Social Web Breakfast 2011: Social Media im B2B Bereich

Der Auftakt der Social Web Breakfast Reihe 2011 in München fand in wahrhaft winterlicher Atmosphäre in der Lounge des Mathäser-Kinos statt. Gut besucht und gut gestärkt vom gemeinsamen Frühstück bekamen die Teilnehmer einen interessanten Case der Firma Datev geboten. Die Nischenbranche Dienstleister für Steuer-IT lässt nicht unbedingt einen Social Media-affinen Auftritt erwarten. Das Unternehmen Datev, dem viele mindestens einmal im Monat auf ihrer Gehaltsabrechnung begegnen, beweist das Gegenteil: Ein Blick auf die Webseite verrät, dass das Thema Social Media bei Datev groß geschrieben wird. Neben den Pflichtkanälen Xing und Facebook, betreibt Datev auch die gesamte Kür: Twitter,You Tube, Flickr, Mister Wong – überall sind die Steuer-ITler aus Nürnberg zu finden.

Christian Bruggisch, Teamleiter Online-Communications bei Datev

Christian Buggisch, Teamleiter Online-Communications bei Datev

Wieso Social Media?

Wieso Social Media? mit dieser Frage eröffnet Referent Christian Buggisch den anschließenden Vortrag. Eigentlich stellt sie sich für den Teamleiter Online-Communications gar nicht. Viel eher: „Wer will denn heutzutage noch asozial kommunizieren?“ Datev jedenfalls nicht. Bereits vor über 2 Jahren schlug Datev den Weg in Richtung Enterprise 2.0 ein. Damals noch als unnötige Internet-Spinnerei belächelt, betrat Datev im B2B-Bereich Neuland. Zunächst auf Twitter. Sukzessive erschloss man sich weitere Kanäle: Facebook natürlich, Xing, einen Brand-Channel auf You Tube mit über 60.000 Videos, Flickr, Mister Wong.

Social Media Strategie notwendig

Schnell merkt man bei Datev, dass wildes Posten und ein Laissez-faire im Social Web auch nach hinten losgehen kann. Es wird eine Social Media Strategie eingeführt, Social Media Guidelines formuliert und Ressourcen dafür abgestellt. Insgesamt acht Personen betreuen inzwischen die zahlreichen Plattformen. Allerdings plant Datev erst im Jahr 2011 das erste Mal ein eigenes Budget für Social Media Aktivitäten ein, was Buggisch allen B2B-Unternehmen wärmstens empfiehlt.

Was Datev schnell verstanden hat: Man kann seine Community nicht nur mit Business-Themen überfluten, sondern muss für Abwechslung sorgen: Neben Corporate-Meldungen kamen allgemeine Branchen-News dazu, später auch kurioser und witziger Content.

Nutzen von Social Media?

Bei der kritischen Frage nach dem realen Nutzen und deren Messbarkeit gibt Buggisch zu, dass das Erfolgskriterium nicht Umsatzsteigerung oder Service-Bewertungen sind, sondern schlicht und einfach Reichweite: „Ob es sich wirklich lohnt, bleibt noch offen. Das Risiko es nicht zu tun, ist auf jeden Fall zu groß“, weiß Buggisch zu berichten. Beim Thema Pflege der Portale vertritt Datev die Auffassung, dass es zwar wichtig für das Unternehmen sei, sich stets auf dem Laufenden über den Content und neue Kommentare von Nutzern zu halten, dabei aber nicht kleinlich zu sein. Das heißt, es wird nicht auf jede Kritik oder Hähme direkt reagiert, da sich viel Kritik „über die Community relativiert“. Wenn aber Tendenzen von negativen Grundstimmungen registriert werden, gelte es sehr wohl, schnell mit Gegenargumenten zu reagieren.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Das Social Web Breakfast ist eine sehr informative Veranstaltung für die Social Media Community, aber auch für Unternehmen, die in dem Bereich Inspiration und Erfahrungsaustausch suchen. Das Beispiel von Datev kann für viele Unternehmen, die noch keinen Sinn in der Nutzung von Social Media sehen, als Maßstab dienen.

Artikel, die Sie interessieren könnten:

von Lars Wich

Über Lars Wich

Artikel weiterempfehlen

Wie ist Ihre Meinung zu unserem Artikel?