Employer Branding mit Social Media – Teil 2: Facebook und Kununu
In einem unserer letzten Artikel haben wir über das Thema Employer Branding mit Social Media geschrieben. Zu den aktuell relevantesten Netzwerken gehören nach einer zitierten Studie der Beratungsagentur stoll&fischbach die sozialen Netzwerke XING und LinkedIn, gefolgt von Facebook, Twitter, StudiVZ, MeinVZ und Kununu. In einer Artikelreihe werden wir uns mit den verschiedenen Sozialen Netzwerken und ihrer Relevanz für das Employer Branding näher beschäftigen. Den Anfang machen wir mit Facebook und dem Arbeitgeberbewertungsportal Kununu.
Employer Branding mit Facebook
Nach Angabe des Facebook Gründers Zuckerberg im Juli 2009 hat Facebook weltweit die Zahl von 250 Mio. Usern überschritten. In Deutschland weist Facebook nach Schätzungen von wikio 3,3 Mio. Nutzer aus, was einem Anteil von 4 Prozent der deutschen Bevölkerung entspricht. Tendenz stark steigend. 43% der Facebook Nutzer in Deutschland sind zwischen 26 und 40 Jahre und stellen damit für das Employer Branding eine sehr interessante Zielgruppe dar. Eine Facebook Seite ist auch für Unternehmen kostenlos und bietet Unternehmen jeder Größe eine kostengünstige Alternative für das Employer Branding mit Social Media. Die Vorteile im Überblick (vgl. http://www.digital-employer-branding.de).
- Kommunikationskanal für die interessante Zielgruppe der 25- bis 40-Jährigen
- Direkter Dialog mit Bewerbern und potenziellen Bewerbern
- Gezielte Kommunikation der Vorteile als Arbeitgeber, z.B. durch Einbindung von Videos über das Unternehmen oder Statements von Mitarbeitern
- Verknüpfungen mit z.B. Twitter, Youtube
- Statistische Auswertungen über die Besucher der Facebook Seite
- Suchmaschinenoptimierung, da Facebook Seite allen zugänglich ist, auch nicht registrierten Interessenten
- Facebook Seite kann durch virale Effekte im Netz verbreitet werden, z.B. Empfehlung von Fans an Freunde
Otto-Gruppe: Employer Branding mit Facebook
Die neue Social Media Strategie der Otto-Gruppe hat Anfang 2010 für Furore in der Fachwelt gesorgt. Als eines der ersten Unternehmen in Deutschland ist die Gruppe mit einer Facebook Seite für Employer Branding online gegangen. Unter der Headline „Otto Gruppe: Ein attraktiver Arbeitgeber“ präsentiert das Unternehmen vielfältige Informationen für Studenten, Absolventen und Professionals. Das Angebot reicht von offenen Stellen, über die Präsenz der Gruppe auf Recruiting Messen bis hin zu interessanten Artikeln rund um Employer Branding in Social Media. Viel diskutiertes Highlight ist sicherlich das Video „Fliegendes Vorstellungsgespräch“, das bei Youtube bereits über 20.000 Aufrufe verzeichnet. Eine ausführliche Filmkritik über das Vorstellungsgespräch im freien Fall ist bei blogaboutjobs.de von Thorsten zur Jacobsmühlen nachzulesen. Insgesamt kommt die Otto-Gruppe mit ihrer Facebook Seite und rund 1.000 Fans auf Platz sechs der Hitliste deutscher Unternehmen mit Fanpages in Facebook, die von Bernd Schmitz zusammengestellt wurde. Auf den ersten fünf Rängen befinden sich Media Saturn, Bertelsmann, Bayer Business Consulting, Robinson und Siemens. Andere Unternehmen wie BMW fehlen noch in dieser Liste. Die Facebook Seite des Münchner Automobilherstellers verzeichnet zwar über 600.000 Fans, jedoch stellt sich das Unternehmen nur mit seinen Produkten – aber nicht als Arbeitgeber vor.
Employer Branding mit Kununu
Als Arbeitgeberbewertungsportale werden laut Wiki Websites bezeichnet, die Usern die Möglichkeit geben, ihren ehemaligen oder aktuellen Arbeitgeber zu bewerten. Sie stellen somit eine spezielle Unterkategorie der Bewertungsportale im Internet dar und funktionieren im Wesentlichen nach dem gemeinhin bekannten Prinzip der Online-Bewertungen. Zu den wichtigsten Arbeitgeberbewertungsportalen zählen kununu.com, jobvoting.de oder kelzen.com. Nach eigenen Angaben gibt es bei Kununu derzeit über 43.000 Bewertungen, 30.000 davon aus Deutschland. Damit ist das Portal Marktführer im deutschsprachigen Raum.
Laut Computerwelt orientiert sich das von Kununu angebotene Bewertungsraster methodisch an der European Foundation for Quality Management (EFQM) und ihrem Standard für die ganzheitliche Betrachtung von Organisationen. Nutzer bewerten in einer Kurzbewertung ihre Arbeitgeber nach dreizehn verschiedenen Kriterien. Bei der ausführlichen Variante werden zusätzlich noch Unterkategorien abgefragt. Damit im Bewertungsportal ein möglichst umfassendes Bild über den Arbeitgeber abgegeben wird, hat Kununu Regeln für die Bewertung aufgestellt und eine Redaktion eingesetzt, die auf die Einhaltung dieser Regeln achtet. So sind beispielsweise keine Veröffentlichungen über Firmeninterna erlaubt, sowie keine Anschwärzungen von Mitbewerbern. Auch Begriffe wie Sklaverei, Schufterei oder diskriminierende Ausdrücke sind verboten und werden von der Redaktion gelöscht, sobald sie entdeckt werden.
Kununu hat hohe Relevanz bei Google
Die Webseite von kununu.com besitzt einen Google Page Rank von 6. So können Jobs von kleinen und mittleren Unternehmen, die dort als Arbeitgeber ein Profil mit offenen Stellen einstellen, über Google besser gefunden werden, als über die eigene Webseite. Doch sind es vor allem auch hier die großen Konzerne wie Deutsche Telekom, Commerzbank, HypoVereinsbank oder Metro, die Kununu als Teil ihrer Employer Banding Strategie in Social Media nutzen. Ob Arbeitgeberbewertungsportale damit den Jobbörsen im Netz zukünftig den Rang ablaufen werden, bleibt abzuwarten.
Hier geht’s zum dritten Teil der Serie: Employer Branding mit Social Media: LinkedIn und Xing
Hier geht’s zum ersten Teil der Serie: Employer Branding mit Social Media






Super interessant, vielen dank!
Wann kann man denn mit dem dritten Teil rechnen? Und wird Twitter auch noch behandelt?
Hallo, vielen Dank für das Feedback. Der dritte Teil, Employer Branding mit LinkedIn und XING, ist auch schon online: http://tinyurl.com/3yns76g. Ein vierter Teil soll tatsächlich das Thema Mobile Employer Branding behandeln. Der Blogbeitrag wird voraussichtlich Mitte Juli erscheinen.
[...] Wir denken, dass die beiden Sozialen Netzwerke Facebook und Kununu in den nächsten Jahren deutlich an Relevanz gewinnen werden. Facebook ist das größte und am schnellsten wachsende Soziale Netzwerk und wird überwiegen von jungen Menschen genutzt. Dort können Unternehmen Absolventen und Young Professionals ansprechen und ihre Arbeitgebermarke erlebbar machen. Kununu versteht sich als Bewertungsportal für Arbeitgeber und bietet eine Plattform für User Generated Content wie es auch klassischen Bewertungsportale wie beispielsweise ciao.com tun. Beide Plattformen – Facebook und Kununu – bedienen sich der Mechanismen des Web 2.0 und setzen ihre zusätzlichen Angebote für das Employer Branding auf dieser Basis auf. Mehr dazu in einem der nächsten Blogbeiträge. [...]
Gerade die Tatsache, dass sich auf Facebook verschiede Social Media Plattformen integrieren lassen (Youtube, Twitter, etc.) und der Vorteil, dass die durch externes Employer Branding angesprochene Zielgruppe sich auf dieser Plattform “tummelt”, sprechen ganz klar für Facebook, als eine der zentralen Plattformen, wenn es um kundennahes Employer Branding geht. Zusätzlich sorgen der so genannte “Schneeballeffekt” für einen gewissen Mehrwert, der durch die Vernetzung der einzelnen Mitglieder geschaffen wird, über den sich Unternehmen bewusst sein sollten um diesen effizient zu nutzen.
[...] Recruiter nutzten das Internet sowohl für die Suche nach potentiellen Job-Kandidaten als auch für die Einschätzung von Bewerbern. Sie überprüften Profile in sozialen Netzwerken und suchten nach Bewerbern bei Google. Das Vertrauen in das Netz sei dabei sehr hoch, so Ditges. Umso wichtiger sei eine saubere Online Reputation. Damit meint Ditges zum einen die Erstellung eines optimierten und damit auffindbaren Xing-Profils, zum anderen die Vermeidung von unqualifizierten Postings oder Fotos. Darüber hinaus betonte er, dass eine Nicht-Auffindbarkeit im Netz auch nicht zu empfehlen sei. Diese lasse Recruiter darauf schließen, dass die Person entweder etwas zu verbergen habe oder nicht „up to date“ sei. Wer im Netz nicht auffindbar ist, existiert nicht, so Ditges. [...]
[...] Teil 2: Emoplyer Branding mit Social Media: Facebook und Kununu [...]
kununu hat in der community einen sehr negativen Ruf. Nicht nur, dass Unternehmen eigene (positive) Bewertungen einstellen: Nein, kununu löscht auch negative Bewertungen in erheblichem Umfang. Zudem wird es Nutzern sehr schwer gemacht, überhaupt etwas kritisches zu äußern: Es erscheinen deutlich mehr Warnhinweise und Bestätigungen, die man anklicken muss, wenn man eine schlechte Note gegeben hat, als wenn man eine gute Note abgibt. So werden Hürden aufgebaut, die kritische Bewertungen deutlich erschweren.
kununu hat damit massiv seine Glaubwürdigkeit in der Community verspielt, so dass die meisten User zu unabhängigen Plattformen wie evluba oder bizzwatch.de abgewandert sind. Die oben von kununu pseudomäßig genannten anderen Plattformen sind gar nicht relevant, da passiert ewig schon nichts mehr. Dafür gibt es mittlerweile andere, unabhängige Plattformen, die kununu derzeit in der Beliebtheit den Rang ablaufen.
http://berlinbuzz.net/2011/10/22/benchmarking-social-media-hr-recruiting-2-0-welche-social-media-kanale-werden-in-deutschland-genutzt/
Bin auf der Suche nach neuen Studien zum Thema Employer Branding 2.0 ? Momentan gibt es zu diesem Thema leider nicht wirklich viel nützliches.
Inwieweit sind Social Media Kanäle für Employer Branding in Bezug auf Mitarbeiterbindung bestehender Mitarbeiter einsetzbar?
Gut Mitarbeiterblogs, bzw. Mitarbeiterberatungen und ähnliches aber bezogen auf qualitative und nachhaltige Mitarbeiterbindung bin ich etwas ratlos?
Hallo Fritz,
ja, du hast Recht. Wirklich neue Studien gibt es im Bereich Employer Branding und Social Media meines Wissens derzeit nicht. Deine Frage ist sehr interessant: Social Media als Instrument zur Mitarbeiterbindung. Ich habe von einigen kleineren Unternehmen gehört, die eine geschlossene Facebook-Gruppe als Plattform für die interne Kommunikation einsetzen und darüber auch etwas für die Mitarbeiterbindung tun. Vielleicht ist auch das Smartphone-Firmenhandy in Verbindung mit einer Social Media Policy, die die Nutzung von Social Media Plattformen während der Arbeitszeit erlaubt, eine Art von Mitarbeiterbindung. Bei anderen Tools wie z.B. Firmenwagen, variable Gehaltskomponenten oder Incentive-Veranstaltungen sehe ich noch keine sinnvolle Verknüpfung zu Social Media Plattformen.
Nachtrag: Auf Klaus Ecks Blog unter http://pr-blogger.de/2011/10/24/studie-zu-social-recruiting-trends-und-entwicklungen/ wird über eine aktuelle Studie zum Thema Social Recruiting berichtet.