Archive for März, 2011

    Happy Birthday: netz-reputation wird ein Jahr alt

    Im Herbst des Jahres 2009 kam in unserer Agentur die Idee auf, einen eigenen Blog zu schreiben. Ein Thema war schnell gefunden: Was mit (neuen) Medien! Das Hauptaugenmerk sollte auf der Online Reputation liegen. (Verworfene Blog-Konzepte handelten übrigens vom Wandern mit Allergien oder Mittagessen im Büro…) Nach reiflicher Planung ging netz-reputation.de am 29. März 2010 online. Mit den Grundlagen der Twitter Kommunikation fing alles an.

    1 Jahr Social Media Berichterstattung

    Seitdem ist viel geschehen in der Social Media Welt. Facebook hat mehr als eine halbe Milliarde Mitglieder und einen eigenen Kinofilm. Charlie Sheen brauchte nur knapp 25 Stunden um eine Million Follower auf Twitter zu gewinnen. Google versetzte mit seinem Dienst StreetView die Deutschen in Aufruhr, Wikileaks mit seinen Enthüllungen die US-Regierung. Social Media half einen Verteidigungsminister zu stürzen. Kurzum, viele wussten Social Media geschickt für sich zu nutzen, einige tappten in das ein oder andere Online Reputationsfettnäpfchen.

    Über viele dieser Themen haben wir berichtet. Wir hoffen ihr hattet beim Lesen genauso viel Spaß wie wir beim Schreiben. Das waren eure beliebtesten Artikel:

    1. Top 5 Social Media Kampagnen 2010 (1364 Leser)
    2. Die elf wichtigsten WM-Kategorien: Fußballsprüche für Ihre Online Reputation (1047 Leser)
    3. Schlechtes Online Reputation Management bei Nestlé: Ungenügende Reaktion auf Vorwurf der Rooibos Robbery (891 Leser)
    4. Top 5 Social Media Trends 2011 (847 Leser)
    5. Soziale Netzwerke und ihre Wirkung (816 Leser)

    Ihr wusstet unser Engagement zu honorieren. Fast 20.000 Besucher haben sich im vergangenen Jahr auf unserem Blog getummelt. In dieser Zeit entstanden auch knapp 400 Kommentare. Ihr habt unseren Blog als Informations- und Diskussionsplattform genutzt. Dafür möchten wir uns bei euch bedanken!

    Jetzt seid Ihr dran! Habt ihr Vorschläge was man an n-r verbessern könnte?

    Von Sebastian Kahl

    Cyber Mobbing auf iShareGossip: Gefahr für Ihre Online Reputation?

    In den letzten Tagen und Wochen ist eine Website in den öffentlichen Fokus gerückt, die eine Plattform für den Austausch von Gerüchten bieten und dabei eine neue “Qualität” des Cyber Mobbings erschafft: iShareGossip. Kein schlechtes Grundgerüst, allerdings wird die Website, zumeist von Jugendlichen, dazu genutzt, einander zu beleidigen und zu diffamieren. Was steckt hinter der Cyber Mobbing Website?

    Cyber Mobbing als Website Konzept

    iShareGossip will Nutzern im Internet den Austausch von Gerüchten ermöglichen. Die Betreiber der Website haben sich die freie Meinungsäußerung auf die Fahnen geschrieben. Sie “garantieren [deshalb] die absolute und uneingeschränkte Anonymität der Beitragschreiber und Kommentatoren”. Eine derartige Ausrichtung der Website öffnet aber dem Cyber Mobbing Tür und Tor. Die Website ist besonders unter Schülern beliebt, die einander beleidigen. Mit der Anonymität ist auch eine neue Qualität des Cyber Mobbings gegeben. Die Nutzer müssen nun keine Angst mehr vor Konsequenzen haben. Während Beleidigungen auf Plattformen wie etwa Facebook das Löschen von Beiträgen oder gar das Sperren von Nutzern nach sich ziehen kann, sind iShareGossip-User davor sicher.

    Cyber Mobbing und seine Auswirkungen

    In Berlin Reinickendorf zeigten sich unlängst die Auswirkungen des Cyber Mobbings auf die wohl schlimmstmögliche Art und Weise. Durch die unzulänglichen Möglichkeiten zur Schlichtung Online, suchte ein 17-Jähriger Offline nach einer Lösung. Seine Freundin wurde auf iShareGossip von mehreren Mitschülerinnen beleidigt. Die Website stellt, im Gegensatz zu Facebook etwa, keine Möglichkeiten bereit Beiträge zu melden. Auf offener Straße suchte er daher das Gespräch zu den Mitschülerinnen. Mehrere Jugendliche kamen hinzu, sie warfen dem jungen Mann vor, die Mädchen zu bedrohen. Die Situation eskalierte. Eine Gruppe von 20 Jugendlichen prügelte schließlich auf den 17-Jährigen ein, der mit einem Schädelhirntrauma im Krankenhaus landete.

    Cyber Mobbing schadet Ihrer Online Reputation

    Auf iShareGossip kann jeder, fast gänzlich ungefiltert, seine “Meinung” über Dritte veröffentlichen. iShareGossip wird hauptsächlich von einem jüngeren Publikum genutzt. Die Gefahren für die Online Reputation durch Cyber Mobbing liegen auf der Hand. Die Website Rottenneighbor.com etwa hatte ein ähnliches Konzept. Nutzer konnten ihre Nachbarn anschwärzen und über sie herziehen. Setzt sich das Prinzip durch könnten ähnliche Websites etwa mit einem Bezug auf die Arbeitswelt auch für ältere Nutzer “interessant” sein. Auch die Politik hat die Problematik erkannt: Die Website iShareGossip soll laut Bundesfamilienministerin Kristina Schröder auf den Index der Bundesprüfstelle für Jugendgefährdende Medien. Jedoch bedeutet dies lediglich, dass die Seite über die deutschen Versionen der gängigsten Suchmaschinen nicht mehr ohne Weiteres gefunden wird. Die Forderung eines Berliner Elternverbandes nach einer kompletten Abschaltung der Website kann so schnell nicht Folge geleistet werden.

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    Von Sebastian Kahl

    Über Nacht zum Star – Social Media Fame für jeden

    Social Media, insbesondere YouTube, verhilft immer häufiger scheinbar talentfreien Usern zu ihren 15 Minuten Ruhm. Eine Reihe von “Künstlern” hat das bereits bewiesen. Derzeit macht ein Video die Runde: Rebecca Black mit ihrem Song “Friday”. Mehr als 40 Millionen Klicks hat die 13-Jährige Schülerin aus Los Angeles in knapp 2 Wochen erhalten. Wir haben uns angeschaut was diese neue Popsensation ausmacht und wollen den Mechanismus zeigen, der hinter solchen Phänomenen steckt.

    “In the future everybody will be famous for fifteen minutes.” – Andy Warhol

    Social Media Fame aus der Konserve

    In den USA können reiche Eltern ihren Kindern alles kaufen, mittlerweile auch die Pop-Karriere. $2.000 ließen sich die Eltern von Rebecca Black aus Los Angeles die erste Single ihrer Tochter kosten. Oben drauf gab es außerdem ein Musikvideo. Produziert wurde das Ganze vom Plattenstudio Ark Music Factory. Die Macher wiesen die Familie Black darauf hin, dass ihre Tochter mit dem Song “Friday” höchstwahrscheinlich nicht berühmt werden würde. Tatsächlich freute sich das Mädchen über 4.000 Views auf YouTube in den ersten Tagen, zumindest auf der Schule hatte jeder das Video gesehen:

    Doch dann entwickelte sich Rebecca Black zum Internet-Phänomen.  Was war passiert? Nachdem das Video einige Wochen von der Internetgemeinschaft unbeachtet auf YouTube verbrachte, wurde der Blog TheDailyWhat am 11. März (ein Freitag!) darauf aufmerksam. Daniel Tosh von Comedy Central griff die Meldung auf. Alleine auf Toshs Blog finden sich fast 4.000 Kommentare. Das Video erreichte noch am selben Tag 100.000 Views. Zwei Wochen später steht das Video nun bei über 40 Millionen Aufrufen.*

    Social Media Fame: Segen oder Fluch?

    40 Millionen Aufrufe, aber fast ausschließlich negatives Feedback: Zu den 500.000 Dislikes gesellen sich abertausende Kommentare in denen der Song und das Video schlecht gemacht und Rebecca beleidigt wird. Wer die Internetgemeinschaft in solchen Situationen kennt, weiß, dass das nicht zimperlich vonstatten geht. Doch warum? Rebeccas dünne Stimme wird mit Auto-Tune überladen, die Lyrics sind mitunter abenteuerlich:

    Yesterday was Thursday, Thursday, today it is Friday

    We, we, we so excited, we so excited [...]

    Tomorrow is Saturday, and Sunday comes afterwards

    Der Song ist aber nicht schlechter als viele x-beliebige semi-professionelle Videos, die sich auf YouTube finden lassen. Die Gretchenfrage ist also: Wird sie gehasst, weil sie “berühmt” ist? Oder ist sie “berühmt”, weil sie gehasst wird? Die Produktionsfirma hat Rebecca angeboten, dass Video von YouTube rutner zu nehmen. Sie lehnte ab, diese Genugtuung wollte sie ihren “Hatern” nicht verschaffen. Die Single, seit letzter Woche bei iTunes erhältlich, schaffte es bereits auf Platz 72 der Billboard Hot 100 Charts. Mittlerweile ist sie auch über das Internet hinaus bekannt. Mehrere Fernsehsender in den USA interviewten sie bereits zu ihrem Song.

    Social Media Fame auf Deutsch: Money Boy

    Auch im deutschsprachigen Raum funktioniert das Prinzip, wenn auch bedeutend langsamer. Bestes Beispiel ist hierfür der Wiener Rapper Money Boy. Der 29-Jährige stellte vor knapp einem halben Jahr das Video zu seinem Song “Dreh den Swag auf” online. Seither wurde der Clip fast 9 Millionen mal angeklickt:

    Die Hip Hop Gemeinde ist noch unsicher, ob Money Boy das wirklich ernst meint. Gut möglich das Sebastian Meisinger sein talentfreies Alter Ego Money Boy als Persiflage auf die Hip Hop Szene angelegt hat. Viele Hip Hop Songs handeln nur von Autos, Frauen und Geld, Money Boy treibt das in seinen Texten auf die Spitze.

    Das Prinzip des Social Media Phänomens

    Auch Money Boys Video verbreitete sich wie ein Lauffeuer und zeigt sehr schön die Mechanismen, die hinter einem solchen Internet-Phänomen stecken. Hip Hop Fans teilten das Video untereinander, einfach weil Money Boy so herrlich talentfrei daherkommt. Große Multiplikatoren, etablierte Rapper, die das Video twitterten, trieben es weiter voran. Durch den (unfreiwillig) lustigen Aspekt schauten es sich bald auch Leute an, die sonst keinen Hip Hop hören. Über Social Media Plattformen wie Facebook, Twitter oder diverse Foren verselbständigte sich die Verbreitung, das Video wurde “viral”. Ist einmal eine kritische Masse erreicht, werden auch etablierte Medien auf diese Phänomene aufmerksam. RTL etwa berichtete mehrfach über Money Boy, auch bei MTV Home war er zu Gast. Bald darauf unterschrieb er einen Plattendeal bei Sony und tritt nun regelmäßig live auf.

    Wie nachhaltig der Erfolg von Money Boy oder Rebecca Black sein wird ist schwer abzuschätzen. Das man es allerdings (wenn man denn Talent hat) durch Social Media bis an die Chart-Spitze schaffen kann, hat Justin Bieber gezeigt. Der 17-Jährige startete seine Karriere mit selbstgedrehten Videos auf YouTube und veröffentlichte letztes Jahr sein erstes Nummer-1 Album in den USA.

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    Von Sebastian Kahl

    *Das Original-Video ist auf Grund von Urheberrechtsproblemen in Deutschland eigentlich gesperrt, lässt sich aber trotzdem auf einigen Geräten abspielen. Das oben verlinkte Video entspricht dem Original-Video 1 zu 1.

    Silver Surfer – Ein Schatz im Web 2.0

    Silver Surfer: Sie haben Zeit, sie haben Geld und sie leisten sich auch was. Menschen ab 60 sind eine interessante Zielgruppe für PR- und Marketingfachleute. Lang galt das Internet nicht als mögliche Plattform, mit ihnen zu kommunizieren. 1997 waren gerade mal 0,2 Prozent der sogenannten Best Ager im Netz. Doch in den letzten Jahren hat sich viel getan. Inzwischen surfen 28,2 Prozent der über 60-Jährigen im Web.

    Wo finden wir den Schatz der Silver Surfer?

    Doch wo im Netz halten sich Silver Surfer auf? Was beschäftigt sie? Warum gehen sie online und wie können sie erreicht werden? Das Google Keyword-Ranking listet auf, wie oft ein Wort im Monat in das Google-Suchfeld eingegeben wird. Das Ergebnis vermittelt einen ersten Eindruck, wo Silver Surfer zu finden sind:

    Viele Silver Surfer nutzen Foren um sich mit Gleichaltrigen auszutauschen.

    Viele Silver Surfer nutzen Foren um sich mit Gleichaltrigen auszutauschen.

    Silver Surfer in Foren

    Knapp 15.000 Mal wird pro Monat nach Foren für Senioren gesucht. Das Internet ist voll davon. Ob lebensfreude50.de, forum-fuer-senioren.de oder seniorenportal.de, in den Foren geht es vor allem um die gemeinsame Freizeitgestaltung, Partnersuche und das Leben im Alter. Eigene Erfahrungen werden geteilt und oft auch Hilfe erbeten. Foren für Senioren werden von Silver Surfern viel genutzt. Es herrscht rege Diskussion und Kommunikation.

    Blogs von und für Silver Surfer

    Es gibt sie: Blogs von und für Senioren. Silver Surfer teilen ihre Erfahrungen und bieten Hilfestellungen und Erfahrungen für den leichteren Alltag älterer Menschen. Beispiele dafür sind senioren-blog.info oder senioren-blog.net. Hier werden die Bedürfnisse und aktuelle Themen der Silver Surfer publiziert. Blogs bieten eine Chance, mehr über die Interessen der Silver Surfer herauszufinden.

    Silver Surfer – Wie können Unternehmen sie erreichen?

    Ganze 165.000 Mal tippen User pro Monat Best Ager in die Google Suchfunktion. Gesucht wird die Zielgruppe also. Gefunden werden kann sie auch. Aber wie sollte sie angesprochen werden?

    Grob gesagt: klassisch! Anhänger von mobile Kampagnen und Smartphones müssen ihre Ansprüche zurückschrauben. Nur zwei Prozent der Silver Surfer besitzen ein Smartphone. Ein Großteil kann somit weder mit Apps, noch mit QR-Codes erreicht werden. 78 Prozent der Silver Surfer haben aber einen PC Zuhause stehen. Bei 43 Prozent der Befragten bietet der eigene Laptop Zugang zum Internet. Das bedeutet, die meisten Silver Surfer sitzen Zuhause vor dem Rechner und haben Zeit auf Werbeangebote zu klicken. Eine klassische Ansprache wäre zum Beispiel Banner Werbung oder Gutscheinangebote. Aber auch längere Artikel zu Produkten sind denkbar, Silver Surfer auf das eigene Unternehmen aufmerksam zu machen.

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    Von Julia Prockl

    Social Media nach der Katastrophe in Japan

    Die unfassbare Katastrophe, die das Erdbeben der Stärke 9,0 in Japan auslöste, ist seit gut zwei Wochen allgegewärtig in den Medien. Nicht zuletzt durch die intensive Nutzung von Social Media wurde die Welt hautnah Augenzeuge des Naturereignisses und seiner Folgen. netz-reputation.de stellt die Frage nach dem Nutzen von Social Media für Betroffene, Journalisten und die Weltöffentlichkeit.

    Der Nutzen von Social Media I: Informationsfluss

    Die schleppende Informationspolitik der japanischen Regierung und die durch das Chaos eingeschränkte Arbeit von Journalisten reichen bei Weitem nicht aus, um die weltweite Informationsnachfrage zu decken. Obwohl ein Teil des Telekommunikationsnetzes offenbar zusammengebrochen ist, funktionieren die Internetleitungen des Landes weitgehend uneingeschränkt.

    Social Media ist dieser Tage der Kanal, der den Informationsfluss aufrecht erhält. Die weltweite Social Media Community, ein Heer von Privatpublizisten, springt ganz selbstverständlich in diese Lücke. Selbst Zeitungen wie die Zeit nutzen Twitter und Facebook als Informationsquellen. Der hohe technische Standard in Japan, insbesondere die Verbreitung von mobilen Geräten mit Internetzugang sorgt für eine unübersichtliche Flut an User-generated Content, also von Privatpersonen verfasste Inhalte. Viele Betroffene wollen sich mitteilen. Andere Social Media Nutzer liefern sich einen regelrechten Wettkampf, bei dem man sich gegenseitig mit den neuesten Horrormeldungen zu übertreffen versucht. Wir wollen an dieser Stelle allerdings ein Beispiel für nützliche Social Media Nutzung anführen, den Blogger Katsuyuki Ueno.

    Der Ein-Mann Social Media Sender

    Fast ununterbrochen kann man Katsuyuki “Katz” Ueno via Webcam vor seinem Rechner bei der Arbeit zusehen. Dem japanischen Blogger reichen wenige PC’s, ein Microfon, eine Webcam, ein TV-Empfänger und sechs Social Media Accounts um fast rund um die Uhr eine Art Livestream Katastrophen TV zu betreiben. Nur für kurze Schlafpausen geht der Yokosonews Livestream offline. Über Twitter, Facebook, Skype, My Space, Ustream und einen Email-Account sammelt Ueno die neusten Nachrichten aus dem Katastrophengebiet und bereitet sie auf englisch für die ganze Welt auf. Wie viele Andere traut er dem Wahrheitsgehalt der staatlichen NHK-Nachrichten nicht. Deshalb gibt Ueno ungefiltert Warnungen zu Nachbeben oder anderen akuten Bedrohungen weiter, lässt Betroffene und Suchende über eine Skype-Schaltung oder über Chat zu Wort kommen. Seine Informationen bezieht er über sein Social Media Netzwerk. Einige ehrenamtliche Helfer stehen ihm bei der Informationssuche zur Seite. Es liegt auf der  Hand, dass der Ein-Mann-Sender nicht die journalistischen Kriterien erfüllen kann, die man an reguläre Publikationen anlegen würde, auch sind nicht alle Meldungen brandaktuell und lupenrein nachprüfbar. Katz Ueno leistet aber einen wichtigen Beitrag, zumindest einen rudimentären unabhängigen Nachrichtenfluss zu garantieren und zu koordinieren.

    Katz Ueno -Social Media TV

    Der Nutzen von Social Media II: Humanitäre Hilfe

    Weitaus wichtiger als die Neugier der verschreckten Weltöffentlichkeit zu stillen, ist im Moment die direkte Hilfe für die Opfer. In dieser Hinsicht ist Social Media zu einem fast unverzichtbaren Bestandteil der humanitären Hilfe geworden. Zunächst hilft Social Media, die Arbeit der vielfältigen Hilfsorganisationen zu erleichtern und koordinieren. Zum zentralen Medium dafür ist der kenianischen Streetmap Dienst Ushahidi (“Zeuge”) geworden. Ursprünglich wurde er 2008 während der Unruhen nach den kenianischen Wahlen zu Dokumentationszwecken eingesetzt, aber auch schon beim Erdbeben in Haiti genutzt. Durch SMS-Informationen tausender Betroffener kann die Katastrophe minutiös dokumentiert werden. Über ein Crowdsourcing-Verfahren werden Informationen über Vermisste gespeichert, die für die Öffentlichkeit abrufbar sind. Außerdem nutzen humanitäre Hilfsdienste die Crowd-Maps um ihre Einsätze zunächst auf die am schlimmsten betroffenen Gebiete zu konzentrieren. Darüber hinaus findet man aber auch Wetterinformationen oder Neuigkeiten über die Strahlungslage. Die Ushahidi-Informationen werden zum Teil in die Übersichtskarten verschiedener Geodatenunternehmen eingespeist und liefern nebenbei der Wissenschaft einen wertvollen Dienst, zum Beispiel für die Prognose weiterer Nachbeben.

    Crowd-Mapp von Ushahidi

    Crwod-Map von Ushahidi

    Nutzen von Social Media III: Fundraising

    Einen weiteren wichtigen Beitrag zur Katastrophenhilfe leisten Social Media Anbieter mit dem Sammeln von Spenden. Die Spendenplattform Causes beispielsweise konnte nach eigenen Angaben bereits 140 Millionen Spender mobilisieren, die zusammen 30 Millionen Dollar für die Erdbebenopfer locker machten. Ein Großteil kam direkt über Facebook, beziehungsweise eine Facebook App zustande. Der Online-Spielhersteller Zynga (bekannt durch Facebook Anwendungen wie Farmville oder Mafia Wars) hat schon 2010 auf Haiti bewiesen, dass er effizient Spendengelder auftreiben kann. Durch den Verkauf von virtuellen Gütern in Farmville und anderen Online-Spielen, will Zynga über die Facebook Anwendungen mindestens 2 Millionen Dollar Spenden auftreiben.

    Die Liste von Social Media Besipielen ließe sich noch beliebig erweitern. Unter dem Strich lässt sich sagen, dass Social Media eine bedeutende Rolle bei der Krisenbewältigung in Japan spielt, die Weltöffentlichkeit zur Spendenbereitschaft mobilisiert und mit Informationen versorgt.

    Was, liebe Leser, denkt ihr darüber? Kommentare erwünscht.

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    Von Lars Wich

    Internet World Fachmesse und Kongress 2011

    Vom 12. bis zum 13. April 2011 befindet sich der Nabel der Internetwelt mal wieder auf der Münchner Messe. Dort findet die 14. Internet World Fachmesse statt. Nach dem großen Andrang des letztes Jahres (über 4.000 Besucher) erwartet der Veranstalter, die Fachzeitschrift Internet World Business, für 2011 einen neuen Rekord: Die 5.000er Marke soll durchbrochen werden. Die Ausstellungsfläche wurde im Vergleich zum Vorjahr deutlich vergrößert. So bieten rund 170 Aussteller einen umfassenden Marktüberblick an. Schwerpunkthemen in diesem Jahr sind Online Marketing, Social Media, E-Commerce Lösungen, E-Payment, Usability und Technik des Internets.

    Internet World: Vom Trend zur Praxis

    Der Besuch der Internet World Fachmesse ist übrigens nach Vorab-Online-Anmeldung kostenfrei. Kostenpflichtig ist dagegen die Teilnahme am Internet World Kongress. Hier werden bis zu 1.000 Teilnehmer erwartet. Das übergeordnete Thema heißt “Vom Trend zur Praxis”.

    Internet World Fachmesse und kongress 2011

    Internet World 2011

    Zahlreiche Vetreter unterschiedlichster Anwenderfirmen referieren zu aktuellen Internet-Trends wie Social Media, Multichannel oder Mobile. Ein straffes Programm erwartet die Kongressteilnehmer. Wie jedes Jahr kommt aber nach der Anstrengung auch das Vergnügen: Am Dienstag, den 12. März findet auf der Praterinsel die Internet World Night statt.

    Alle Online-Marketing- und Vertriebsentscheider sollten sich diesen Pflichttermin schon mal im Kalender markieren:

    Status Flopper der Woche

    Der Frühling hat Einzug gehalten. Das freut die meisten Menschen. Alle wollen etwas für ihre Vitamin D-Bilanz tun und die Sonne genießen. Der Motivation für die Arbeit ist das im Allgemeinen nicht sonderlich zuträglich. Einigen ist die Sonne offenbar zu Kopf gestiegen, wie man den folgenden, eher unüberlegten Kommentaren zur persönlichen Arbeitseinstellung entnehmen kann. Die schönsten Status Flopper der Woche:

    15. März um 14:34 Uhr

    Evi*: Teamarbeit ist, wenn vier Leute für eine Arbeit bezahlt werden, die drei besser machen könnten, wenn sie nur zu zweit gewesen wären und einer davon krank zu Bett läge…

    15. März um 14:21 Uhr

    Timo*: Dumdidum didu. Didididjdididummm didumm. Laaaaaangweilig!!! Arbeit könnte besser sein.

    15. März um 13:58 Uhr

    Patrick*: Heut hab ich auf der Arbeit vor lauter gutem Wetter nen Tinitus im Auge…

    15. März um 11:16 Uhr

    Roland*: Wie jeder Postet was er Grad macht… ich bin Grad auf Arbeit kakn… und schreib mit Handy XD

    15. März um 09: 43 Uhr

    Nadine*: Habe kein bock mehr will nach hause -.- manche leute hier aufer arbeit regen mich auf Aber sowas von -..-

    14. März um 17:22 Uhr

    Jens*: Der Schwule lässt die Arbeit ruhn, er freut sich auf den “After” -noon.

    14. März um 15: 31 Uhr

    Svenja*: Nur streß mit meinen scheiß Kollegen ohne Witz He !!!!!, Wetter geil, lassts mich heim!

    Mehr Status Flopper, die der Online Reputation mehr schaden als nutzen, gibt es wie immer unter der gleichnamigen Rubrik.

    YouTube’s Next Topmodel

    Modelcasting via YouTube? Etwas ähnliches veranstalten gerade die “Hamburger Hänger“, eine YouTuber-Crew aus, richtig, Hamburg. YouTube “Talente” erstellen je nach Aufgabenstellung Videos von sich, laden diese auf YouTube hoch und schicken den Link an die Veranstalter. Diese sichten die Einsendungen und stellen die besten zur Wahl. Die Community entscheidet wer eine Runde weiterkommt. Hier die aktuelle Runde:

    Eine lustige Aktion. Zu gewinnen gibt’s übrigens Social Media Fame. Vielleicht ist das aber auch eine Option für zukünftige Staffeln des Vorbilds: Germany’s Next Topmodel. Die Show hat immerhin schon fast 80.000 Fans auf Facebook, könnte so ihre Online Reputation weiter verbessern. Der Social Media Dienst YouTube könnte die ersten Casting-Runden übernehmen und die Reichweite der Show erhöhen.

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    Von Sebastian Kahl

    Status Flopper der Woche

    Heute präsentieren wir euch  ein “buntes Potpourrie” an teils idiotischen, teils unbedachten Status Nachrichten – Fremdschämfaktor inbegriffen:

    03. März um 18:20 Uhr

    Ramona*: heute scheiße tag ? dumm kinder scheiß schnapsleichen? habe ne glas flasche an den kopf bekommen heheheh

    03. März um 18:18 Uhr

    Peter*: so, eben erst heimgekommen, und natürlich hab ich mogen nicht frei weil man die scheiss pisse nicht erst nächste woche sauber machen kann. es lohnt sich ja natürlich für 4 verfickte stunden das große “reine machen” anzufangen. ich könnt kotzen,pissladen. ohne scheiss!

    03. März um 16:40 Uhr

    Daniel*: So ein scheiß hier auf der arbeit. bin ich denn hier der einzige normale?

    02. März um 09:53 Uhr

    Eva*: ACHTUNG: Ab heute wird Facebook beginnen, die Erde in Richtung Sonne zu ziehen! Facebook hat diese Änderung der Optionen geheim gehalten! Um es zu ändern, gehe in Kontoeinstellungen -> Planetare Einstellungen -> Flugbahn und entferne den Haken bei “Apokalypse”. Kopiere das in deinen Status ohne ersichtlichen Grund. Und… die Herzen, um Gottes willen; vergiss die Scheiß Herzen nicht ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥

    01. März um 16:21 Uhr

    Michael*: so ein drecks tag mal wieder scheiß arbeits platz will nen anderen haben könnte kotzen

    Mehr Online Reputation gefährdende Status Flopper findet ihr wie immer in unserer gleichnamigen Rubrik.

    Von Sebastian Kahl

    Fährt Dortmund mit MAN zur (YouTube-)Meisterschaft?

    Im Fußball sagt man gern: Wenn’s läuft, dann läuft’s. Den Dortmunder Jungs scheint momentan alles zu gelingen. So auch ihr neuester Trick: Der Brückenschuss.

    Was meint ihr: Hat der Spot von MAN das Potential viral zu werden? Bei der derzeitigen Form der Dortmunder sicher nicht ausgeschlossen. Der Spot wurde gestern eingestellt und schon mehr als 80.000mal angeklickt. Auch auf der Facebook Fanpage der Borussen wurde das Video über 5.000mal geliked.

    Von Sebastian Kahl

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