Online Reputation von BP erneut durch PR-Panne beschädigt
Das Online Reputation Management von BP ist mangelhaft. Zum wiederholten Mal tritt das Unternehmen im Internet eine Welle der Entrüstung los: Dieses Mal entdeckte der Blogger John Aravosis, dass BP retuschierte Bilder aus dem Katastrophenzentrum veröffentlichte. Die Fotos zeigen BP-Mitarbeiter vor Monitoren, auf denen das Krisenszenario zu sehen ist. Die Botschaft: BP hat alles im Blick und im Griff. In Wirklichkeit waren einige Bildschirme schwarz.
Online Reputation in sozialen Medien
Dumm nur: In diesem Fall trifft klassische PR auf Social Media. Vielleicht lassen sich in TV, Hörfunk und Zeitungen mit manipulierten Darstellungen die gewünschte Effekte für die Corporate Reputation erreichen. Für soziale Medien, die online Bilder und Informationen jederzeit für jeden zugänglich machen, reicht diese durchschaubare PR-Strategie nicht aus!
Zu viele Experten, die sich mit den Tricks der Reputation Manager aus PR-Agenturen auskennen, nehmen alles unter die Lupe. Dazu gibt ihnen die Technologie der Social Media jede Möglichkeit, ihre Erkenntnisse rasend schnell über das Internet mit anderen Usern rund um den Globus zu teilen.
Manipulationen beschädigen die Online Reputation
Schlechte PR ist schlecht für die Online Reputation. Manipulationen, besonders solche die auffallen, sind schlechte PR und das ist wiederum nicht gut für den Ruf im Internet. Warum riskiert BP eine miese Online Reputation und manipuliert an den Aufnahmen? Hat BP Angst, vereinzelte leere Bildschirme sprechen für schlechtes Krisenmanagement? Mit ihren Photoshop-Tricks können sie diesen Eindruck nicht verhindern. Permanent zeigen die Verantwortliche von BP, dass ihnen die Öl-Krise über den Kopf wächst. Zu den Defiziten bei der Bekämpfung der Katastrophe gesellen sich aber immer wieder hanebüchene Fehlgriffe in Bereich PR und Online Reputation Management. Das Fatale: BP lernt nicht dazu. Die Katastrophe und die Online Reputation des Unternehmens verschlechtern sich.
Online Reputation Management lebt von der Wahrheit
BP erklärt jetzt, der Fotograf habe seine Photoshop-Kentnisse beweisen wollen. Was für eine schräge Aussage. Aber immerhin: Es klingt so abwegig, dass es glaubwürdig erscheint. Sagen die BP-Verantwortlichen in diesem Fall die Wahrheit? Bei einem Multimilliarden-Dollar-Konzern scheint es eher unwahrscheinlich, dass ein kleiner Fotograph sich dazu entscheidet, mit ein paar Tricks einen wichtigen Part der Krisen-PR zu forcieren. BP will nach all den Schlappen Handlungsfähigkeit zeigen. Die angekratzte Corporate Reputation durch schnelle und richtige Entscheidungen etwas aufpolieren. Ein Krisenzentrum in dem die Mitarbeiter alles auf dem Schirm haben, ist dafür ein gutes Argument. Nur wer alles sieht, kann zeitnah und konsequent entscheiden. Dunkle Bildschirme passen nicht dazu. Deshalb die Photoshop-Manipulationen. Aber wenigstens bestreitet BP die Tricksereien nicht. Ist das der erste Schritt zur Besserung? Es ist ein Anfang. Zu Glaubwürdigkeit und einer wiederhergestellten Off- und Online Reputation ist es aber noch ein weiter Weg. Schließlich sollte jeder Unternehmensrepräsentant wissen, dass Authentizität bei der Kommunikation in Zeiten von Social Media das A und O ist!
Online Reputation = Corporate Reputation?
Image und Wahrnehmung von Unternehmen und Produkten werden zu großen Teilen durch das Internet und soziale Netzwerke und soziale Medien geprägt. Jede Firma und Institution sollte deshalb nicht nur eine klare Kommunikation verfolgen, sondern auch ein stringentes Online Reputation Management betreiben. Es geht weniger darum, die Meinungen und Aussagen von Usern der Social Media zu kontrollieren. Vielmehr stehen Dialog und echter Austausch mit den Mitgliedern sozialer Netze im Vordergrund. Was sollten Unternehmen und Einrichtungen also tun?
Auf dem Weg zum Online Reputation Management
Schon ein paar einfache Schritte führen auf den Weg zu einem konsequenten Online Reputation Management: Überprüfen Sie den Ruf ihres Unternehmens im Internet. Googeln Sie Ihr Unternehmen und wichtige Repräsentanten. Werten Sie die Informationen nach positiven und negativen Einträgen aus. So einfach lässt sich feststellen, ob sie über eine gute oder schlechte Online Repräsentation verfügen. Identifizieren Sie, wer über Ihre Firma/Institution und wichtige Vertreter schreibt. Klären Sie, auf welchen sozialen Netzwerken (Facebook, Youtube, Xing, etc.) etwas über Ihr Unternehmen in Erfahrung zu bringen ist. Lassen sich online Bilder der Firma und von Repräsentanten finden. Finden Sie Ihre Firma/Institution überhaupt? Aus den gewonnenen Informationen sollten Sie gemeinsam mit Kommunikationsspezialisten (z.B. SEO-Agenturen und Agenturen für Online PR und Social Media Reputation) eine Strategie für Ihr Online Reputation Management aufbauen. Nutzen Sie Know-how und Erfahrung von Experten, denn Social Media und Online Reputation unterscheiden sich von klassischer Medien- und PR-Arbeit. Soziale Netzwerke und die Kommunikation im Internet haben ungeschriebene Verhaltensregeln. Was offline funktioniert ist online nicht gern gesehen und führt zu negativen Reaktionen: siehe das Beispiel von BP.
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Autoren: Martin Sieler, Monika Rapp



BP hat reagiert und das manipulierte Foto gegen das Original ausgetauscht.
aber es gibt noch mehr solche manipulationen
http://vossyline.blogspot.com/2010/07/die-olgemalde-von-bp.html
Ich denke die Photoshop-Geschichte zeigt vor allem eins: Panik. Es ist schon so viel schiefgelaufen in der Krisen-PR von BP, dass sie jetzt alles tausendprozentig machen wollen. Das macht es allerdings nicht besser – Manipulation bleibt nunmal Manipulation. Vielleicht kauft BP ja als nächstes Suchmaschinenanzeigen für die Suche nach Photoshop
Hier gibt’s übrigens den Anfang einer kleinen Chronologie zu den Krisen-PR Pannen von BP, würde mich über Hinweise auf ergänzende Berichte in den Kommentaren freuen:
http://blog.marketingshop.de/die-krisen-pr-von-bp-chronologie-einer-kommunikations-krise/
[...] Social Media ergeben sich aber auch neue Risiken für Online Reputation. Kommunikation erfolgt hier größtenteils jenseits unternehmenseigenen Plattformen und klassischer [...]
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