte warten, nur mit Einladung kann man Google+ momentan testen.

    2004 rief Google Orkut ins Leben. Ein soziales Netzwerk, das Friendster Konkurrenz machen sollte. Der Dienst sollte sich nur in Brasilien und Indien wirklich durchsetzen. Oder erinnert sich noch jemand an Google Buzz oder Wave? Nein? Nun ja, Googles bisherige Ausflüge in die Social Media Welt waren kurzlebig und unerfolgreich. Mit Google+ soll sich das ändern. Der Großangriff auf Facebook geht in die Testphase. Allerdings ist für die Registrierung noch eine Einladung notwendig und selbst dann wird man von Google derzeit vertröstet, dass die Kapazitätsgrenzen erreicht sind. Nichts desto trotz, wer sich einen ersten Eindruck machen will, für den haben wir die besten “Augenzeugenberichte” zusammengetragen:

    Einen Blick auf die Funktionalität kann man dann doch schon selbst werfen: Eine interaktive Demo steht nämlich auch zur Verfügung.

    Update: Es gibt natürlich auch ein fetziges (hübsch gemacht, aber inhaltsleeres) Promo-Video, das wir der Vollständigkeit halber euch nicht vorenthalten wollen.

    Top 3 Social Media Kampagnen 2011

    Wir haben uns auf die Suche nach würdigen Nachfolgern der legendären Social Media Kampagne von Old Spice gemacht, unserer Meinung nach die beste Social Media Kampagne 2010. Welche Unternehmen haben die richtigen Social Media Kampagnen gestartet, wer hat Twitter, Facebook & Co. gekonnt genutzt und seine Online Reputation gestärkt? Hier sind die Top 3 Social Media Kampagnen der letzten Monate.

    Witzige Awards für Social Media Generation

    Der Minzpastillen-Hersteller Altoids hat im Rahmen seiner Social Media Kampagne die “Altoids Curiously Strong Awards” ins Leben gerufen und dabei sehr viel Gespür für Humor bewiesen. Im Video besingt ein junger Mann seine Facebook-Freunde, die er in verschiedene Kategorien unterteilt. “Princess Snapshot” hat beispielsweise auf ihrem Facebook-Profil mehr Selbstporträts als Freunde und der “Oversharer” teilt wirklich jede Information mit seinen virtuellen Freunden. Das Tolle daran: Jeder hat Facebook-Freunde, auf die mindestes einer der humorigen Awards zutrifft. Das sehen auch die knapp 60.000 Facebook-Fans von Altoids so und nominieren fleißig ihre Freunde. Auf Youtube wurde das Video schon mehr als 2,3 Millionen Mal angeschaut. Prima für Altoids: Der Bekanntheitsgrad des Unternehmens steigt stetig, die Online Reputation wird gestärkt. Etwas verwunderlich ist nur, dass Altoids keinen Twitter-Account hat. Der würde sich nämlich prima anbieten um die Follower in die Kreation neuer Nominierungstitel einzubinden. Unser Fazit fällt trotzdem positiv aus. Die “Altoids Curiously Strong Awards” sind Teil einer gelungenen Social Media Kampagne, die die Fans des Web 2.0 auf die Schippe nimmt und trotzdem zum mitmachen animiert.

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    Social Media Marketing bei der Frauenfußball WM

    Am Wochenende startet die Weltmeisterschaft im Frauenfußball. Deutschland ist Ausrichter, Titelverteidiger und Favorit. Nach einer Umfrage des Magazins Kicker gehen über 70% der Befragten von einem Titelgewinn der deutschen Frauen-Nationalmannschaft aus. Trotzdem ist die Fan-Stimmung im Land bisher eher verhalten. Die Kommunikation der Frauen WM über Social Media wäre ein guter Weg zur Promotion des Großereignisses. Doch was passiert bisher im Social Media Marketing der Frauenfußball WM?

    Marketing der Frauenfußball WM ohne die FIFA

    Ein Besuch der FIFA Website zeigt: Der Weltverband vermarktet die Frauen WM nicht als Großereignis. Lediglich einen briefmarkengroßen Hinweis gibt es auf der Startseite der FIFA. Die Weltmeisterschaft im Frauenfußball scheint bei der FIFA einen geringen Stellenwert zu haben. Auf Facebook und Twitter fehlt die Kommunikation der Frauen WM seitens FIFA ganz. Die Chancen des Social Media Marketings nutzt der Fußball-Weltverband nicht.

    Der DFB: Sommermärchen reloaded

    Der Deutsche Fussballbund dagegen promotet die Frauen WM auf der offiziellen Website. Außerdem hat der DFB eine Social Media Kampagne für die WM der Frauen aufgebaut. Das Konzept Sommermärchen reloaded der Kampagne basiert auf dem WM-Film Sommermärchen von 2006. Mit Filmbegriffen als Kategorien stellt eine Facebookseite die Frauen WM vor, von „Darsteller“ (Spielerinnen) über „Drehorte“ (Stadien) bis hin zu „Regie“ (WM Komitee und Botschafterinnen). Unter der Kategorie „Mitspielen“ finden sich Infos zu Fußballclubs in Wohnortnähe und Volunteer-Jobs bei der WM. Mit interaktiven Aktionen werden die Fans zum Mitmachen angeregt. So kann beispielsweise ein Fan-Abzeichen der Frauenfußball WM ins eigene Profilbild integriert werden.
    Stetig wächst die Zahl der Fans von Sommermärchen reloaded, aktuell sind es 24.000. Mitverantwortlich für diesen Erfolg ist der stets aktuelle Content der Seite. Fast täglich gibt es auf der Pinnwand Neuigkeiten und Videos aus dem Team der Spielerinnen. Zusätzlich zur Weltmeisterschaft promotet der DFB mit Links Stars der Mannschaft wie Fatmire „Lira“ Bajramaj. weiterlesen »

    “Engage or die!”… Social Media Marketing & iCommerce Summit

    Wie lässt sich Social Media zu Geld machen? Wo lässt sich diese Frage besser beantworten als bei einer Social Media Tagung im sommerlich-luxuriösen Monte Carlo mit hochkarätigen Referenten: Social Media Marketing & iCommerce Summit 2011 ist die erste internationale Social Media Veranstaltung in Europa.

    Michael Saylor, Gründer und CEO des Veranstalters der SMiCS 2011 (MicroStrategy Inc.), erklärt Social Media zum größten Meilenstein seit der Industriellen Revolution. Er prophezeit sozialen Medien die Macht, über das Schicksal ganzer Unternehmen entscheiden zu können.

    Weitere Experten aus Wissenschaft und Praxis sprechen über ihre Meinungen und Erfahrungen. Darunter Martin Hubert, CEO von eprofessional GmbH, einer Tochter des Axel-Springer-Verlages, Prof. Dr. Peter Gentsch, Analytiker der Business Intelligence Group oder Don Peppers, Gründungsmitglied von Peppers & Rogers. Letzterer wird zum Thema Social CRM referieren: Firmen sollten die Goldgrube Facebook aktiv nutzen, um Kunden zu generieren. Viel Zeit zum Networking wird am Eröffnungsabend der SMiCS 2011 bei einer großen Party im Fairmont Monte Carlo Hotel sein. Die Veranstaltung richtet sich gezielt an Marketingleiter. Die Kosten liegen bei 695,- € pro Person. Alle weiteren Infos zu Ablauf, Unterbringung und Anreise finden Sie auf der Website der SMiCS 2011.

    Weitere Events und Veranstaltungstipps rund um Social Media finden Sie in unserem Eventkatalog.

    Joko vs. Klaas: Wer wird Social Media Marketing Hero der Sparkasse?

    Die Sparkasse sucht ein neues Testimonial und macht daraus kurzerhand eine Social Media Kampagne. Unter dem Motto “Giro sucht Hero” wird dazu ein Wettkampf ausgetragen. Die TV-Moderatoren Joachim “Joko” Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf messen sich in verschieden kuriosen Wettbewerben. Die Zuschauer stimmen ab, wer seine Sache besser macht. Joko und Klaas, bekannt u.a. aus MTV, sollen bei der jungen Zielgruppe das angestaubte Image der Sparkasse aufzufrischen. Giro sucht Hero funktioniert, weil die Wettkämpfe kurzweilig sind, diese die Dienste der Sparkasse perfekt einbinden und dank des professionellen Social Media Auftritts. Wir haben uns den Vorstoß der Sparkasse ins Social Media Marketing genauer angeschaut.

    Social Media Marketing schon zu MTV-Zeiten

    Joko und Klaas’ Show “MTV Home” war für viele der einzige Grund den einstigen Musiksender MTV noch einzuschalten. Im Stile der frühen Shows Stefan Raabs verband die Sendung Musik, Interviews mit interessanten Gästen und Unsinnsaktionen. Publikumslieblinge Joko und Klaas maßen sich regelmäßig in skurrilen Wettbewerben. Wer schreibt den besseren Rap-Song? Strip-Paintball oder Wer kann seinen Mageninhalt nach Brechmittelkonsum länger bei sich behalten? Bereits bei MTV Home funktionierte das Social Media Marketing. Mit über 300.000 Fans gehört die Show zu den meistgeliketen deutschen TV-Shows auf Facebook. Die Fans erhielten Previews auf die kommende Sendung. Bei der Zielgruppe Generation Facebook sind sie als Sparkassen-Testimonial prädestiniert.

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    15.000 Partywillige versetzen Nachbarschaft via Facebook in Angst

    Viele Jugendliche träumen von der perfekten Sweet 16-Party. Auch Thessa K. aus Hamburg wollte heute Abend mit ihren Freunden in ihren 16. Geburtstag reinfeiern. Auf Facebook lud sie zur Party ein. 15.000 User sagten zu, ihr Vater ab. Was ist passiert, dass nun ein privater Sicherheits-Dienst das Anwesen der Familie in Hamburg-Bramfeld schützen muss?

    Die Geister, die ich rief…

    In unserer Rubrik Status Flopper weisen wir regelmäßig auf die Gefahr unbedarfter Status Updates in sozialen Netzwerken hin. Ein ähnlicher Fehler ist Thessa unterlaufen. Anstatt die Veranstaltung auf Facebook als “privat” zu kennzeichnen, machte sie die Eventseite für alle Nutzer zugänglich. Adresse und Telefonnummer waren somit nicht nur für die von ihr eingeladenen Freunde sichtbar. Innerhalb kürzester Zeit sagten 15.000 Gäste zu. Die Eventseite wurde daraufhin gelöscht, ihr Vater verkündete in der Hamburger Morgenpost, die Party sei abgesagt. „Ein privater Sicherheitsdienst und die Polizei sind bereits involviert“, so Lutz K. Die Nachbarn dürften, dank des mangelnden Online Reputation Managements, trotzdem genervt sein.

    „Ich feier am 03.06. in meinen Geburtstag rein. Kommen kann, wer will, aber bitte vorher Bescheid sagen!“

    Bleibt abzuwarten, wie viele der “Gäste” heute Abend wirklich kommen. Dass bloße Fanzahlen nicht 1 zu 1 in Partizipation umrechenbar ist, hat beispielsweise die Demo-Reihe Pro Guttenberg gezeigt: zehntausende Sympathisanten hatten auf Facebook ihr Kommen angekündigt, erschienen sind einige Hundert. Die Internetgemeinde stellt auch hier wieder ihre Kreativität unter Beweis. Der Blog Thessas Sweet 16 sammelt den Facebook Content, auf YouTub findet sich eine Reihe Geburtstagslieder für Thessa:


    Von Sebastian Kahl