Identitätsdiebstahl gefährdet Online Reputation

Identitätsdiebstahl gefährdet Online-Reputation

Identitätsdiebstahl hat deutlich zugenommen

Facebook, Xing, ebay und Co. Unsere Identität findet sich auf vielen Sozialen Netzwerken oder Verkaufsplattformen wieder. Und dort ist sie gefährdeter denn je. Das zumindest besagt eine neue Studie des Bundesinnenministeriums und warnt Internetnutzer eindringlich vor den Gefahren des Identitätsdiebstahls. Obwohl der Diebstahl und anschließende Missbrauch von digitalen Identitäten ein relativ neues Phänomen darstellt, gehört er schon jetzt zu den am stärksten steigenden Straftaten. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Der Diebstahl von Kartennummern, Zugangsdaten zu Accounts in sozialen Netzwerken, bei Handelsplattformen oder Onlineshops ist ein lukratives Geschäft. Neben dem wirtschaftlichen Schaden drohen den Internetnutzern aber auch Folgen für ihre Online Reputation. Bei der Schadensbegrenzung werden die Nutzer weitgehend alleine gelassen – eine rechtliche Verfolgung gestaltet sich momentan noch sehr schwierig.

Phänomen „Digitaler Zwilling“ – Kontrollverlust für die Online Reputation

In den letzten Jahren hat das Phänomen Identitätsdiebstahl im Internet deutlich zugenommen. Jeder, der sich in Sozialen Netzwerken oder Online-Shops bewegt, sollte sich der Gefahren bewusst sein. Das Bundesinnenministerium berichtet in der kürzlich veröffentlichten Studie von Beispielen, bei denen sich Betrüger mit Hilfe gekaperter Nutzerkonten bei Verkaufsplattformen bereicherten. Sie haben über das geklaute Profil teure Waren angeboten, diese nach Verkaufsabschluss aber nie verkauft. Für die Internetnutzer, deren Profile gehackt wurden, kann das rechtliche Folgen nach sich ziehen. Teuer wurde es in dem Fall, über den die Zeit online Anfang des Jahres berichtete: Hacker haben die Kontodaten und Adresse eines Opfers genutzt, um in Online-Shops in großen Summen Waren einzukaufen. Das Opfer selbst wurde erst darauf aufmerksam, als die ersten Mahnungen per Post kamen und später sogar Strafverfahren eingeleitet wurden.

Kritisch für die Online Reputation wird es, wenn es Internetkriminelle mit boshafter Absicht auf persönliche Daten abgesehen haben. Als „Zwilling“ können sie auf Sozialen Netzwerken ihr Unwesen treiben oder mit dem gehackten persönlichen Profil gefälschte Nachrichten versenden. Erst kürzlich waren viele Facebook Nutzer davon betroffen. Der Internet-Sicherheitsdienstleister Websense warnte auf seinem Blog vor folgender Masche: Hacker haben sich Zugriff auf persönliche Facebook-Profile verschafft und auf der Pinnwand der Freunde mit dem Kommentar „Sexiest Video ever“ einen Link gepostet. Wer auf den Link klickt, sieht jedoch nicht das erhoffte Video, sondern lädt sich automatisch Malware auf den eigenen Rechner. Bevor es dazu kommt, muss der Nutzer der Applikation noch sämtliche Zugriffe gewähren. Tut er das, bekommt jeder Freund einen Link mit dem “sexiest Video ever” auf seine Pinnwand gepostet. Mit dieser Masche nutzen die Internetkriminellen gezielt die Reputation von Sozialen Netzwerken aus. Denn den Nachrichten von Freunden begegnen die meisten Nutzer mit wenig Misstrauen. An der eigenen Online Reputation gehen Hackerangriffe natürlich nicht ohne Spuren vorüber.

Von individuellen Hackerangriffen sind vor allem Prominente betroffen, die Facebook und Co. als Kommunikationskanal an ihre Fangemeinde nutzen. Auch C-Prominente bleiben dabei nicht verschont: Vor wenigen Wochen wurde der Facebook-Account von Menowin Fröhlich gehackt, dem Zweitplatzierten bei „Deutschland sucht den Superstar“. Der Hacker sagte über sein Facebook-Profil ein Konzert ab. Die Folge: Imageschaden bei den Fans und ein finanzieller Ausfall. Dieser dürfte sich bei der Größenordnung seiner Konzerte allerdings in Grenzen halten.

Rechtsfreier Raum Online ID

Identitätsdiebstahl gefährdet Online-Reputation

Identitätsdiebstahl bedroht Online Reputation

Ein Blick auf die Ursachen für das Problem Identitätsdiebstahl zeigt deutlich: Viele Nutzer gehen verantwortungslos mit ihren Daten um. Während die Angriffe immer ausgefeilter werden, sind die Bürger im Netz unzureichend geschützt. Doch Eigenverantwortung zu fordern reicht bei diesem Thema alleine nicht aus. Denn viele Nutzer wissen gar nicht, dass beispielsweise die Angabe des realen Geburtsdatums auf einer Plattform häufig schon reicht, um Kriminellen den Missbrauch der eigenen Identität zu ermöglichen. Die Angriffe auf PCs laufen häufig so professionell ab, dass ein Laie gar nicht mitbekommen kann, dass auf seinem Computer wichtige Daten ausspioniert wurden.

Das Innenministeriums und das Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik benennen in der vorgestellten Studie klar die Defizite in der Bekämpfung, der rechtlichen Regulierung und strafrechtlichen Verfolgung von Internetkriminellen. Wie sich die Situation verbessern lässt, bleibt jedoch unklar, denn das Problem ist komplex und der Regulierungsbedarf immens. Zumindest ist es dem Bundesinnenministerium aber gelungen, die Straftat in den Blick von Politik und Rechtsprechung zu rücken uns somit wenigstens die Aufmerksamkeit zu erhöhen.

Doch Rechtsprechung hin oder her. Wer bei seiner Online Reputation auf Nummer sicher gehen will, darf sich nicht auf Andere verlassen und sollte verantwortungsvoll mit seinen Daten und Passwörtern umgehen.

5 Tipps zum Schutz der Online Reputation

  • Schützen Sie Ihren Rechner mit einem Virenschutz und einer Firewall. Damit können Sie erkennen, ob schadhafte Programme auf Ihrem Rechner installiert werden, die dem Ausspionieren von Daten dienen.
  • Gehen sie mit vertraulichen persönlichen Informationen im Netz sparsam um und gewähren Sie beispielsweise nur Kontakten, denen Sie vertrauen, Zugriff auf ihr vollständiges Geburtsdatum.
  • Wechseln Sie in regelmäßigen Abständen Ihre Passwörter zu Sozialen Netzwerken oder Ihrem E-Mail-Account.
  • Seien Sie misstrauisch gegenüber Applikationen auf Facebook, bei denen Sie viele Zugriffe gewähren müssen.
  • Vorsicht ist auch bei vermeintlichen Nachrichten Ihrer Freunde geboten: Vor allem Pinnwandeinträge oder Nachrichten, die nur aus einem Link bestehen, sind oft gefälscht. Deshalb lieber zuerst bei den Freunden versichern, ob sie auch wirklich der Absender sind.

Über Analena Rischpler

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