Social Media für B2B – was wir von den Amis lernen können

Bei Social Media für B2B ist man in den USA weiter als in Deutschland – heißt es. Wir wollten das genauer wissen und nahmen online an der SocialTech 2010 teil, die am Dienstag in San Jose, Kalifornien stattfand.

In den USA diskutiert niemand mehr darüber, ob im B2B Umfeld eine gute Online Reputation überhaupt wichtig ist. Es geht um Themen wie Monitoring und Research, das Wort „Dashboard“ kommt in fast jedem Vortrag vor. Gesprochen wird auch über Zielgruppensegmentierung – darüber, dass man die eigene B2B Datenbank checken sollte, wie und ob Key-Kunden Social Media nutzen. Um sie dann im nächsten Schritt gezielt anzumailen (!) und über Social Media Angebote zu informieren. Von Responsequoten von 40 Prozent ist in diesem Zusammenhang die Rede.

Social Media – ein Kernthema der PR

Die Konferenz macht deutlich: Social Media hat auch einen technologischen Aspekt – aber nur “auch”. Wirklich wichtig sind die Inhalte. Mehrfach hört das Auditorium die Forderung „Create Social Objectives“. Gemeint ist, dass auch B2B Unternehmen Aufhänger finden müssen und können, die das im Social Media vorherrschende Bedürfnis nach Emotionalität befriedigen. Eine gute Nachricht für alle PR-Berater: In den USA wird Social Media deshalb ganz stark mit dem Thema PR verbunden.

Verkaufen mit Social Media

Aber es ist auch die Rede von Abverkauf. Die Referenten sind sich einig, dass sich Social Media Aktivitäten für kurzfristigen Abverkauf nicht eignen. Wohl aber für langfristige Kundenbindung. Adobe hat ermittelt, dass sie mit Fans auf Facebook im Schnitt das dreifache an Umsatz machen.

Mit Social Media B2B Marken emotional aufladen

Viel gesprochen wird auch über Ziele, die bei Social Media sehr unterschiedlich sein können. Hier zulande geht es oft darum, erst mal auszuprobieren, wie es überhaupt gehen könnte. In den USA wird intensiv diskutiert, wie es gelingt, möglichst viele Menschen zu involvieren. Auf Unternehmensseite geht es um die Mitarbeiter als Markenbotschafter: Intel hat allein in diesem Jahr 5000 Mitarbeiter im Bereich Social Media geschult. Die twittern und posten inzwischen munter zu Produkten und Service. Die Marke wird damit auf eine Weise emotional aufgeladen, wie es keine noch so teure Werbekampagne der Welt leisten könnte.

Social Media für B2B oder: Den Mutigen gehört die Welt

In Deutschland betreiben Unternehmen Facebook-Auftritte, auf denen man nicht mal auf die Pinwand schreiben kann – Autovermieter Sixt ist so ein Kandidat. Die Verbreitung von Pressemitteilungen über Social Media Kanäle gilt für uns schon als fortschrittlich. In den USA hingegen fragen sich B2B Unternehmen heute, wie sie ihre Kunden involvieren und zu einem Dialog bewegen können. In San Jose war man sich einig, dass Social Media eine tolle Möglichkeit bietet, Kunden Fragen zu stellen. Aktiv Fragen stellen? Für viele deutsche Unternehmen eine ungeheuerliche Idee – und das dann auch noch öffentlich! Wieder einmal zeigt sich der kulturelle Unterschied: Amerikaner haben weniger Angst vor Fehlern. Klar, das hat auch Nachteile – aber bei Social Media hat sie das schneller weiter gebracht.

Die Vorträge kann man sich on demand anhören unter www.socialtech2010.com.

4 Kommentare

Tim Krischak07.11.2010 um 15:25 Uhr

Danke für den Bericht. Ich bin immer wieder erstaunt wie groß der Unterschied zu den USA und Deutschland ist. Während man hier über den Sinn von Social Media für B2B diskutiert gehört das Social Web dort zum Alltag. Auch für B2B. Gab es ein paar gute Best-Practice Beispiele?

Spotted (44.2010)07.11.2010 um 17:15 Uhr

[...] Social Media & PR [...]

[...] Social Media and PR – lernen von den Amis November 10th, 2010 | Category: Uncategorized , [...]

Birgit Krüger11.11.2010 um 15:45 Uhr

@Tim Krischak: Ja, es waren interessante Beispiele dabei. Ging aber immer um spezielle Fragestellungen, nicht um grundsätzliche Erfolgsgeschichten.

Kommentare

Kommentar