Social Media: Trotz großer Relevanz kaum Nutzung in KMU

Interessanterweise erkennen die meisten Unternehmen die Relevanz von Social Media. Vor allem das Bewusstsein, dass negative Kundenbewertungen im Internet dem Geschäft und dem Online Reputation Management schaden, ist sehr ausgeprägt. Dies gilt vor allem für die Hotellerie und Gastronomiebetriebe, weil hier die Kundenempfehlungen bereits eine alltägliche Rolle spielen. Umgekehrt nutzen aber weniger als zehn Prozent die positiven Stimmen für das Empfehlungsmarketing. Dadurch bleiben die Chancen, die sich durch zufriedene Kundenmeinungen im Netz bieten, weitgehend ungenutzt. Das zeigt die im Auftrag der telegate AG  von psyma/GfK veröffentlichte Studie „Mittelstand und Werbung“.

Social Media Marketing noch in weiter Ferne

Die Nutzung von Facebook- und Twitter zu Marketing- und Kommunikationszwecken ist in den deutschen KMU noch nicht sehr weit verbreitet. Nur ein Viertel der befragten Unternehmen ist in sozialen Netzwerken registriert. Einen aktiven Nutzen ziehen daraus nur wenige. Die Vorreiterrolle übernehmen die Hotellerie- und Gastronomiebetriebe. Dabei liegt es nicht an mangelnder Bekanntheit der sozialen Netzwerke. Facebook (79%) und Twitter (61%) sind den Unternehmen wohl bekannt, auch von Xing haben zumindest 30 % schon einmal gehört. Der hohe Bekanntheitsgrad einerseits und die geringen Nutzerzahlen andererseits sprechen dafür, dass es den deutschen KMU nicht gelingt die  neuen Angebote in die eigene Geschäftswelt zu integrieren.

Social Media Missachtung: vergebene Chancen

Social Media Marketing bietet gerade KMU viele Möglichkeiten. Vor allem zur Neukundengewinnung und zur Pflege bestehender Kundenbeziehungen ist ein Einsatz lohnend. Web 2.0 und Social Media sind definitiv kein kurzfristiger Hype, sondern  zählen zu den wichtigsten Entwicklungen der letzten Zeit. Die Gründe für einen Einsatz im Rahmen der Unternehmenskommunikation sind so vielfältig wie die vorhandenen Kanäle. Die klassischen Einweg-Werbung und Markenkommunikation funktionieren nur noch bedingt. Mehr und mehr suchen Kunden und Konsumenten den Dialog untereinander und mit den Anbietern. Erfahrungsberichte und Kundenempfehlungen sind wichtige Inhalte in Social Media. Mit einem durchdachten Unternehmensauftritt im Web 2.0 kann relativ kostengünstig und effizient der eigene Kundenstamm vergrößert und die Online-Reputation verbessert werden.

Werbeformen deutscher KMU

Werbeformen deutscher KMU

Der Weg zur Nutzung von Social Media

Wie können KMU vorgehen, die über wenig Social Media Erfahrung verfügen? Ein guter Anfang ist es zuerst die Position des Beobachters einzunehmen. Was passiert auf den einzelnen Plattformen, über welche Themen findet ein Austausch statt und wo ist die Zielgruppe anzutreffen? Nachdem erreichbare Ziele für das Engagement im Web 2.0 definiert worden sind, sollte eine Entscheidung zugunsten von zwei bis drei Plattformen fallen. Dabei ist es wichtig, dass diese für die Erreichung der gesetzten Ziele geeignet sind und miteinander verknüpft werden können. Effizientes arbeiten sollte von Anfang an forciert werden. Auf Basis der Ziele sollte eine Social Media Strategie erarbeitet werden. Diese muss unbedingt kohärent zur Unternehmensstrategie sein. Unabdingbar ist die Erkenntnis, dass im Web 2.0 ein Dialog gesucht werden muss. Es geht darum Reaktionen zu erhalten, nicht das Gegenüber mit Informationen zu überfluten. Als letzter Schritt folgt eine Erfolgsmessung der Aktivtäten. Dabei ist Geduld gefragt, ein realistischer Rahmen für die Messung ist nötig. Realistisch heißt mindestens sechs Monate, besser aber ein Jahr.

Studie untersucht Social Media Nutzung einzelner Branchen

Im August und September vergangenen Jahres wurden von psyma/GfK 500 kleine und mittelständische Unternehmen zu ihrem digitalen Werbeverhalten befragt. Im Rahmen der Studie wurde auch die Nutzung sozialer Netzwerke untersucht. Die teilnehmenden KMU wurden stichprobenartig aus den Branchen Handwerk, Fachärzte, Immobilien- und Versicherungsmakler, Gastronomie und Hotellerie ausgewählt. Die Untersuchung  enthält einige aussagekräftige Kernthesen, deren Bedeutung nicht vernachlässigt werden sollte. Demnach herrscht noch ein großer Nachholbedarf in Sachen digitaler Kommunikation.  Bisher haben sich nur wenige KMU dazu entschieden, verstärkt Social Media zu nutzen.

Ausführlichere Informationen zur Studie Mittelstand und Werbung gibt es hier.

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Von Tobias Stadler

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