Groupon gefährdet Online Reputation durch Offline Werbung beim Super Bowl

Christina Aguilera hatte vergangenen Sonntag Glück. Sie verpatzte beim Super Bowl die Nationalhymne. Ein Affront, der ihrer Online Reputation wohl nicht schadete. Der Social Media Shitstorm zog an ihr vorbei. Denn das Startup Groupon wird als großer Verlierer des Super Bowls XLV gehandelt. Warum? Groupon hatte eine Reihe von Werbeclips geschaltet, die gesellschaftliche oder ökonomische Probleme mit kommerziellen Botschaften verbanden. Im bekanntesten dieser Spots erzählt Schauspieler Timothy Hutton von den politischen Problemen in Tibet. Kurz darauf sehen wir Hutton in einem tibetanischem Restaurant in Chicago. Er habe 50% bei seinem Fish Curry gespart, da auch 200 andere Gäste über Groupon bestellt hätten. Hier der Spot:

Online Reputation durch missverstandende Spendenaufrufe gefährdet?

Bei YouTube, in Blogs und Foren entlädt sich derzeit Entrüstung. Auch in China schlägt die Werbung Wellen. Zahllose Kommentare zeugen von Unmut und beschädigten Groupons Online Reputation. Viele wollen den Social Media Dienst Groupon allein aufgrund der Werbung nicht (weiter) nutzen. Auf dem offiziellen Unternehmensblog bezog daraufhin der Groupon-Gründer Andrew Mason Stellung. Die (insgesamt vier) Werbeclips sind Teil der Kampagne Save The Money. Kunden, die bei Groupon Geld sparen, werden dazu angeregt für eine der vorgestellten Organisationen zu spenden. Ein ehrenwerter Ansatz. Es wird allerdings kein Zusammenhang zwischen dem Sparen bei Groupon und den Hilfsorganisationen hergestellt. Die partizipierende Organisation The Tibet Fund wird überhaupt nicht erwähnt. Hat Groupon fahrlässig seine Online Reputation aufs Spiel gesetzt?

Online Reputation durch Offline Werbung bewusst aufs Spiel gesetzt?

Die Darstellungsweise der Botschaft war unangemessen. Aber setzte Groupon mit der Provokation bewusst seine Online Reputation aufs Spiel um Offline auf sich aufmerksam zu machen? In den USA ist der Super Bowl nicht nur das größte Sportereignis des Jahres, sondern auch das Highlight der Fernseh- und Werbewelt. Ein 30sekündiger Werbespot kostete Unternehmen mindestens $3 Millionen. Groupon ließ sich diese Präsenz für ihre erste Offline-Werbung also einiges kosten. Das Spiel war zudem das meistgeschaute Programm der US-Fernsehgeschichte. Groupon dürfte also durch die Werbung maßgeblich an Bekanntheit gewonnen haben. Viele Zuschauer werden das erste Mal von Groupon gehört haben. In einem heißumkämpften Feld wie den Super Bowl Werbungen ist es schwierig herauszustechen. Groupon tut das. Außerdem macht das Video nun auch im Internet die Runde, bekommt also zusätzlich kostenlose Airtime. Es bleibt abzuwarten ob Groupon durch diese Werbeaktion nachhaltig seine Online Reputation geschädigt hat. Denkbar ist auch, dass diese Clips helfen den Bekanntheitsgrad anderer Social Media Dienste wie Facebook oder Twitter zu erreichen.

Uns interessiert Ihre Meinung zur Groupon Kampagne, clever oder total daneben?

Von Sebastian Kahl

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