Bericht vom Social Media Twittwoch in München
Zum siebten Mal trafen sich gestern Social Media-Begeisterte beim Twittwoch in München. Unter den Teilnehmern waren Social Media Experten, PR-Berater, Unternehmensvertreter, Journalisten und andere Social Media Interessierte. Sie waren gekommen, um Vorträge aus der Praxis zu hören und sich auszutauschen. Außerdem gab es wieder die Möglichkeit der „Open Stage“. Wer wollte, hatte zehn Minuten Zeit, sein Social Media Projekt zu präsentieren und die Gäste davon zu überzeugen.
Marktforschung mit Hilfe von Social Media
Der gestrige Abend stand ganz im Zeichen der Marktforschung. Jesko Arlt, Principal Consultant bei Namics, stellte einen Bezug zwischen Käufertypologien aus dem Neuromarketing und Social Media her. Die Quintessenz: Je besser Unternehmen verstehen, wie ihre Zielgruppe tickt, desto besser können sie diese z.B. mit ihren Kampagnen und Websites erreichen.
Ein Ansatz des Neuromarketings, der so genannte „User Approach“, unterteilt Käufer in vier Kategorien: die Rationalen, die Emotionalen, die Serviceorientierten und die Brand Addicted. Wer zu welcher Gruppe gehört lässt sich durch die Analyse von Beiträgen in Social Media herausfinden. Ist jemand eher ein rationaler Typ, legt er Wert auf detaillierte Informationen, ist er emotional, dann sprechen ihn große Bilder an usw. Das bedeutet, die sozialen Medien ermöglichen Unternehmen, ihre Zielgruppe kennenzulernen. Denn dort äußern User ihre Meinung, teilen sich mit, geben Feedback. Haben Unternehmen verstanden, was der Mehrheit ihrer Käufer wichtig ist, können sie ihre Kommunikation – und ihre Produkte – gezielt danach ausrichten.
Die Käufertypologien können auch für das Online Reputation Management eingesetzt werden. Wer die Bedürfnisse seiner Zielgruppe begreift kann auf Kritik im Netz, z.B. in Foren und Bewertungsportalen, richtig reagieren. Das hilft, große Wellen der Empörung zu vermeiden und sein Image im Netz positiv zu beeinflussen.
Google Tools für die Marktforschung im Netz
Den zweiten Vortrag hielt Stefan Keuchel, Pressesprecher Google Deutschland. Er präsentierte Tools, mit denen Trends und die eigene Markenpower gemessen werden können. So zeigt Google Trends das Interesse von Nutzern an bestimmten Themen und in bestimmten Ländern. Eine Grafik verdeutlicht, wie sich die Google-Suche nach einem Begriff im Lauf der Zeit entwickelt hat und in welchem Land am meisten danach gegoogelt wird. Keuchel stellte außerdem Googles Insights for Search vor. Ein hilfreiches Tool, das aber laut Keuchel nur Wenige kennen. Insights for Search geht über Google Trends hinaus. Es vergleicht Suchvolumen, die auf Kategorien, Regionen, saisonale Zeiträume oder Webdienste (z.B. Bildersuche) beschränkt werden können. So gibt das Tool Aufschluss darüber, welche Suchbegriffe Nutzer in einem bestimmten Themenumfeld bei Google eingeben, wo und wann das größte Interesse an diesem Thema herrscht.
Für das Online Reputation Management und die damit verbundene Suchmaschinenoptimierung (SEO) sind diese Analysewerkzeuge eine große Unterstützung. Sie zeigen, welche Begriffe Unternehmen auf ihrer Website verwenden müssen, um überhaupt im Netz gefunden zu werden bzw. in den Suchergebnissen möglichst weit oben zu stehen. Sie machen auch deutlich, welche Suchbegriffe Nutzer mit bestimmten Themen verknüpfen.
Social Media Projekte kurz vorgestellt
Im Rahmen der Open Stage wurden folgende Social Media Projekte vorgestellt:
- Mobile City Walk: Hobby-Fotografen suchen zeitgleich in verschiedenen Städten die schönsten Motive, nehmen sie mit dem iPhone auf und laden sie in Echtzeit auf Flickr hoch. Eine Jury wählt die Gewinner-Fotos.
- Twittkickers: Fußballspiel auf Twitter
- Opernwerkstatt Heidenheim: Berichterstattung rund um die Opernfestspiele Heidenheim – auch von hinter der Bühne
- ShopProps: Beim Einkauf Spenden ohne einen Cent mehr zu bezahlen.
Spannende Social Media Projekte, Erfahrungsbericht und Tipps für die Praxis: Der siebte Twittwoch war eine rundum gelungene Veranstaltung. Wir kommen wieder!

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