Social Media und Location Based Services – Gowalla macht unser Leben zum Spiel!?

Location Based Services etablieren sich schon seit einiger Zeit in Deutschland, allen voran Gowalla und Foursquare. Diese avancieren in Sachen ortsbasierte Kommunikation zu den Trend-Netzwerken und werden hinsichtlich der Komponente „Kommunikation in Echtzeit“ bereits als Nachfolger von Twitter gehandelt. Neu an Location Based Services wie Gowalla, ist vor allem die Kombination aus Gaming, Social Network und Stadtführer. Hiermit werden zwei der aktuell größten Freizeit-Reize, Spielen und Netzwerken, miteinander verbunden. Ein Sucht- oder auch Netzwerkeffekt ist dementsprechend mehr oder weniger garantiert.

Dazu kommt, dass durch die Nutzung per Smartphone von unterwegs aus, d. h. durch erhöhte Flexibilität sowie Mobilität, in Echtzeit alles spielbar, erlebbar und abrufbar wird. Location Based Services wie Gowalla überführen, indem sie reale Orte mit virtuellen Eigenschaften verknüpfen, reale Situationen in Echtzeit in die digitale Welt. Machen Location Based Services wie Gowalla unser Leben also zunehmend zum Computerspiel und was bedeutet das für die Online Reputation eines Einzelnen und von Unternehmen?

Gowalla in Einzelheiten

Geobasiertes Netzwerken, kombiniert mit spielerischem Antrieb, macht den Reiz von Gowalla aus. Der Gaming-Faktor und die ansprechende Nutzeroberfläche sind die entscheidenden Aspekte, durch die sich die langweiligeren ersten Generationen von Location Based Services wie Yelp, Brightkite oder Loopt von Gowalla unterscheiden. Das Nutzerszenario von Gowalla gestaltet sich fast identisch mit dem von Foursquare: Es geht um das „Einchecken“ in einen lokalen Spot, der vom Smartphone über GPS erkannt wird. Dadurch wird es ebenfalls möglich seinen Freunden über den Location Based Service mitzuteilen, wo man sich gerade befindet. Gibt es einen Spot noch nicht, kann man ihn ganz einfach anlegen. Bei Gowalla steht das Entdecken der Stadt bzw. Umgebung stärker im Vordergrund als beispielsweise bei Foursquare. Außerdem unterscheidet sich Gowalla grundlegend durch das Spiel-Konzept des Suchens, Sammelns und Tauschens von virtuellen Items, wie man es auch aus diversen Computerspielen kennt. Für besondere Aktivität, d.h. bei vielen besuchten oder angelegten Spots, wird der Gowalla-User mit sogenannten Pins ausgezeichnet. Entscheidend für die Entstehung eines Netzwerkeffekts und damit für den Erfolg Gowallas, ist die Möglichkeit Spots zu kommentieren und dort Fotos zu hinterlassen. Denn Ziel ist natürlich, den standardisierten Reiz sich unterwegs bei Facebook einzuloggen, durch das Einchecken in Gowallas lokale Spots abzulösen.

Social Media und die Sucht

Hört man sich im Netz mal um, erfährt man schnell, dass Gowalla und Foursquare noch nicht viele Nutzerzahlen verbuchen können. Momentan sind sie in Sachen Social Media Innovationen trotzdem das Top-Thema und werden daher extrem gehypt. Ersteres liegt vor allem daran, dass es noch nicht so viele Gowalla-Spots im deutschsprachigen Raum gibt. Deutlich wird auch, dass die, die Gowalla schon mal ausprobiert haben, ein absolutes Suchtpotential bestätigen. Den Spaß macht vor allem das Sammeln von virtuellen Items aus, denn man weiß ja nie, welche Items man in der jeweiligen Lokalität bzw. dem jeweiligen Spot findet. Wird Gowalla damit also zur Briefmarkensammlung des „Digital Native“? Der Einfluss, den soziale Netzwerke und künftig nun auch Location Based Services auf uns ausüben, ist enorm. Bedeuten könnte dies, dass Gowalla, bzw. das Sammeln von Items, künftig den Anreiz dafür bietet, ein Restaurant, Café o.ä. zu besuchen. Lukrative Kooperationen zwischen Gastronomie und Location Based Services sind dementsprechend vorstellbar. Man merkt, die Schnelligkeit und Einfachheit mit der Netz und Realität verknüpfbar sind, lassen die Grenzen zwischen realer und digitaler Welt verschwimmen. Für die PR- und Marketing-Branche bedeutet dies, zunehmend über alle aufkommenden Social Media Kanäle und Ausprägungen zu kommunizieren. Denn die geobasierte Online Reputation, im Falle vom Location Based Service Gowalla, will natürlich gepflegt sein.

Die Zukunft von Location Based Services

Hinsichtlich Social Media Marketing haben Gowalla und Foursquare ihre Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft. Genügend Möglichkeiten für Werbe- und PR-Aktionen, beispielsweise mit virtuellen branded Items/Badges oder Rabatt- und Treueangeboten, sind bei Location Based Services jedenfalls gegeben. Yahoo hat 125 Mio. $ für Foursquare geboten, was belegt, dass die Branchen-Riesen Potential in Local Based Services sehen. Das Angebot von Yahoo wurde abgelehnt, Facebook und Microsoft verhandeln momentan noch mit Foursquare. Auch Twitter fühlt sich gezwungen, sich an die rasant verändernde Social Media Landschaft anzupassen und integrierte mit dem Launch von Twitter Places am 14. Juni, Gowalla und Foursquare in ihren Micro-Blog-Service. Damit werden künftig auf Twitter Places Tweets und Check-ins von Gowalla und Foursquare Nutzern veröffentlicht.

Social Media stellen für die Unternehmenskommunikation eine bedeutende Möglichkeit dar, da sie den Dialog mit Konsumenten eröffnen. Für die Online Reputation eines Unternehmens ist es daher wichtig, herauszufinden, welche Social Media für die Kommunikation nach außen am relevantesten sind. Neue Kanäle wie Location Based Services zu nutzen, ist für lokale Unternehmen deshalb zwangsläufig wichtig. Im Falle von Gowalla heißt bewusstes Online Reputation Management daher, mit Besuchern und Gästen in Kontakt zu treten und auf diese zu reagieren. Sprich, für die „Kneipe um die Ecke“ wäre es ratsam in Location Based Services wie Gowalla präsent zu sein, um positive Kritik der Besucher zu nutzen und negative Kritik abzufangen. Am Beispiel von Foursquare und der Financial Times sieht man aber auch, dass Location Based Services nicht nur für lokale Anbieter interessant sind.

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