Social Media: Guttenberg lässt kämpfen
Seit Tagen tobt die Debatte um Karl-Theodor zu Guttenberg. Auch auf Social Media Plattformen wie Facebook, Twitter und in unzähligen Blogs. Auffällig dabei ist: Der CSU-Politiker selbst ist äußerst zurückhaltend. Der Verteidigungsminister lässt für seine Offline und Online Reputation kämpfen.
Social Media Teil von Guttenbergs PR-Strategie?
Guttenberg ist telegen und ein Medienliebling. Seit Beginn seiner Ministerkarriere begleitet ihn beispielsweise die Bild wohlwollend. Auftritte bei “Wetten, dass…?” und sogar eine Talkshow aus Afghanistan zeugen davon. Mit TV, Print und Radio kann Guttenberg umgehen. Auch mit Social Media? Seit längerer Zeit besitzt er ein Facebook Profil. Auch bei StudiVZ und YouTube ist er aktiv. Bei der Betrachtung seiner Website fällt auf, der Minister kümmert sich um seine Online Reputation. Für den Politiker scheint Social Media kein Fremdwort zu sein. Doch wie nutzt Guttenberg Social Media Kanäle wie Facebook?
Guttenberg kein Heavy Social Media User
Bei genauerem Hinsehen fällt auf: Der Minister ist kein Heavy User. Zwar ist Facebook direkt über ein Widget auf der Homepage eingebaut. In Echtzeit lassen sich die Posts verfolgen. Doch wozu? Schließlich gibt es im Schnitt nur alle zwei bis drei Tage Neuigkeiten. Zu Wahlkampfzeiten geht es mal schneller, in politisch ruhigeren Zeiten kanns auch mal eine Woche dauern. Social Media Affinität sieht anders aus. Bei den Statusmeldungen handelt es sich zudem häufig um politische Botschaften, Videos und Wahlkampfreden. Der private Guttenberg tritt eher nicht zum Vorschein.
Guttenberg nutzt Social Media nicht zu Verteidigung
So erstaunt es nicht, dass auch zum Thema Plagiat und Doktortitel nur ein Post des Ministers zu finden ist. Dort steht die veraltete Stellungnahme zu den Vorwürfen. Mittlerweile hat sowohl der Minister den Titel zurück gegeben als auch die Uni Bayreuth den Doktor aberkannt. In seinem Social Media Auftritt nimmt Guttenberg dazu aber keine Stellung. Der Politiker lässt vielmehr Stellung nehmen. Die regen Diskussionen auf seinem Facebook Profil zeugen von einer starken Online Reputation: In unzähligen Diskussions-Threads bekunden Anhänger ihre Solidarität mit dem Minister. Bis heute gibt es z.B. 1.330 überwiegend positive Beiträge im Thread “Bleiben Sie bloß im Amt”, 584 sind es in “Unterstütztung für unseren Verteidigungsminister”, 343 in “Wir halten zu Guttenberg… Nennt eure Gründe für eure Treue” und 66 finden “Die Dr.-Diskussion ist abgeschlossen! – Volle Kraft voraus!”. Eigene Kommentare des Minister finden sich nicht dazu. Er lässt in Social Media für sich kämpfen.
Große Unterstützung in Social Media
Die Online Reputation des Minister profitiert von seinem ungebrochenem Offline Ruf: Laut ZDF Politbarometer sind 75 Prozent der Befragten gegen einen Rücktritt. Infratest Dimap zählt mit 72 Prozent eine ähnlich hohe Unterstützerzahl. Das schlägt sich auch in Social Media nieder. Zum 17.2. lag die Zahl der Facebook Fans von Guttenberg bei etwa 60.000. Derzeit finden etwa 108.000 den Minister gut. Doch auch hier kämpft Social Media besser für den Minister als er selbst. Fast dreimal so viele Fans (293.817) hat die private Facebook Seite “Gegen die Jagd auf Karl-Theodor zu Guttenberg”. Die von Tobias Huch eingerichtete Seite existiert erst seit dem 17. Februar. (Zu den Hintergründen spricht der 29-jährige Mainzer im Jugendmagazin der Süddeutschen Zeitung “Jetzt.de“).
Gegner mit weniger Erfolg in Social Media
Die Unterstützung für den Minister scheint ungebrochen hoch zu sein. Verschiedene Medien-Umfragen ergeben aber ein anderes Bild: 55 Prozent der Leser, die bei Bild.de abgestimmt haben, wollen seinen Rücktritt. Bei Spiegel Online sind es 70 Prozent, beim Online-Ableger der SZ sind es 74 Prozent, bei FAZ.net sogar 81 Prozent. Auch die Gegner engagieren sich in Social Media, aber mit deutlich weniger Erfolg. Etwas über 7.000 Fans verzeichnet das Facebook Profil “Guttenberg muss gehen”, “Für die Jagd auf Karl Theodor zu Guttenberg” hat knapp 6.600 Fans, nur etwa 250 finden “Karl-Theodor zu Guttenberg muss zurücktreten”, über 3.200 liken “Studenten und Akademiker gegen Karl-Theodor zu Guttenberg”. In Social Media scheint Guttenberg ohne eigenes Zutun noch deutlich die Oberhand zu haben. Wird die Strategie aufgehen, die Social Media User für sich arbeiten zu lassen? Immerhin wurde die für morgen geplante Facebook Protestaktion “Wir zeigen Guttenberg den Schuh” abgesagt. Gespannt sein darf man aber, wie sich neue Entwicklungen wie etwa ein zweiter Plagiatsverdacht auf die Online Reputation des Ministers auswirken werden.
von Martin Sieler

Offline und Online Reputation?
Offline Ruf?
Social Media Kanäle?
Sorry, aber was ist denn das für eine Rechtschreibung???
[...] netz-reputation.de: Guttenberg lässt kämpfen [...]
@Jenny: Ich gebe zu, Schreibweisen wie Online Reputation sehen auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich aus. Das Ganze hat aber leider System – das System von Google. Die Suchmaschine findet Inhalte aufgrund von Keywords. Diese Keywords sind die Begriffe, die von den Nutzern bei einer Anfrage in das Suchfeld eingegeben werden. Um bei einer Suche gefunden zu werden, müssen diese Begriffe in derselben Schreibweise wie sie von den Usern gebraucht wird, im Text enthalten sein. Da Nutzer ihre Anfragen schnell und lösungsorientiert stellen, wird selten auf die korrekte Schreibweise nach Duden geachtet. Bindestriche und Zusammenschreibung erschweren hingegen, von Google bei einer Suchanfrage unter dem Keyword gefunden zu werden. Da wir gerne gefunden werden möchten, müssen wir so schreiben, wie die Nutzer uns suchen und Google uns findet. Unter anderem das verbirgt sich hinter Suchmaschinenoptimierung (Search Engine Optimization, SEO). Das ist nicht immer schön, aber erfolgreich.
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